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Preference Center

So will Google Werbung für YouTube, Search und Discover personalisieren

Google I/O

So soll das neue Preference-Center aussehen, mit dem der Nutzer seine Werbung personalisiert – Foto: Google

Auf der Jahreskonferenz Google I/O präsentierte Google einen neuen Ansatz für die Personalisierung der Werbung. Das My Ads Center setzt auf einen Kontext-bezogenen Ansatz und liefert Google extrem wertvolle Daten.

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Es war nur eine Frage der Zeit, bis Google diesen Schritt gehen würde. Auf der diesjährigen I/O präsentierte Google das My Ad Center, das im Laufe des Jahres ausgerollt werden soll. Der User kann darin Präferenzen für die Werbung einstellen, die er gerne sehen würde. Er kann auch bestimmt Informationselemente aus dem Targeting ausschließen und er kann sich für oder gegen die Werbung einzelner Marken entscheiden.

Das Ganze funktioniert so einfach, wie man es von Google gewohnt ist. Der User kann sich entweder in sein Google-Konto einloggen, oder er klickt auf das Informationssymbol, dass zurzeit in der rechten poberen Ecke der ausgespielten Anzeigen eingeblendet wird. Dadurch gelangt man in das Preference-Center, das aus drei Kategorien besteht: Themen, Marken, Sensible Informationen.  

Danielle Romain
Danielle Romain ist bei Google verantwortlich für alles, was mit Vertrauen zu tun hat – Foto: Google

Unter dem Reiter Themen werden dem Nutzer Bilder von inhaltlichen Kontexten angezeigt. Darüber gibt es zwei Schaltflächen für Plus und Minus. Der User entscheidet, zu welchem Thema er mehr und zu welchem er weniger sehen will. Präsentatorin Danielle Romain, Vice President of Trust bei Google, liess an dieser Stelle offen, ob sich der User auch dafür entscheiden kann, gar keine Werbung zu bestimmten Themen zu sehen, deutete dies aber verbal an.

Google Ads

Mit einem Klick auf Plus oder Minus steuert der Nutzer seine Themenpräferenzen – Foto: Google

Bei den Marken wird das System ähnlich funktionieren. Nur werden die Marken als Liste angezeigt. Die Sortierung dieser Liste ist spannend. Der Nutzer hat die Wahl zwischen einer Liste „Featured“, hier entscheidet Google, welche Marken vorgeschlagen werden, möglicherweise anhand deren Targeting-Einstellungen im AdManager. In der Liste „Most recent“ sind die Absender der Werbemittel und Anzeigen zu sehen, die dem Nutzer zuletzt ausgespielt wurden.

Die dritte Kategorie betrifft „heikle Informationen“. Google hat gleich eine Reihe von Ansätzen gezeigt, wie User das, was das Web über sie weiß, besser steuern können. Der Verlauf von Google Chrome kann so eingestellt werden, dass bestimmte Themen dort keine Berücksichtigung finden. Es gibt einen vereinfachten Prozess für „Removal Requests“. Der User kann Google verbieten, seine Telefonnummer, Adresse und E-Mail-Adresse direkt in den Suchergebnissen anzuzeigen.

Und er kann Google sagen, welche Informationen nicht mit der Werbebranche geteilt werden sollen. In einem ersten Screenshot, den Google veröffentlichte, ist die Rede von Alkohol, Glückspiel, Schwangerschaft und Elterndasein, Abnehmen und Dating. Wer die spannende WDR-Doku „Made to Measure“ gesehen hat weiß, wie mächtig die Historie der persönlichen Google-Suchen ist. Sie bildet exakt die Stimmungslage des Nutzers ab und fungiert wie ein unfreiwillig erzeugtes, digitales Tagebuch, mit intimsten Details.

Die Einstellungen des My Ad Center werden im ersten Schritt in den Diensten Youtube, Google Suche und im News-Feed Discover berücksichtigt. Mittelfristig könnte der Ansatz die Blaupause für ein Chrome Preference Center sein, dass auch auf Drittseiten die Möglichkeiten des Targetings steuert. Nach dem Aufgeben des Kohorten-Ansatzes Floc hat Google ja bereits letztes Jahr deutlich gemacht, dass „Topics“ der Ansatz der Wahl für das Google-Targeting sind. Und hier ist die erste Umsetzung.

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