Anzeige

Boykott #StopHateforProfit

Bürgerrechtsbewegung enttäuscht von Facebook-Treffen

Mark Zuckerberg wird von der Boykott-Bewegung #StopHateforProfit unter Druck gesetzt

Mark Zuckerberg wird von der Boykott-Bewegung #StopHateforProfit unter Druck gesetzt. Jetzt gab es das erste Gespräch zwischen Facebook und Vertretern der Bürgerrechtsbewegung.

Anzeige

Am Dienstag kam es zum ersten Treffen zwischen Facebook und Vertretern der Boykottbewegung #StopHateforProfit. In dem mehr als einstündigen Zoom-Call tauschten sich Mark Zuckerberg, Co-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg und weitere Facebook-Fürhungskräfte zu den Fragen der Bürgerrechtsbewegungen rund um Hatespeech, Fake-News und Rassismus auf den größten Netzwerk der Welt aus. Mit unbefriedigendem Ausgang für die Initiatoren des Boykotts. Für Rashad Robinson, Präsident der Bürgerrechtsgruppe Color of Change, war das Treffen „eine Enttäuschung“. In einer Pressekonferenz nach dem Gespräch mit Facebook erklärte Robinson, dass Facebook eine gute Note allein für das Erscheinen erwartet hätte. Aber das „alleine ist nicht genug”.

Alte Argumente gegen neue Forderungen

In Bezug auf die 10 Forderungen der Bürgerrechtsbewegungen sei man nicht weitergekommen. Zuckerberg und Sandberg stimmten zwar zu, eine Position für einen Vertreter der Bürgerrechtsbewegung einzuräumen, aber in den anderen Punkten – regelmäßige Überprüfung des Netzwerks in Bezug auf Hatespeech und Falschinformation, rassistische Gruppen löschen, Entschädigung für Werber, deren Anzeigen neben Hatespeech erschien – gab es kein Vorankommen. (Hier sehen Sie alle zehn Forderungen) Stattdessen habe Facebook die gleichen alten Argumente angeführt, „um zu beruhigen ohne die Forderungen zu erfüllen“, sagte Jessica J. González, Geschäftsführerin der Interessenvertretung „Free Press“, die ebenfalls bei dem Gespräch Anwesen war. 

#StopHateforProfit

Facebook sieht sich seit längerem in der Kritik für den laxen Umgang mit Hatespeech, Fake-News und Rassismus in dem Netzwerk. Während Konkurrent Twitter bereits dazu überging, fragwürdige Tweets mit Warnhinweisen zu markieren und Fake-Accounts zu löschen, sind den Bürgerrechtsbewegungen die Maßnahmen, die Facebook ergriffen hat, zu wenig. In der Folge wurde der Boykott-Aufruf „StopHateforProfit“ ins Leben gerufen, der Firmen dazu auffordert, mindestens für den Monat Juli ihre Werbegelder auf den Facebook-Netzwerken einzufrieren. 

Inzwischen nehmen mehrere hundert Firmen an dem Protest teil, darunter Giganten wie Levi’s, Coca-Cola und Unilever. Aber auch der Protest der Firmen wird unter die Lupe genommen. In seinem MEEDIA-Leitartikel sieht Lukas Klaas in dem Boykott eher eine peinliche Maskerade. Andere erheben den Vorwurf, die Unternehmen betrieben „Bluewashing“ und beteiligten sich vordergründig an dem Protest, um von eigenen Problemen abzulenken. (Lesen Sie dazu den ausführlichen MEEDIA-Beitrag)

Anzeige