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IPO des Jahres

Airbnb strebt Börsengang zu Bewertung von bis zu 35 Milliarden Dollar an

Das Jahr geht auf die Zielgerade, doch das Beste kommt zum Schluss – zumindest an der Wall Street. In den nächsten zwei Wochen dürfte mit Airbnb eines der Vorzeigeunternehmen der Sharing Economy an der Börse debütieren – und das zu einer weitaus höheren Bewertung als in der Corona-Pandemie angenommen

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Die Börsenampeln stehen auf Grün. Seit einem Dreivierteljahr steigen die Notierungen an den Weltbörsen höher. Zunächst beflügelte der Ausbruch des Coronavirus die sogenannten „Stay-at-Home“-Aktien zu ungeahnten Höhen, dann sorgte die Aussicht auf einen Impfstoff für eine Wiederbelebung bei all jenen Unternehmen, die besonders unter der Pandemie gelitten hatten.   

Die Hoffnung auf Aussicht der Normalisierung des Lebens spielt nun auch einem der wertvollsten privat geführten Unternehmen in die Karten, das seit Jahren als Vorzeige-Startup der sogenannten „Sharing Economy“ gilt: Airbnb. Der 2008 gegründete digitale Zimmervermittler reichte im November nach mehr als einem halben Jahr in der Warteschleife seinen Antrag auf Börsenzulassung ein.     

Airbnb verlor 2020 fast 700 Millionen Dollar in drei Quartalen

Über weite Strecken hatte Airbnb in diesem Jahr unter den Folgen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Shut- und Lockdowns gelitten. Urlaubsreisen fielen aus – und damit Millionen von Buchungen. Wie sehr das von Brian Chesky geführte Internetunternehmen aus San Francisco die Folgen von Covid-19 zu spüren bekam, macht ein Blick auf die 9-Monatsbilanz deutlich.

In den ersten drei Quartalen musste der Online-Vermittler von Wohnungen und Häusern einen Umsatzrückgang um 32 Prozent von 3,7 auf nur noch 2,5 Milliarden Dollar hinnehmen. Der notorisch defizitäre Internetplattform-Betreiber verdoppelte zudem seine Verluste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in den ersten drei Quartalen auf happige 697 Millionen Dollar. 

Airbnb hebt angepeilte Bewertung an

Ungünstiger könnten die Kennziffern für einen Börsenkandidaten in spe eigentlich kaum ausfallen. Doch 2020 ist bekanntlich alles anders – erst recht an den Kapitalmärkten. Die Wall Street orientiert sich längst an der Post-Corona-Zeit, in der Airbnb wieder zur hoch gewetteten Wachstumsstory werden dürfte, so offenbar die Erwartung von Investoren. 

Weil die Nachfrage nach Anteilsscheinen unmittelbar vor dem IPO so groß ausfällt, hat sich Airbnb nun dazu entschlossen, die beim Börsengang angestrebte Bewertung nach oben anzupassen. Wie der Finanzinformationsdienst CNBC berichtet, strebt der digitale Zimmervermittler nunmehr eine Bewertung von bis zu 35 Milliarden Dollar an. Aktien werden interessierten Investoren in einer Spanne von 44 bis 50 Dollar angeboten. Airbnb will beim IPO zumindest 2,5 Milliarden Dollar frische Mittel erlösen.

Bewertungsabsturz auf 18 Milliarden Dollar in Corona-Pandemie 

Die angestrebte Bewertung lieht deutlich über dem höchsten Niveau, das Airbnb 2017 am Sekundärmarkt aufgerufen hatte. Seinerzeit wurde der Star der Sharing Economy im Rahmen einer Finanzierungsrunde noch mit 31 Milliarden Dollar bewertet. Im Zuge der Corona-Pandemie geriet Airbnb jedoch in erhebliche Turbulenzen, die zu einer Entlassung von gleich einem Viertel der Belegschaft führte.

Nach zusätzlichen Krediten von einer Milliarde Dollar am Private Equity-Markt wurde Airbnb im Frühjahr kurzzeitig nur noch mit 18 Milliarden Dollar bewertet.  Von diesem Bewertungsabsturz hat sich das 12 Jahre alte Internetunternehmen analog zur Entwicklung der Kapitalmärkte nunmehr schnell erholt.   

Bereits in 100.000 Städten auf der Welt präsent

Gegründet wurde Airbnb im August 2008 von den Studenten Brian Chesky und Joe Gebbia in San Francisco. Der Name ist Programm: „Airbed and Breakfast“ heißt die Langfassung, Luftmatratze und Frühstück also.

„Der Zugang ist wichtiger als der Besitz“, beschrieben die Gründer einst ihr Mission Statement. Inzwischen bietet Airbnb Zimmer in 220 Ländern und über 100.000 Städten an: Durch die mittlerweile sieben Millionen Inserate wurden inzwischen bereits 500 Millionen Menschen rund um den Globus eine Unterkunft vermittelt.

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