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Mail von Vorstandsmitglied Ulrike Handel sorgt für Unruhe

Drohen bei „Welt“- und „Bild“-Gruppe tiefgreifende Veränderungen?

Ulrike Handel, CEO Dentsu DACH, verlässt das Unternehmen Ende Oktober 2021.

Ulrike Handel - Foto: Dentsu

Unruhe bei der „Welt“ und „Bild“-Gruppe: Ulrike Handel, die das Vorstandsressort News Media National verantwortet, plant ein Strukturprojekt, um die beiden Medienmarken zukunftssicher zu machen. Dazu holt sie die Boston Consulting Group an ihre Seite. Die Mitarbeiter befürchten tiefgreifende Veränderungen.

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Noch vor einem Monat sorgte eine Mail der Geschäftsführung von News Media National – darunter „Bild“-Chef Johannes Boie und „Welt“-Gruppen-Chef Ulf Poschardt – für Besorgnis bei den Mitarbeitern der roten und blauen Gruppe von Axel Springer (MEEDIA berichtete). Darin hatte die Führungsspitze den beiden Medienmarken des Berliner Digitalhauses strikte Kostendisziplin verkündet. „Die konjunkturellen Schwierigkeiten, ausgelöst unter anderem durch Krieg und Inflation, haben auch unsere wirtschaftlichen Ergebnisse unter Druck gebracht. Besonders belasten uns die steigenden Papierpreise, das Ausbleiben von Anzeigenumsätzen sowie das allgemein veränderte Konsumverhalten“, heißt es dort. Darum wolle man stärker auf die Kosten achten. „Wir haben daher entschieden, ähnlich wie in der Vergangenheit, bis auf Weiteres auf Neueinstellungen zu verzichten und freie Stellen nicht nachzubesetzen.“

Jetzt sorgt eine weitere Mail der Führungsspitze, die MEEDIA vorliegt, für Unruhe. Diesmal allerdings von Ulrike Handel, die für das Vorstandsressort News Media National verantwortlich ist (MEEDIA berichtete). Darin kündigt die Managerin an, dass der Verlag ein Strategieprojekt ins Leben rufen will, um die beiden Medienmarken für die Zukunft sattelfest zu machen. Dabei handelt sich um ein ergebnisoffenes Vorhaben, deren Ergebnisse noch nicht absehbar sind, heißt es aus Verlagskreisen. Doch der digitale Wandel sowie die Pandemie hätten den Medienwandel beschleunigt. Darauf müsse man sich einstellen und hinterfrage die aktuellen Strukturen. „Wir betreiben erfolgreich  Print- und Digital-Angebote, über viele Marken hinweg. Aber wie stellen wir uns nun mit unserem Angebot und mit unseren Prozessen für die nächste Phase des digitalen Wandels auf?“, heißt es an einer Stelle. Oder: „Viele unserer Organisationsstrukturen sind zu komplex. Wie können wir diese vereinfachen und Prozesse beschleunigen?“ an einer anderen. Begleitet wird der Strategieprozess von der Unternehmensberatung Boston Consuting Group.

Die betroffene Mitarbeiter befürchten tiefgreifende Veränderungen. Dabei kochen diverse Spekulationen hoch. Von der Einstellung der werktäglich gedruckten Ausgabe der „Welt“ bis zu radikalen Änderungen in der Redaktionsstruktur bei der blauen und rote Gruppe machen die Runde, auch die Sorge über einen Stellenabbau ist im Gespräch. Die Mitarbeiter hoffen nun, dass sie bei einer morgigen Gesprächsrunde mehr erfahren, die das Vorstandsmitglied angesetzt hat. Wie sich das Strukturprojekt konkret ausseht, werden die Mitarbeiter spätestens Ende des Jahres erfahren. Dann sollen erste Ergebnisse vorliegen.

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