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Gemeinsame Sache

Walmart macht bei Microsofts Tiktok-Gebot mit

Foto: Pixabay

Der amerikanische Supermarkt-Riese Walmart macht nun gemeinsame Sache mit Microsoft. Zusammen wollen sie das US-Geschäft der populären Video-App Tiktok übernehmen. Teil des Plans dabei ist, die App als Plattform für Online-Verkäufe zu nutzen.

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Die Integration von E-Commerce und Werbung bei Tiktok sei von Vorteil für Nutzer und Video-Autoren, erklärte Walmart in einer Stellungnahme dem Sender CNBC und dem Finanzdienst Bloomberg. Walmart glaube, dass eine Partnerschaft mit Microsoft rund um Tiktok in den USA dem Konzern einen wichtigen Weg geben könnte, um Verbraucher zu erreichen und auch eine Plattform für andere Händler aufzubauen. Walmart konkurriert im Online-Handel in den USA mit dem Branchenprimus Amazon.

Auf den ersten Blick mag Walmart ein unerwarteter Sekundant an der Seite von Microsoft sein. Der Einzelhandelskonzern betreibt 11.600 Filialen und beschäftigt über zwei Millionen Mitarbeiter. Damit ist Walmart der größte Arbeitgeber der Welt.

Seit acht Jahren arbeitet der Konzern massiv an seiner Digitalisierungsstrategie. Einige Filialen werden bereits vollständig von Kameras „ausgeleuchtet“ und die daraus generierten Daten haben nahezu eine ähnliche Qualität wie die aus dem Tracking im Online-Store, nur dass sich die Daten am physischen Point of Sale noch besser an Marken und Hersteller vermarkten lassen.

Mit automatischen Kameras erkennt Walmart auch, ob Regale leer sind und wieder befüllt werden müssen – Foto: Walmart

Gleichzeitig folgt Walmart mit diesem Schritt dem Trend, dass die Inspiration und Awareness zu Onlinekäufen inzwischen klar von Social Media dominiert wird. „Wir glauben, dass die Zusammenarbeit mit TikTok und Microsoft ein wichtiger Schritt ist, um Omnichannel-Kunden zu erreichen“, heißt es in der offiziellen Pressemeldung zum TikTok-Engagement. Der kometenhafte Aufstieg von Shopify ist nicht zuletzt der guten Integration in Instagram zu verdanken. Alle großen Social Media Plattformen haben eigene Tools für den direkten Verkauf von Produkten und bauen diese stetig aus. „Die Zeiten sind vorbei, wo man mit viel Content auf der eigenen Shop-Seite punkten kann“, erläutert Marcus Diekmann, der den Shop von Rose-Bikes gerade zur Branchenplattform umbaut und auch von Borussia Dortmund als E-Commerce-Berater verpflichtet wurde. „Die Inspiration findet in Social Media statt“.

Wie eine Integration zwischen Social Media und E-Commerce funktionieren kann, hat Walmarts Erzfeind Amazon vorgemacht. Fast auf den Tag genau vor sechs Jahren kaufte die Bezos-Company den Streaming-Dienst Twitch für knapp eine Milliarde Dollar. Zunächst hatte der Schritt Kopfschütteln ausgelöst, da Twitch damals nur in der Gamer-Szene eine Rolle spielte. Amazon hat es verstanden, über ein kluges Affiliate-System die Streamer dazu zu bewegen, Produkte auf Amazon zu verkaufen. Inzwischen ist Twitch eine feste Größe im Streaming-Business und wird weit über die Gamer-Szene und E-Sports hinaus zur Übertragung von Live-Inhalten verwendet. Der Deutschlandfunk fragte im März, ob Streaming-Plattformen wie Twitch die „Lebensretter“ der Live-Musiker in Corona Zeiten sind.

Microsoft verhandelt derzeit über einen Kauf des Tiktok-Geschäfts

Tiktok gehört zum chinesischen Bytedance-Konzern. US-Präsident Donald Trump hatte amerikanischen Firmen und Bürgern Geschäfte mit Tiktok untersagt, das Verbot soll Mitte September greifen. Ohne einen Verkauf droht Tiktok damit das Aus in den USA. Trump bezeichnet Tiktok als Sicherheitsrisiko, weil über die App chinesische Behörden Zugriff auf Daten von Amerikanern bekommen könnten. Tiktok und Bytedance wiesen den Vorwurf zurück und zogen diese Woche vor Gericht.

Microsoft verhandelt derzeit über einen Kauf des Geschäfts von Tiktok in den USA sowie Kanada, Neuseeland und Australien. Auch der Software-Konzern Oracle soll laut Medienberichten gemeinsam mit mehrere prominenten Start-up-Investoren an Tiktok interessiert sein.

mit Material der dpa

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