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ADC Kreativranking 2020

Scholz & Friends schubst DDB von Platz 1

Foto: Scholz & Friends

Der Art Directors Club Deutschland (ADC) hat sein jährliches Kreativranking veröffentlicht. Scholz & Friends setzte sich auf Platz 1. Gefolgt von Jung von Matt und Serviceplan. Vorjahressieger DDB rutschte auf Platz 15 ab.

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Das alljährliche ADC-Kreativranking wird jeweils zum Jahresbeginn veröffentlicht und von der Kreativbranche genau so erwartet wie von den werbungtreibenden Unternehmen. Gilt es doch als Seismograf für das kreative Geschehen in der Bundesrepublik. Wobei das Ranking für das vergangene Jahr im Vergleich zu den vorherigen Auswertungen etwas hinkt. Schließlich musste der ADC bei seinen Auswertungen auf die Ergebnisse von LIA (London International Award) und Cannes verzichten, die Corona-bedingt ausgefallen waren. Das wiederum spiegelt sich auch in den Ergebnissen wider.

Scholz & Friends vor Jung von Matt und Serviceplan

Sieger 2020 wurde Scholz & Friends, die vor allem mit einer Kampagne, dem „Tampon Buch“ punkteten. Die Kampagne wurde nicht nur beim ADC mit dem Grand Prix ausgezeichnet, sondern auch mit dem White Pencil des D&AD und einem Grand Prix beim ADC of Europe. Von Platz 46 in 2019 auf Platz 2 im aktuellen Ranking dürfte man Jung von Matt auf dem Treppchen wohl als Aufsteiger des Jahres bezeichnen. Die Platzierung ist allerdings keine Überraschung – Jung von Matt hatte 2019 seine alle zwei Jahre stattfindende Award-Pause und beim ADC lediglich im Junior-Wettbewerb teilgenommen. Insofern ist hier der Vergleich zum Ranking 2018 angebracht: Das hatten die Hamburger mit einem Vorsprung von 3.440 Punkten vor dem Zweitplatzierten Heimat angeführt. Insofern kann man hier fast von einem Wachwechsel an der Spitze sprechen. Zumal DDB, die im vergangenen Jahr an der Spitze waren, 2020 wegen Corona nur sehr sparsam eingereicht hatten. Und selbst der ADC das aktuelle Ranking eher als eine Momentaufnahme sieht.

Casefilm BVG „Weltkulturerbe”

Wie dem auch sei, Jung von Matt hatte 2020 mit dem mehrfach prämierten Case „The Small Escape“ für BMW, der Social-Media-Kampagne „Weil wir dich lieben“ und der Imagekampagne „Nächster Halt: Weltkulturerbe“ für die BVG drei Arbeiten im Rennen um die Awards, die international nicht nur verstanden wurden, sondern auch großen Anklang fanden.

Als Dritter auf dem Treppchen folgt Serviceplan. Die Münchener hatten international im Vorjahr vor allem mit dem Case „Made in Fukushima“ gepunktet. Die Arbeit kommt nicht allein von Serviceplan, sondern ist das Ergebnis einer Kooperation mit dem kleinen Design-Studie Moby Digg, das für das Infomation Design verantwortlich zeichnet.

Casefilm „Made in Fukushima”

Das Buch, das übrigens aus Reismehl von den versuchten Feldern Fukushimas hergestellt wurde, macht wissenschaftliche Daten im wahrsten Sinne des Wortes anfassbar und erzählt die Geschichte der Region Fukushima, der Nuklear-Katastrophe, der Dekontamination und des Reisanbaus.

Neu- beziehungsweise Wiedereinsteiger des Jahres

Die drei Top-Aufsteiger im diesjährigen Ranking sind Thjnk (inkl. Leo’s Thjnk Tank, loved), Antoni Garage (inkl. Antoni Jellyhouse) und TankTank. Alle drei waren im Kreativranking 2019 nicht vertreten.

Thjnk hatte 2019 ein Jahr Award-Pause gemacht. 2020 erregten die Hamburger dann wieder mit ihrem Kunden Commerzbank und der Kampagne „Pferdeschwänze” (MEEDIA berichtete) Aufmerksamkeit. Außerdem punktete Thjnk mit den Projekten „WakeUpArches“ und „Wooden Metropolis“. Alles zusammen brachte am Ende 740 Ranking-Punkte und damit Platz 6.

Antoni überzeugte die internationalen Jurys vor allem mit ihrer Arbeit „Bertha Benz”. Der Film schnitt nicht nur beim ADC sehr gut ab, sondern auch bei der One Show.

Bertha Benz

Als Überraschungseinsteiger 2020 kann aber wohl getrost Tank Tank angesehen werden. Zusammen mit der Hamburge School of Ideas realisierte Stefan Zschaler die Social-Media-Aktion „Dolphingate“ für Followfish.

Casefilm „The Dophin Gate”

Der Prank avancierte nicht nur binnen kürzester Zeit zum Viral-Hit. Vielmehr setzte er neue Maßstäbe im Bereich Influencer Marketing. Der ADC-Jury war diese polarisierende Arbeit ein goldener, drei silberne und ein bronzener Nagel Wert. Beim ADC of Europe gab es noch ein Mal Silber obendrauf. Was Tank Tank mit 220 Rankingpunkten den 16. Platz bescherte.

Wie sich die Punkte errechnen

Für das Ranking berücksichtigt der ADC die fünf wichtigsten internationalen und nationalen Wettbewerbe: ADC Deutschland, Cannes Lions, D&AD, LIA und One Show. Bei diesen Wettbewerben ausgezeichnete Arbeiten fließen über ein Punktesystem in die Wertung ein. Gold entspricht sechs Punkten, Silber vier und Bronze zwei. Die höchste Prämierung, wie Grand Prix oder Black Pencil, wird mit zehn Punkten gewertet. Alle Wettbewerbe erhalten außerdem den Multiplikations-Faktor zehn. Die prämierten Arbeiten des ADC of Europe und Praxisarbeiten des ADC-Junior-Wettbewerbs werden mit 50 Prozent der Punkte im Kreativranking der Agenturen berücksichtigt.

Rennen um das Ranking 2021 in vollem Gange

Das Rennen um die Nägel und Pencils 2021 und damit um die besten Plätze im Kreativranking 2021 ist bereits in vollem Gange. Die Einreichungsplattform des ADC ist beispielsweise bereits seit Oktober 2020 geöffnet. Wer hier noch teilnehmen möchte, muss seine Arbeiten bis zum 16. Februar 2021 hochgeladen haben. Bei der One Show müssen die Arbeiten bis zum 12. März eingereicht werden und beim D&AD ist noch bis zum 17. März Zeit.

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