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Weihnachten 2021

Die norwegische Post wagt sich mit mutiger Weihnachtsgeschichte auf neues Terrain

Schlussszene aus „Als Harry den Weihnachtsmann traf“ – © Posten

Während die Weihnachtskampagnen weltweit einen quasi geschlechtsneutralen Weihnachtsmann zeigen und vor allem in Deutschland die heile Familie eine immer noch sehr große Rolle spielt, zeigt die norwegische Post einen Santa, der durchaus sexuelle Gefühle hat.

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Auch in Norwegen werden die Geschenke vom Weihnachtsmann gebracht. Und auch dort kommt er durch den Kamin. Soweit ist alles wie immer. Dennoch ist in der aktuellen Posten-Weihnachtskampagne „Als Harry den Weihnachtsmann traf“ alles anders.

Im Zentrum der Kampagne steht ein Film, der einen schwulen Mann – Harry – über mehrere Jahre begleitet. Gleich in der ersten Szene stößt Harry auf den Weihnachtsmann, der in seiner Stube die Geschenke ablegt. Sie werfen sich einen langen und doch flüchtigen Blick zu, bevor der Weihnachtsmann wieder durch den Schornstein verschwindet und nichts als Staub zurücklässt. Aber der Weihnachtsmann hat Interesse an Harry. In den folgenden Jahren bauen sie, jeweils für nur eine Nacht, erst eine zaghafte, dann eine immer engere Beziehung zueinander auf. Harry beginnt, Sehnsucht zu empfinden, zu leiden.

Posten-Weihnachtsfilm

Man kann sehen, wie in der für viele so einsamen Zeit die Liebe wächst. Harry strahlt, wird kindlich in seiner Vorfreude auf das Fest. Er prüft sich selbst, schreibt einen ängstlichen Liebesbrief. Man meint direkt spüren zu können, wie Harrys Herz beim Anblick der Posten-Zustellerin – übrigens eine sehr gut gelungene Art, die Markenbotschaft in die Geschichte zu bringen – stillsteht, weil er sich einbildet, der Weihnachtsmann habe ihn zurückgewiesen.

In den insgesamt drei Minuten des Films, der Jahr um Jahr die Weihnachtszeit zeigt, wird die traumhafte und zugleich grenzwertige Qualität dieser Tage gezeigt. Jeder Moment scheint sich stets zu wiederholen: immer die gleichen Momente der Einsamkeit, die nahtlos in Zusammenkünfte, Schlafen und Wachen überzugehen scheinen. Und dann der Weihnachtsmann, den die Agentur POL „herausgearbeitet“ hat. Auf der einen Seite ist er der bekannt gönnerhafte, warmherzige Typ, wie die Kinder und damit auch die meisten Menschen ihn sehen wollen. Auf der anderen Seite ist er reif, anspruchsvoll und zur Sinnlichkeit fähig. Insofern fühlt sich die Schlussszene, in der sich Harry und der Weihnachtsmann küssen, auch nicht falsch an.

Hintergrund der Geschichte ist übrigens, dass Norwegen am 17. Juni 2022 den 50. Jahrestag der Abschaffung des Gesetzes feiert, das den Menschen gleichgeschlechtliche Liebe verbot. Und weil die norwegische Post seit Jahren in ihren Weihnachtsgeschichten einen anderen Weihnachtsmann in den Mittelpunkt stellt – eine Anthologie über sie fertigt –, lag der „neue“ Weihnachtsmann ziemlich nahe. Auch wenn das so nicht offiziell gesagt wird. „Wir haben bei Posten eine neue Tradition ins Leben gerufen, indem wir uns jedes Jahr mit einem großen Weihnachtsspot mit Weihnachtsinstitutionen und -folklore aus verschiedenen Blickwinkeln befassen“, so Monica Solberg, Marketingleiterin von Posten. „Und was könnte besser sein, als dem wütenden Weihnachtsmann vom letzten Jahr in diesem Jahr die pure Liebe folgen zu lassen?“

Credits:
Auftraggeber: Posten, Oslo, verantwortlich: Monica Solberg (Marketing Director); Agency: POL, Oslo, Rikke Sofie Jacobsen (Copywriter ), Pia Emilie Lystad (Art Director), Marius Eriksen (Account Director), Kristin E. B. Scheele (Account Manager), Ole Jacob Bøe Skattum (Design/Motion); Filmproduktion: B-Reel Films, Stockholm, Sacarias Kiusalaas (Regie), Anisa Dzindo (Producer), Tim Lorentzén (DOP), Rikard Åström (Executive Producer), Nils Andersson (Editor): Sound: Ponytail, Stockholm, Calle Budde Roos (Sound Designer); VFX/Grade: Tint, Stockholm, Oskar Larsson (Color); VFX: Haymaker, Göteborg; Online: Tint, Stockholm, Evelina Åström; Musik: Stockholm Music Gymnasium Youth Choir 22

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