Anzeige

Bundestagswahl 2021

Die Grünen verzichten (erstmal) auf Werbe-Experimente

Erstes Großflächenplakat, mit dem die Grünen für ihren Einzug ins Bundeskanzleramt werben – Foto: Die Grünen

Nach FDP, CDU und SPD haben nun auch die Grünen ihre Kampagne zur Bundestagswahl vorgestellt. Dabei setzen sie nicht nur auf ihre Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock und den Co-Vorsitzenden Robert Habeck, sondern vor allem auf grüne Themen.

Anzeige

Zu sehen sind zunächst vier Großflächenplakate, die in (fast) gleicher Größe Annalena Baerbock und Robert Habeck zeigen und die Themen „rund um die aktuell großen Aufgaben“ aufgreifen.

Eine weitere personelle Zuspitzung soll laut Grünen-Geschäftsführer Michael Kellner folgen. „Wir haben immer deutlich gemacht, es geht um eine Themenwahl. Es ist eine Richtungswahl“, so Kellner. Die Großflächen werden begleitet von Plakatmotiven, die einzelne Themen aufgreifen und als Visualisierung die Zielgruppe nutzen.

Neben der Printkampagne wird es Spots geben, die sich laut Kellner gerade in der Produktion befinden. Außerdem wollen die Grünen stark auf Social Media setzen und zu späterem Zeitpunkt eine Influencer-Kampagne starten.

Visuell einmal zurückgerudert

Die gesamte Kampagne kommt übrigens – von den Motiven und Headlines einmal abgesehen – im altbewährten Grünen-Look daher. Grüner Hintergrund, gelbe Sonnenblume. Womit sich der Auftritt tatsächlich von dem der beiden großen konkurrierenden Parteien unterscheidet, die entweder gefühlt abgekupfert oder versucht haben, das Rad neu zu erfinden. Allerdings hätte der Mut zu wirklich Neuem – wenn man denn schon damit wirbt, bereit zu sein – anders aussehen können. Schließlich hatte die Partei erst im April verlautbaren lassen, dass ihre Werbung zur Bundestagswahl „von der Breite der Gesellschaft aus gedacht“ sein soll und dazu Filme und auf Twitter ein Foto von Annalena Baerbock präsentiert, die frisch und neu waren. Das hat sich mit der jetzt gelaunchten Kampagne ziemlich nivelliert.

Zuständig für die Umsetzung ist übrigens wieder Neues Tor 1, die Inhouse-Agentur der Grünen. Deren Geschäftsführer Matthias Riegel hatte gleich zu Beginn seiner Arbeit an der Kampagne wohl schon geahnt, dass Look & Feel eher antiquarisch erscheint, als er sagte: „Vielleicht wird man rückblickend einen Unterschied zu vergangenen Kampagnen feststellen können.“

Anzeige