Anzeige

Folgen des iOS 14.5-Updates für Werbetreibende

Nur 4 Prozent der Apple-Nutzer erlauben nach iOS-Update Werbetracking – Facebook-Aktie unter Druck

iPhone-Käufer in China: Die Apple Stores eröffnen wieder © Apple

Eine Überraschung ist es kaum: Nachdem Apple Ende April ein Update seines mobilen Betriebssystems iOS ausgerollt hat, das Werbetracking per Grundeinstellung unterbindet, entscheidet sich eine überwältigende Mehrheit der Nutzer gegen die Weitergabe ihrer Daten. Facebook spürt den Gegenwind an der Wall Street und bricht regelrecht ein.

Anzeige

Mark Zuckerberg hatte zuletzt versucht, zur Veränderung der Tracking-Optionen auf iPhones und iPads Optimismus zu versprühen. „Wir werden in einer guten Position sein“, erklärte der Noch-36-Jährige, der am Freitag Geburtstag feiert, Ende März in einer Gesprächsrunde auf Clubhouse.

Und mehr noch: „Es ist möglich, dass wir in einer stärkeren Position sein werden, wenn Apples Veränderungen mehr Unternehmen ermutigen, mehr Geschäftsabwicklungen auf unsere Plattform zu verlagern“, frohlockte der Facebook-Chef noch und schickte die Aktie damit seinerzeit auf einen Höhenflug.

Flurry-Studie: Weltweit aktivieren nur 12 Prozent das Werbetracking auf iOS-Geräten

Knapp zwei Monate später scheint zumindest festzustehen, dass die Wall Street Zuckerbergs Zuversicht nicht teilt – im Gegenteil. Apples neues mobiles Betriebssystem 14.5, das das Werbetracking von Drittanbietern nicht mehr automatisch gestattet, sondern dafür eine Nutzereinwilligung verlangt, steht seit etwa zwei Wochen zum Download bereit – und die ersten Indikationen scheinen eindeutig.

Wie der Marktforscher Flurry nun in einer Untersuchung herausgefunden hat, waren lediglich vier Prozent der Apple-Nutzer in den USA bereit, das neue Tracking-Feature zugunsten der werbetreibenden App-Anbieter zu aktivieren („Opt-in“), wie das Apple-Blog MacRumors berichtet. Für App-Anbieter ist die Nachverfolgung der Nutzeraktivität auf anderen Webseiten Teil des Geschäftsmodells der personalisierten Werbung, die auf den Interessen des Nutzers beruht.

In anderen Worten: 96 Prozent der Nutzer freuen sich über die neu gewonnene Privatsphäre. Weltweit entschieden sich mit 12 Prozent zwar dreimal so viel für das Werbetracking wie auf dem amerikanischen Heimatmarkt, doch die Ablehnung zur Sammlung von Nutzerdaten erscheint insgesamt überwältigend.

Wall Street wird skeptischer

Für Facebook ist das eine denkbar schlechte Nachricht. Entsprechend reagierte die Aktie im heutigen Handelsverlauf mit Verlusten von mehr als vier Prozent. Der nach Amazon und Alphabet drittwertvollste Internetkonzern der Welt hat damit alle Zugewinne nach seiner starken Quartalsbilanz von vor zwei Wochen wieder abgegeben und notiert erneut deutlich unter der Bewertungsmarke von 900 Milliarden Dollar.

Der Mutterkonzern des weltgrößten Social Networks wurde heute zudem mit einer Abstufung an der Wall Street bedacht. So stuften die Citi-Analysten sowohl Facebook Inc. als auch Alphabet von „kaufen“ auf „halten“ zurück, wie der Finanzinformationsdienst CNBC berichtet.

Hintergrund ist die Entwicklung auf dem globalen Markt für Onlinewerbung , der zwar „robust“ wachsen, aber im laufenden Quartal möglicherweise nicht den übertrieben optimistischen Anlegererwartungen entsprechen würde. Anzeigeneinbußen im Zuge des iOS-Updates scheinen entsprechend möglicherweise noch nicht hinreichend eingepreist.

Anzeige