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Berichterstattung aus Butscha

Das sagt Georg Restle zu der Kritik von Kollegen für seine Aussage in der „Tagesschau“

Georg Restle berichtet aus Kiew für die Tagesschau

Georg Restle berichtet aktuell für die ARD aus der Ukraine. Für die "Tagesschau" – Foto: Screenshot Tagesschau

Für die 20-Uhr-„Tagesschau“ vom 3. April war Georg Restle aus Kiew zugeschaltet. Nach seiner Aussage war ein Berichten aus Butscha nicht möglich. Journalisten aus dem Krisengebiet berichten etwas anderes. MEEDIA hat bei Georg Restle nachgefragt.

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Die russischen Truppen wurden aus den Vororten der ukrainischen Hauptstadt Kiew verdrängt. Mit dem Abzug der Soldaten wurde jetzt noch einmal deutlich, in welchem Ausmaß die Bevölkerung unter diesem Krieg leidet. Die Bilder von toten und offenbar zuvor misshandelten Zivilisten aus dem Ort Butscha gingen am Wochenende um die Welt, alle Medien berichteten. Für die 20-Uhr-„Tagesschau“ war Georg Restle aus der ukrainischen Hauptstadt zugeschaltet – der „Monitor“-Redaktionsleiter und frühere Moskau-Korrespondent ist derzeit für die Rundfunkanstalt im Krisengebiet. Für Aufmerksamkeit unter Journalistenkollegen sorgte gestern Abend ein Satz. In der Mitte seines Beitrags sagte Restle: „Für Journalisten war es heute nicht möglich, sich ein eigenes Bild von der Lage in Butscha zu machen“. Die Aussage sorgte am Abend nach der Ausstrahlung der „Tagesschau“ für eine größere Diskussion unter Journalistenkollegen auf Twitter, an der sich etwa Paul Ronzheimer und Enno Lenze, die derzeit vor Ort berichten, beteiligten. Ihre Aussage: man konnte sehr wohl aus Butscha berichten. MEEDIA hat heute bei Georg Restle nachgefragt, wie er inzwischen zu dem Thema steht. Sein Statement können Sie hier lesen. Die Chronologie der Auseinandersetzung auf Twitter folgt unter dem Statement.

„Es galt gestern und gilt heute eine Sperrzone („curfew“) für die befreiten Orte um Kiew (bis zum 05.4.) Wir und andere Journalisten hatten daher keine Genehmigung, diese Orte zu besuchen. Wir sind gestern in Kiew eingetroffen. Morgen organisiert das Verteidigungsministerium einen Termin für alle Journalisten in Butscha, an dem wir dann auch planen teilzunehmen. Für welche Journalisten und warum gestern offenbar eine Ausnahme gemacht wurde, entzog sich bis gestern Abend meiner Kenntnis. Die Aussage, dass gestern und heute aufgrund der Sperrzonenregelung grundsätzlich keine Journalisten nach Butscha und andere Orte durften, ist allerdings richtig.

Die Gründe dafür habe ich in meinem Aufsager so dargestellt, wie vom Verteidigungsministerium kommuniziert. Mit heutigem Kenntnisstand hätte ich das aber anders und präziser formuliert. Daher habe ich auch die Klarstellung gestern noch gesendet.“

Mit Blick auf die Kollegen vor Ort sagt Georg Restle: „Lassen Sie mich dies noch anfügen: Ich bin nun für die ARD seit mehreren Wochen in der Ukraine unterwegs und lege größten Wert darauf, so präzise und unmissverständlich wie möglich zu formulieren. Insoweit ärgere ich mich selbst am meisten darüber, dass hier offensichtlich Missverständnisse entstanden sind. Dies war nicht meine Absicht. Für die Arbeit der Kollegen und Kolleginnen, die hier mit uns zum Teil seit Wochen vor Ort sind, habe ich grundsätzlich größten Respekt.“

Die Chronologie der Auseinandersetzung auf Twitter:

Nachdem die Szene auf Twitter die Runde machte, meldeten sich mehrere Kollegen öffentlich zu Wort. Denn wie die Berichterstattung des Tages zeigte, war es offensichtlich sehr wohl möglich direkt aus Butscha zu berichten.

Marius Mestermann spricht angesichts der Aussage von Restle von einer „Frechheit“ und postet einen Artikel-Screenshot des „Spiegel“-Kollegen Thore Schröder, der aus Butscha berichtete.

Der Auslandsressortleiter beim „Spiegel“, Mathieu von Rohr, erklärte, dass es zwar Ausgangssperren gegeben haben soll, das aber nicht die Arbeit für Journalisten eingeschränkt habe. Darauf geht auch Georg Restle ein.

Paul Ronzheimer, der für „Bild“ auch aus Butscha berichtet hat, stößt sich an Teilen der Formulierung Restles und reagiert auf Twitter. Restles Aussagen würden allein der „russischen Propaganda“ helfen. Für den „Monitor“-Moderator eine überzogene Kritik. Ronzheimer weißt noch einmal darauf hin, dass Restle seiner Meinung nach falsche Tatsachen berichtet:

Für Enno Lenze, der für das Newsangebot „Berlin Story“ ebenfalls vor Ort in der Ukraine ist, stellt sich die Situation anders dar. Für ihn zeichnet sich ein roter Faden ab von einer ARD, die sich in punkto Ukraine-Berichterstattung generell eher als Nachzügler zeigen würde, jetzt auch in der Berichterstattung aus Butscha.

Ein Twitter User kommentiert schließlich, dass angesichts der Greueltaten, die Dikussion eher weniger angemessen sei. Restle stimmt zu.

Lesen Sie hier auch unseren Kommentar vom MEEDIA-Chefredakteur Stefan Winterbauer zum dem Twitter-Streit unter Journalisten.

Hinweis aus der Redaktion: Der Beitrag erschien zuerst ohne Statement von Georg Restle, das Statement wurde nachgepflegt.

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