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Awards

Deutsche Werbung schneidet beim Gerety Award 2022 nur mäßig ab

Bei den Gerety Awards konnten die deutschen Akteure dieses Jahr nicht viel ausrichten – Foto: Gerety Awards

Zum vierten Mal wurden die Gerety Awards verliehen. Die ausschließlich aus Frauen bestehende Jury konnte sich für die deutschen Kampagnen allerdings nur wenig begeistern. Insgesamt gingen drei Mal Gold, zwei Mal Silber und drei Mal Bronze in die Bundesrepublik.

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Die Gerety Awards sind etwas Besonderes. Nicht nur wegen ihrer Namensgeberin Frances Gerety. Sie gilt als Wegbereiterin für die Gleichstellung der Frauen. Dafür arbeitete sie hart, in der von Männern dominierten Werbewelt. Als Texterin wurde sie erfolgreich. Ihr Claim „Diamonds are forever“ wurde von „AdAge“ zum Werbeslogan des 20. Jahrhunderts gekürt. Gerety war übrigens der festen Überzeugung, Frauen würden Werbung anders beurteilen als Männer. Eben auch diese Überzeugung macht die Gerety Awards zu etwas Besonderem: In der Jury sitzen ausschließlich Frauen. Kreative, Strateginnen und Marketingentscheiderinnen aus Agenturen und Unternehmen rund um den Globus. Tanja Grubner, Global Marketing & Communications Director bei Essity, sagt zur Juryarbeit: „Sich die Zeit zu nehmen, die Kampagnen durchzugehen und die besten Arbeiten zu sehen, ist nicht nur eine großartige Art, meinen Tag oder meine Nacht zu verbringen, sondern auch eine Verantwortung, sorgfältig Benchmarks für die Branche auszuwählen, von denen wir mehr sehen wollen.“

Aus Deutschland waren es anscheinend nach Ansicht der Jury nicht so viele, von denen man mehr sehen will. Dennoch haben die wenigen ausgezeichneten Arbeiten gereicht, um Serviceplan einmal mehr zur „Independent Agency of the Year“ zu küren, obwohl es am Ende keinen Grand Prix gab.

Penny-Weihnachtskampagne nimmt Preise nach Hause

Am erfolgreichsten war die Penny-Weihnachtskampagne „Der Wunsch“, für die die Jury zwei Mal Gold (in den Kategorien „Craft Regie“ und „Cinematography“) sowie ein Mal Silber in der Kategorie „Editing“ vergab. Serviceplan hat darüber hinaus noch einen bronzenen Award in der Kategorie „Work for Good“ für die Arbeit „Not Coming Home“ gewonnen, die allerdings Serviceplan USA für die Newtown Action Alliance umgesetzt hatte.

#NotComingHome zeigt die verheerenden Auswirkungen von Waffengewalt auf das Leben einer amerikanischen Familie

In der Kategorie „Work for Good“ gab es noch einen weiteren bronzenen Award für Deutschland. Und zwar für „Motherlove: An important Message for Mother’s Day“, die GGH MullenLowe für die Zeitschrift „Eltern“ umgesetzt hat.

Im Kampf für die Pressefreiheit verwandelte Reporter ohne Grenzen die aktuellen Lottozahlen der Länder, in denen es keine Pressefreiheit gibt, in einen Zugangscode zu unabhängigen Informationen

Ebenfalls bei den Gerety Awards erfolgreich war eine weitere deutsche Arbeit, die – wie „The Wish“ – vorher schon von Award zu Award gezogen war und vielfach ausgezeichnet wurde: „The Truth Wins“ von DDB für Reporter ohne Grenzen. Die Jurorinnen vergaben hierfür Gold in der Kategorie Media, Silber in der Kategorie Communication und Bronze in der Kategorie „Work for Good“.

Antoni, die mit ihrer VC Kampagne für Kärcher ins Rennen gingen und OMD Germany, die „Germany’s Most Delicious Idea: 4 Hours of Food Fame“ für Rewe am Start hatten, mussten sich mit Shortlistplatzierungen zufrieden geben. Auch Serviceplan ist noch zwei Mal auf der Shortlist zu finden, und zwar mit dem „Equality Controller“ für Xbox und mit „Minimalism“ für Mini.

USA am erfolgreichsten, UK auf Platz 2

Insgesamt vergaben die Jurorinnen in diesem Jahr fünf Grand Prix, 34 Mal Gold, 58 Mal Silber und 77 Mal Bronze. Auf der Shortlist fanden sich insgesamt 139 Arbeiten. Die erfolgreichste Nation waren die USA. Die Agenturen aus Übersee konnten zwar keinen Grand Prix in Empfang nehmen, aber mit acht Mal Gold, elf silbernen und 15 bronzenen Awards sowie 34 Shortlistplatzierungen aufwarten. An zweiter Stelle im Länderranking steht England. Die Briten konnten sich über zwei Grand Prix, sechs Mal Gold, zehn Mal Silber, neun Mal Bronze sowie 14 Shortlistplatzierungen freuen.

#Painstories Case Study

Ein Grand Prix in der Kategorie „Illustration Craft“ ging an die Kampagne #PainStories, die AMVBBDO London für Bodyform/Libresse erarbeitet hat und bei der es um die Regelschmerzen von Frauen und das Unverständnis darüber in der Gesellschaft geht. Zusätzlich wurde die Kampagne noch mit zwei Mal Gold und drei Mal Silber ausgezeichnet. Womit sie die erfolgreichste Arbeit des Jahres wurde. Kein Silber aber dafür zwei Grand Prix und zwei Mal Gold ging nach Indien. Die glücklichen Gewinner sind Dentsu Webchutney, die für Vice Media die „Unfiltered History Tour“ kreiert haben.

Die verbleibenden beiden Grand Prix gingen in der Kategorie „Editing“ an die Kampagne „Super. Human.“, den Final Cut für Channel 4 zu den Paralympics in Tokyo 2021 umsetzte und in der Kategorie „Innovation – Product & Packaging Design“ an VMLY&R Mexico City, die für Whirlpool die Kampagne „Plasticoff“ im Wettbewerb hatten.

Whirlpool hat zur Eindämmung der Plastikverschmutzung der Meere eine Kunststoffverpackung für seine Geräte entwickelt, die stark genug ist, um beim Transport nicht zu zerreißen. Die sich gleichzeitig aber auflöst, wenn sie mit Meerwasser in Berührung kommt

Die Vergabe der Grand Prix zeigen, welche Werbung die Jury bevorzugt sehen wollte: Es punkteten die Kampagnen, die sich etwa mit sozialen oder nachhaltigen Themen auseinandergesetzt haben. Suzanne Powers, Global President und Chief Strategy Officer der McCann Worldgroup, sagte auf der Bühne: „Es ist demütigend und beglückend, zwei Jahre in Folge als „Network of the Year“ ausgezeichnet zu werden, und ein klares Zeichen dafür, wie wichtig es ist, dass unsere Branche Kreativität durch die verschiedenen Brillengläser betrachtet, durch die die Welt unsere Arbeit sieht. Wir wissen seit langem, dass Kreativität in der Vielfalt verwurzelt ist.“ Zu dem Erfolg haben übrigens 15 McCann-Agenturen rund um den Globus beigetragen.

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