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Messenger-App

Telegram sperrt dutzende Kanäle wegen Gewaltaufrufen

Foto: imago images / ZUMA Wire

Die Messaging-App Telegram, die sich selbst als sichere Alternative zu WhatsApp positioniert, sperrt dutzende öffentliche Foren, in denen zu Gewalt aufgerufen wurde, berichtet CNN.

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In den letzten Tagen und Wochen stiegen die Nutzerzahlen von Telegram stark, wie der Gründer Pawel Durow kürzlich bekannt gab. In der ersten Januar-Woche habe der Messenger die Hürde von 500 Millionen monatlich aktiven Nutzern übertroffen. Durow führt diese Entwicklung auf das geänderte Nutzungsverhalten der Menschen zurück: „Menschen wollen nicht länger ihre Privatsphäre gegen kostenlose Dienste eintauschen.“ Knapp drei Prozent beziehungsweise 750.000 der neuen Nutzer stammen laut CNN aus den USA. Diese Entwicklung dürfte mit Sicherheit mit der Bann-Welle sozialer Netzwerke zutun haben. Sowohl Twitter und Facebook als auch diverse andere Plattformen sperrten nach Gewaltausschreitungen in und am Kapitol die Accounts des noch amtierenden Präsidenten Donald Trump (MEEDIA berichtete).

Telegram wird immer beliebter

Anhänger schauten sich nach Alternativen um. Der von vielen Fans benutzte Twitter-Klon Parler ist bereits vorübergehend vom Netz, Grund hierfür ist die beendete Kooperation von Amazon Web Services (AWS) mit dem umstrittenen Netzwerk (MEEDIA berichtete). Gut möglich, dass Telegram als neuer Kommunikationskanal herhalten soll, in der Vergangenheit ist die App zu einem Sammelbecken sogenannter Querdenker geworden.

Aufrufe zu Gewalt auf dem Messenger

Jetzt sieht sich die Plattform jedoch mit Problemen konfrontiert. Wie der amerikanische Nachrichtensender CNN berichtet, kam es in diversen öffentlichen Foren zu Gewaltaufrufen. Telegram habe bereits dutzende dieser Foren gesperrt, allerdings tauchen immer wieder neue auf, die bewusst versuchen, Moderatoren der Plattform hinters Licht zu führen. CNN schreibt von einem „Katz-und-Maus-Spiel“.

Im Jahre 2013 wurde der Messenger Telegram, der in seinem Aufbau WhatsApp sehr ähnlich ist, von den Brüdern Nikolai und Pawel Durow gegründet. Vorher riefen die beiden bereits die in Russland sehr beliebte Facebook-Alternative VK-Kontakte ins Leben. In den letzten Monaten ist die App zusehend von Kritikern der Corona-Maßnahmen in Beschlag genommen worden, verschiedene Verschwörungserzähler, darunter der Koch Attila Hildmann oder Schlagersänger Michael Wendler, betreiben dort eigene Gruppen mit zehntausenden Mitgliedern, in denen sie angebliche Lügen der Corona-Politik „aufdecken“.

In vielen der Gruppen und Foren, die bereits von Telegram abgeschaltet wurden, kam es laut CNN zu extremistischen und rassistischen Aussagen. Gegenüber dem Sender äußerte sich der Telegram-Sprecher Remi Vaughn. Dieser betonte, dass die App friedliche Diskussionen gerne aufnimmt, aber öffentlich zugänglichen Content löscht, der zu Gewalttaten aufruft.

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