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5 Fragen nach 100 Tagen

Vor diesen drei Herausforderungen steht Dyn-CEO Andreas Heyden beim Streamingdienst

Andreas Heyden - Foto: Dyn Media

Andreas Heyden ist CEO von Dyn Media. Nach 100 Tagen im Amt zieht er bei MEEDIA eine erste Bilanz. Dabei geht es u.a. um die Konzeption der Streamingplattform und den Anspruch, die mediale Produktion von Sport „auf ein neues Level zu heben“.

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Bei 5 Fragen nach 100 Tagen stellen wir Persönlichkeiten aus der Branche, die einen neuen Job oder ein neues Amt übernommen haben, Fragen, wie sie sich eingelebt haben, was sie bereits umsetzen konnten und was sie womöglich so nicht erwartet haben. In dieser Ausgabe: Andreas Heyden, CEO von Dyn Media, dem Sportstreamer von Axel Springer und Ex-DFL-Boss Christian Seifert. Zuvor war Heyden rund sieben Jahre lang CEO der DFL-Tochter DFL Digital Sports.

Wie sind Ihre Eindrücke vom neuen Verantwortungsbereich?

Es ist eine besondere Aufgabe, ein Startup von Grund auf mit aufzubauen: ein Team aufzustellen, die Unternehmenskultur zu prägen, den Markt und Kundenbedürfnisse zu analysieren und schließlich die Dyn-Streamingplattform und tolle Angebote für die Fans zu entwickeln. Das ist wie ein Neubau auf der “grünen Wiese”. Ich bin sehr glücklich, daran verantwortlich mitwirken zu können.

Was konnten Sie in den ersten 100 Tagen bereits erfolgreich umsetzen, was gelang nicht?

Unser Management-Team steht, für alle wichtigen Aufgabenfelder konnten wir erfahrene und hochmotivierte Führungskräfte gewinnen. Die Zusammenarbeit mit unseren Partnerligen läuft sehr gut. Es gibt einen ersten Produktionsauftrag an die global führende TV-Produktionsfirma NEP Germany für die nationalen Handball- und Basketball-Ligen und die Pokalwettbewerbe in diesen Sportarten. Für die Glasfaser-Anbindung der Spiel- und Produktionsstätten, weitere Medienproduktionspartner und den Technologiepartner für den OTT-Service laufen Ausschreibungen. Natürlich liegt noch viel Arbeit vor uns, damit unsere Dyn wie geplant im Juli 2023 live gehen kann. Neben den großen Projekten sind viele Details zu klären. Wir testen, diskutieren und lernen täglich dazu. Gerade das Kundenfeedback hilft uns bei der Umsetzung unserer Konzepte in die Praxis sehr.

An welchen Themen arbeiten Sie momentan?

Es war von Anfang an unser Anspruch, die mediale Produktion von Sportarten jenseits des Fußballs auf ein neues Level zu heben. Das haben wir unseren Partnerligen versprochen und werden es auch umsetzen. Dazu schauen wir zuerst auf die Erwartungshaltung unserer zukünftigen Kunden: Welche Inhalte wünschen sie sich, in welchen Formaten und Zeitfenstern? Ausgehend von dieser Analyse arbeiten wir uns entlang der verschiedenen Gewerke bis zur Kamera vor, die das Geschehen im Stadion einfängt. Wir beginnen also mit unserer Konzeption nicht auf dem Spielfeld, sondern am entgegengesetzten Ende der Kette, beim OTT-Produkt für den Kunden. Wir nennen das die Glas-zu-Glas-Strategie: vom Glas der Kameralinse im Stadion zum Glas des Endgeräts in der Hand oder im Wohnzimmer des Kunden.

Welche Aufgaben sehen Sie langfristig als Ihre größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung ist, die Bedürfnisse unserer Kunden an das Produkt, an die Inhalte und den Zugang dazu im Detail zu analysieren und dieses Produkt dann auch zu liefern. Zweitens befinden auch wir uns im Wettbewerb um Talente, vor allem in den Bereichen Produkt und Technologie. Wir suchen weiterhin talentierte Softwareentwickler, UI/UX-Designer, Cloud-Ingenieure und andere Spezialisten. Die dritte Herausforderung liegt darin, Medieninhalte nicht nur kostengünstig und effektiv zu produzieren, sondern auch ressourcenschonend. Das kann mit Remote-Produktion in zentralen Sendezentren und den intelligenten Einsatz von Technologie gelingen, weil es etwa den Reiseaufwand und den Energieverbrauch im Vergleich mit herkömmlicher TV-Produktion deutlich absenkt.

Was war Ihre wichtigste neue Erkenntnis?

Wie tief Sportarten wie Handball, Basketball, Volleyball und Tischtennis in unserer Gesellschaft verankert sind, wie groß das Interesse ist – und wie groß das Potential ist, die Ligen und Fans mit einem wirklich attraktiven Produkt zu versorgen.


Hier geht es zur Übersicht mit allen Ausgaben der Rubrik „5 Fragen nach 100 Tagen“.

th

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