Anzeige

#PetitionC190

Thjnk und Ströer starten Kampagne gegen Belästigung am Arbeitsplatz

Mit Sprüchen wie diesem wollen Thjnk und Ströer die Petition #PetitionC190 unterstützen. Foto: Thjnk

Heute ist die Kampagne von Thjnk und Ströer gegen sexuelle Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz an den Start gegangen. Vorausgegangen ist eine Petition, die Opfern Zugang zu vertrauenswürdigen Hilfsangeboten sowie Unterstützung in der Sanktion gegen Täter*innen ermöglichen soll.

Anzeige

Die Kampagne nutzt mehrere sexistische Sprüche, die zwar nicht kommentiert, jedoch mithilfe von Unterschriften unleserlich gemacht werden. Versehen wird das Übermalen mit dem Hinweis, seine Unterschrift der Petition #PetitionC190 zu geben.

Laut Angaben des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben in Deutschland 63 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer in Deutschland schon mal geschlechtsspezifische Übergriffe wahrgenommen oder waren selbst betroffen. Viele Menschen sind an ihrem Arbeitsplatz Sexismus und sexualisierter Gewalt und Belästigung ausgeliefert, weil Arbeitgeber offiziell nicht verpflichtet sind, entsprechende Schutzmaßnahmen zu ergreifen und zum Beispiel anonyme Beratungsstellen einzurichten. 

Zwar gibt es bereits ein von der International Labour Organisation initiiertes und von 187 Ländern unterschriebenes“ „Übereinkommen über die Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt“ („Konvention C190“) mit konkreten Empfehlungen zur Umsetzung (R206). Allerdings haben Deutschland und viele andere Länder die Konvention gegen Belästigung und Gewalt am Arbeitsplatz bisher nicht ratifiziert. Auch blockieren einzelne EU-Mitgliedsstaaten (Bulgarien, Slowakei, Ungarn) die Beschlussfassung im EU-Rat.

Die von der Schauspielerin Urusula Karven ins Leben gerufene Gesetzesinitiative #PetitionC190 soll diesen Umstand ändern. Sie wurde im Juli 2021 auf der Veranstaltung „Frauen 100“ der PR-Agentur „Hell & Karrer” erstmals publik gemacht. Das Ziel: Das Enden des seit März 2020 bestehenden Stillstands der Ratifizierung.

Konkret heißt es: „Mit dieser Petition möchten wir eine Brücke bauen zwischen betroffenen Menschen und den Entscheidungsträger*innen und Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft. Denn allzu lange haben wir zugelassen, dass finanzielle Abhängigkeit und ungleiche Machtverhältnisse der Geschlechter Nährboden für Machtmissbrauch, Gewalt, Mobbing und Belästigung in der Arbeitswelt sind, die psychische, physische, soziale und auch wirtschaftliche Schäden zur Folge haben.“ 

Anzeige