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„Welt“-Journalist

Deniz Yücel neuer Präsident des PEN-Zentrums Deutschland

"Welt"-Journalist Deniz Yücel wird eine große Ehre zuteil – Foto: PEN Zentrum Deutschland

Auf der PEN-Mitgliederversammlung wurde der Journalist und Schriftsteller Deniz Yücel von den in der Frankfurter Paulskirche versammelten Mitgliedern zum Präsidenten des PEN-Zentrums Deutschland gewählt.

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Deniz Yücel übernimmt das Amt von Regula Venske, die es seit 2017 innehatte, zuvor vier Jahre als Generalsekretärin gedient hat und sich nicht mehr zur Wahl stellte. Als Mitglied des Boards von PEN International wird sie weiterhin für den PEN tätig sein.

„Ich bin sehr dafür, die intellektuelle, politische und kulturelle Auseinandersetzung mit den Feinden der offenen Gesellschaft zu führen, und bilde mir ein, dabei nicht zimperlich zu sein“, so der neue PEN-Präsident Yücel in seiner Rede vor den Mitgliedern des PEN in der Paulskirche.

Yücel arbeitet aktuell für die „Welt“. Sein Chef Ulf Poschardt gehört zu den Gratulanten.

Yücel war von Februar 2017 bis Februar 2018 ohne Anklageschrift im Hochsicherheitsgefängnis Silivri westlich von Istanbul inhaftiert. Erst nach langem politischen Tauziehen kam er frei und konnte ausreisen, gleichzeitig wurde Anklage erhoben.

Im Juli vergangenen Jahres war Yücel in Abwesenheit wegen Terrorpropaganda für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu rund zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Unter anderem vom Vorwurf der Volksverhetzung wurde Yücel freigesprochen. Sowohl Yücels Anwalt Veysel Ok als auch die Staatsanwaltschaft, die eine härtere Bestrafung forderte, legten Berufung ein. In dem Revisionsverfahren geht es um die dieselben „Welt“-Artikel, für die Yücel nun wieder belangt wird.

app/mit dpa

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