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Quartalsbilanz

Disney+ verzeichnet bereits 95 Mio. Abonnenten

Foto: Imago

Der wertvollste Medienkonzern der Welt bleibt Wall Street-Liebling. Auch mit der neusten Quartalsbilanz konnte die Walt Disney Company Anleger und Analysten überzeugen und erneut das Allzeithoch verbessern. Ein Grund: Disney+ wächst weiter rasant

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Während die Wall Street längst in der Post-Corona-Zeit angekommen scheint, bleiben die Belastungen durch die Pandemie beim wertvollsten Medienkonzern der Welt real. Im abgelaufenen letzten Kalenderquartal 2020, das bereits das erste des neuen Fiskaljahres ist, musste Disney erneut eine deutlich rückläufige Geschäftsentwicklung hinnehmen, auch wenn die ermäßigten Erwartungen übertroffen wurden.

Im Dreimonatszeitraum zwischen Anfang Oktober und Ende Dezember musste das Dow Jones-Mitglied im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut einen happigen Umsatzrückgang von diesmal 22 Prozent auf nunmehr 16,24 Milliarden Dollar hinnehmen. Zwölf Monate zuvor hatte Disney im vierten Kalenderquartal noch Umsätze von 20,87 Milliarden Dollar ausgewiesen. 

Damit übertraf der 97 Jahre alte Medienpionier dennoch die Konsensschätzungen der Wall Street, die noch bei Erlösen von 15,93 Milliarden Dollar gelegen hatten und einem Umsatzrückgang von 24 Prozent entsprochen hätten.     

Mini-Gewinn von 29 Millionen Dollar

Das Konzernergebnis litt unterdessen weiter unter den Einschränkungen des öffentlichen Lebens in der Corona-Pandemie – allen voran durch die vielfach geschlossenen Freizeitparks. Nach zwei Quartalsverlusten in Folge konnte Disney immerhin wieder schwarze Zahlen schreiben, wenn auch nur einen Mini-Gewinn von gerade mal 29 Millionen Dollar ausweisen.

Im Vorjahreszeitraum hatte Disney noch 2,12 Milliarden Dollar verdient; der Nettogewinn schrumpfte damit um rund 99 Prozent zusammen. Trotzdem fiel das Konzernergebnis mit einem Gewinn je Aktie von 32 Cent deutlich besser aus als von Analysten erwartet, die noch mit einem Minus von 41 Cent je Anteilsschein gerechnet hatten.

Freizeitparks weiter am schwersten von Corona-Folgen betroffen

Der Grund für die erwartet schwächere Geschäftsentwicklung ist erneut in der massiven Underperformance des Freizeitpark-Segments zu suchen. Weil die einträglichen Disneyland- und Disneyworld-Parks im vierten Kalenderquartal in vielen Teilen der Welt wegen des neuen Lockdowns weiter geschlossen waren und das noch relativ junge Geschäft mit Erlebniskreuzfahrten brutal von den Folgen der weltweiten Pandemie betroffen ist, gaben die Erlöse um 53 Prozent nach.

Die Umsätze verringerten sich von 7,58 Milliarden Dollar auf nunmehr nur noch 3,59 Milliarden Dollar, während sich die Vorjahresgewinne der Sparte von 2,53 Milliarden Dollar aktuell in einen operativen Verlust von 119 Millionen Dollar verwandelten.

Filmgeschäft weiter unter Druck, TV-Sparte stabil

Das klassische Filmgeschäft, das Disney nunmehr im Segment ‚Content Sales/Licensing and Other‘ zusammenfasst, geriet ebenfalls erneut massiv unter Druck. Verschobene Filmstarts belasten den Branchenpionier ebenso wie der Besucherrückgang in Kinos durch die Beschränkungen im öffentlichen Leben. Im Vergleich zum Vorjahresquartal gaben die Umsätze der Filmsparte wegen der Coronakrise erneut um mehr als die Hälfte von 3,91 Milliarden auf nur noch 1,70 Milliarden Dollar nach, während die operativen Gewinne gar um 76 Prozent auf 188 Millionen Dollar einbrachen.

Das Fernsehgeschäft mit ABC, National Geographic, ESPN und Spartenkanal FX hat sich in Zeiten von COVID-19 dagegen robust entwickelt. Im abgelaufenen Quartal verzeichnete Disney minimale Anzeigenzuwächse. Die TV-Sparte ‚Linear Networks‘ legte um 2 Prozent auf Umsätze von 7,69 Milliarden Dollar zu und lag damit über den Analystenschätzungen. 

Disney+ übertrifft Erwartungen erneut deutlich

Das große Wachstumssegment in Disneys Konzernbilanz ist dagegen der neu geschaffene Unternehmensbereich ‚Direct-to-Consumer & International‘, dessen Erlöse um 73 Prozent auf nunmehr 3,5 Milliarden Dollar anzogen. 

Maßgeblichen Anteil hat daran der erst vor einem Jahr gelaunchte Streaming-Dienst Disney+, der im vierten Kalenderquartal weitere 21 Millionen neue Abonnenten verbuchen konnte. Per Anfang Januar brachte es Disney+ somit bereits auf 94,9 Millionen zahlende Mitglieder – Analysten hatten lediglich mit 90,7 Millionen Abonnenten gerechnet. Zusammen mit dem Video-on-Demand-Service Hulu (39,4 Millionen) und dem Sportfernsehangebot ESPN+ (12,1 Millionen) bringt es Disney mittlerweile auf 146,1 Millionen Streaming-Abonnenten.

Obwohl CEO Bob Chapek verkündete, künftig keine weiteren Quartals-Updates zur Abonnentenentwicklung abzugeben, reagierte die Wall Street erneut positiv auf das neue Zahlenwerk des 97 Jahre alten Entertainment-Pioniers. Die Disney-Aktie, die sich zuletzt weiter im Aufwind befindet, zog auch im nachbörslichen Handel um weitere zwei Prozent auf ein neues Allzeithoch bei 195 Dollar an. 

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