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Quartalsbilanz

Die „New York Times“ verbucht bereits 7,5 Millionen Abonnenten

Die New York Times Headquarters in Manhattan © imago

Das ungebremste Digitalwachstum geht weiter. Im vierten Quartal 2020 konnte die amerikanische Renommierzeitung weitere 627.000 neue Digitalabonnenten hinzugewinnen. Allerdings stagnieren die Gesamtumsätze wegen rückläufiger Anzeigenerlöse.

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Im Dreimonatszeitraum von Anfang Oktober bis Ende Dezember – dem ersten vollständigen Quartal unter der neuen CEO Meredith Kopit Levien – legten die Umsätze der New York Times Company, bedingt durch die Folgen der Corona-Pandemie, nur marginal um eine Million von 508,4 Millionen Dollar auf nunmehr 509,4 Millionen Dollar zu.

Die Konsensschätzungen der Wall Street wurden damit erneut geschlagen. Analysten hatten im Vorfeld mit einem signifikanten Erlösrückgang gerechnet – nämlich durchschnittlich mit Umsätzen in Höhe von nur 502,8 Millionen Dollar.

Auch die Entwicklung des Konzernergebnisses lag über den Konsensschätzungen der Wall Street: Statt eines Gewinns je Aktie in Höhe von 36 Cent konnte der US-Verlag tatsächlich einen bereinigten Gewinn je Anteilsschein von 40 Cent ausweisen, der einem operativen Gewinn von 80,5 Millionen Dollar entsprach und damit um 3 Prozent über dem Vorjahresquartal liegt, als noch 78 Millionen Dollar verdient wurden. Netto jedoch gab der Konzerngewinn deutlich von 68 auf nur noch 10 Millionen Dollar nach.  

Digital-Abonnentenumsätze toppen erneut die Print-Abo-Erlöse

Die Lebensversicherung der “Gray Lady” bleibt das Abonnentengeschäft, das in den Wochen vor und nach der turbulenten US-Wahl weiter profitierte. Im vierten Quartal konnte die „New York Times“ weitere 627.000 neue Digitalabonnenten hinzugewinnen. Insgesamt bringt es die NYT damit bereits auf 6,69 Millionen Digital Only-Abonnenten bzw. 7,52 Millionen Abonnenten inklusive der Printausgabe.

Dank des Digitalbooms legten die mit Abonnements erzielten Erlöse im vierten Quartal in der Gesamtheit (Print und Online) um knapp 15 Prozent auf nunmehr bereits 315,79 Millionen Dollar zu. Digital wuchsen die Abo-Erlöse um knapp 37 Prozent auf bereits 167 Millionen Dollar und markierten damit einen historischen Meilenstein. Wie im Vorquartal lagen die digitalen Abonnentenumsätze über den Erlösen, die durch den Zeitungsverkauf erzielt wurden – und zwar deutlich, da die Print-Abo-Erlöse um knapp 3 Prozent auf 145,66 Millionen Dollar nachgaben.

Auch Digitalanzeigen mit leichtem Abwärtstrend

Die starken Abonnentenumsätze haben der „New York Times“ maßgeblich dabei geholfen, besser durch die Coronakrise zu navigieren als andere Medienunternehmen, deren Geschäftsmodell stärker von Werbeerlösen abhängig ist. Dass nämlich auch der Primus der Verlagsbranche in der Pandemie weiter unter rückläufigen Anzeigenbuchungen zu leiden hat, wird beim Blick auf die Entwicklung der Werbesparte deutlich. 

Der Rückgang der Anzeigenerlöse fiel mit einem Minus von knapp 19 Prozent auf nur noch 139,27 Millionen Dollar allerdings nicht mehr so massiv aus wie noch im Vorquartal, als der Einbruch mehr als 30 Prozent betragen hatte. Erstmals seit langer Zeit gab auch das digitale Anzeigengeschäft im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach – nämlich um rund 2 Prozent auf 90,1 Millionen Dollar.

Die Anzeigenerlöse im Printsegment erodierten dagegen um fast 38 Prozent auf 49,1 Millionen Dollar. Die mit Digitalwerbung erzielten Erlöse machen damit bereits fast 65 Prozent der gesamten Anzeigenerlöse aus, die wiederum nur noch 27 Prozent der gesamten Konzernerlöse ausmachen. Die seit Jahren mit Hochdruck vorangetriebene Transformation des Geschäftsmodells auf Abonnentenumsätze macht sich damit für die „NYT immer mehr bezahlt.

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