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Neue Führungsstruktur bei Funke

Sprecher der Geschäftsführung wechselt im rollierendem Verfahren

Funke-Geschäftsführer Christoph Rüth –  Foto: Funke Mediengruppe

Die Führungskrise bei der Funke Mediengruppe ist vorerst abgewendet. Das Essener Medienhaus wird von einem dreiköpfigem Management geleitet, wobei in einem rollierendem Verfahren jeder zeitweise die Rolle des Sprechers der Geschäftsführung bekommen soll. Ob das lange gut, wird sich zeigen.

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Die Verlegerin Julia Becker wendet eine Führungskrise bei der Funke Mediengruppe ab. Künftig wird das Verlagshaus von einem dreiköpfigen Management geleitet, wobei in einem rollierendem Verfahren jeder zeitweise die Rolle des Sprechers der Geschäftsführung bekommen soll. Damit verhindert die Aufsichtsratschefin, dass die Ernennung von Christoph Rüth als Nachfolger von Ove Saffe als Zeitungschef in einem Eklat endet. 

Was war passiert? Becker soll den früheren Madsack-Manager Rüth den Posten des Sprechers der Geschäftsführung versprochen haben, um ihn nach Essen zu locken. Doch die Position hat bereits der frühere Bauer-Manager Andreas Schoo inne. Hätte Becker nun Rüth die Sprecher-Rolle übergeben, wäre Schoo abgekanzelt worden. Er hätte möglicherweise sein Posten geräumt. Erneut müsste sich Becker um einen neuen Manager bemühen – diesmal für die Magazinsparte.

Kompetenzgerangel könnte den gesamten Konzern lähmen

Nun soll jeder der Geschäftsführer zeitweise die Sprecherrolle übernehmen. Zunächst hält Schoo die Position weiterhin inne. Danach sollen Rüth, der zum 1. Oktober in Essen anfängt, und Finanzchef Michael Wüller folgen. Wie lange Schoo die Sprecherrolle vorerst weiter behält, ist unklar. Dazu macht der Verlag in einer jetzt verbreiteten Pressemitteilung keine Angaben. Funke erhofft sich durch die neue Konstruktion in der Geschäftsführung Vorteile: „Durch die straffe Bündelung der Kompetenzen bei gleichzeitiger Teamarbeit der drei Geschäftsführer in der Schnittmenge von Innovation, Kooperation und Konsolidierung setzt das Unternehmen auf neuen Wertzuwachs“, teilt Funke mit.

Ob das allerdings gut geht, wird intern bezweifelt. Denn dadurch besteht die Gefahr, dass es bei notwendigen Entscheidungen zu einem Kompetenzgerangel innerhalb der Geschäftsführung kommt. Dies könnte den gesamten Konzern lähmen. Das kann sich das Verlagshaus aber eigentlich nicht leisten. Denn die Branche der Tageszeitungen steht durch die Covid-Krise vor einer ungewissen Zukunft. Noch ist nicht zu erkennen, ob die rückläufigen Werbeumsätze zum alten Niveau zurückfinden. Es ist deshalb wichtig, dass das Unternehmen schnell und jederzeit auf mögliche Veränderungen reagiert. Hickhack in der Geschäftsführung kann das Unternehmen da nicht gebrauchen, heißt es in unternehmensinternen Kreisen.

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