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Matrjoschka-Clip

SPD will kritisierten Wahlkampf-Spot gegen die CDU nicht nutzen

Screenshot: twitter.com/josefheynckes

In einem Wahlkampfspot hat die SPD frühere religiöse Positionen von Nathanael Liminski, Chef der nordrhein-westfälischen Staatskanzlei, aufgegriffen. Die CDU kritisierte das Video massiv. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in einem Interview nun versichert, dass der Clip nicht mehr genutzt wird.

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Die SPD zieht ihr vielfach kritisiertes Wahlkampf-Video zurück. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ versicherte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, dass der Clip nicht mehr verwendet werden soll. Er sagte: „Der Kampagnenleiter hat mir berichtet, dass der Spot nicht genutzt wird.“

Den umstrittenen Spot hatte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil auf einer Veranstaltung zur neuen SPD-Kampagne Anfang August präsentiert. In dem Video heißt es: „Wer Armin Laschet und die CDU wählt, wählt…“ Illustriert wird das mit einer Matrjoschka-Puppe, die bei jedem Kritikpunkt ein neues Gesicht aus der Union zeigt. An einer Stelle taucht das Gesicht von Nathanael Liminski auf, Chef der Staatskanzlei in NRW. Dann ist der Satz zu hören: „… erzkatholische Laschet-Vertraute, für die Sex vor der Ehe ein Tabu ist“ (MEEDIA berichtete). Der Clip spielt auf eine lange zurückliegende Äußerung des bekennenden Katholiken an, die dieser als eine „persönliche Entscheidung“ gerechtfertigt hatte.

Ein Anti-CDU-Spot und der Streisand-Effekt – ein Kommentar von MEEDIA-Redakteur Tobias Singer

Nach und nach mehrten sich die kritischen Stimmen, allen voran aus Reihen der CDU: Armin Laschet wunderte sich über die Methoden der SPD, der Unionskanzlerkandidat sprach von Angriffen im Wahlkampf, die es so in der Nachkriegszeit noch nicht gegeben habe, auch CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak stimmte mit ein. Er forderte, dass der Spot zurückgezogen werden sollte.

SPD-Kanzlerkandidat Scholz wehrt sich gegen die Kritik

Gegenüber der „NOZ“ hat Scholz sich auch gegen die massiven Vorwürfe gewehrt, die Partei würde mit dem Spot religiöse Bekenntnisse für den Wahlkampf missbrauchen. Die Lesart stimme nicht, „die SPD tritt immer für eine offene und tolerante Gesellschaft ein“, so Scholz. Auf die Frage, warum seine Partei vor einem Christen wegen seines Glaubens warne, antwortete Scholz: „Das tut niemand.“ Und weiter: „Unser Land und auch ich sind vom christlichen Glauben geprägt.“

Gegenüber der dpa versicherte eine SPD-Sprecherin, dass das nur ein Mal zum Kampagnenauftakt gezeigt worden sei. Ein weiterer Einsatz sei nicht vorgesehen gewesen. „Das war nie so geplant“, sagte sie der Nachrichtenagentur.

tb

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