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Messenger in der Corona-Krise: Die Rockstars der Kommunikation

Matthias Mehner MessengerPeople

Matthias Mehner, CMO MessengerPeople Foto: MessengerPeople

Corona wirkt aktuell wie ein Turbo für die Verbreitung von WhatsApp und Co. bei deutschen Unternehmen, aber auch bei Behörden und Medien. Der Einsatz von Messenger-Diensten kann sogar Leben retten, wie ein Beispiel zeigt. Nach Corona bietet er vor allem einen guten Kanal zu Kunden

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Ein Gastbeitrag von Matthias Mehner, CMO MessengerPeople

„Every Company is a media Company“ – um hier gleich mal mit einem Buzzword anzufangen. Die letzten Jahre waren stark (meiner Meinung nach: zu Recht) vom Thema Content in der Kommunikation geprägt. Immer mehr Unternehmen strebten erfolgreich danach, wie Medien zu agieren, sogar wie Medien zu funktionieren. Mit eigenen Redaktionen schufen sie – v.a. im Social Web – beeindruckende Reichweiten, die so manches traditionelles Medienangebot alt aussehen ließ. Wer seine eigene Reichweite hat, kann schnell und direkt kommunizieren. Ein Trend, den die meisten öffentlichen Institutionen leider verschlafen haben. Hier regierte immer noch der gute alte Presseverteiler und bestenfalls die eigene Homepage. „Wir sehen zurzeit keinen Bedarf für den Ausbau unseres digitalen Angebots“, hörte ich öfters aus Rathäusern, Staatskanzleien und anderen öffentlichen Einrichtungen.  

Die Folgen des Corona-Virus haben diese Lage radikal verändert. Auf der einen Seite erleben wir eine (vorübergehende?) Wiederauferstehung von TV, Radio und Zeitungen – auf der anderen Seite: die Geburtsstunde professioneller digitaler Kommunikation im öffentlichen Sektor. 

Landräte, Behördenleiter und Virologen sind die neuen Rockstars der Kommunikation! 

Was lange Zeit als absolutes Manko galt, wird jetzt vorbildlich umgesetzt. Schnelle, direkte und transparente Kommunikation mit dem Volk. Ich beobachte Politiker, die sonst nur zu Wahlkampfzeiten (und dann üblicherweise am Infostand auf dem Stadtplatz) kommuniziert haben. Und ich erlebe Funktionäre und Experten – die ich, by the way, für ihre Geduld bei der hundertsten Beantwortung derselben Frage sehr bewundere. Allen voran im Kommunikationsmarsch spaziert etwa der Virologe Professor Christian Drosten, der es mit seinem NDR Info Podcast “Coronavirus Update” wohl auf mittlerweile 15 Mio. Podcast Hörer bringt. „Every Virologe is his own media company.“ 

Der NDR setzt verstärkt auf Messenger für die Verbreitung seines Podcasts – und erzielt damit durchweg positives Feedback. „Mit der Entwicklung von Corona zur Pandemie ist das Informationsbedürfnis der Bevölkerung noch einmal gestiegen. Unsere Abonnenten-Zahlen für den Messenger-Service sind in den vergangenen 4 Wochen auf über 20.000 Nutzer angestiegen“, sagte mir Nils Kinkel, Redakteur beim NDR Info Radio und zuständig für Innovation. „Die Nachfrage für einen solchen Service ist sehr groß. Messenger werden für uns auch in Zukunft wichtig sein.“

Corona ist ein Turbo für Messenger Kommunikation

Corona wirkt aktuell wie ein Turbo für die Verbreitung von WhatsApp und Co. bei deutschen Unternehmen, aber auch bei Behörden und Medien. Laut einer repräsentativen Umfrage von YouGov und MessengerPeople zum Thema „Corona und Mediennutzung“ kommunizieren 80 Prozent der Deutschen mit Freunden und Familie in diesen Zeiten über Messenger Apps. Und auf die Frage „Über welche Kanäle wünschen Sie sich, zum Thema Corona auf dem Laufenden gehalten zu werden?“ landet auf Platz Eins das klassische Fernsehen, gefolgt vom Radio und der Tageszeitung. Bei den digitalen Informationskanälen haben Messenger wie WhatsApp die Nase vorne. Mehr als jeder Fünfte wünscht sich, sich via Messenger über die aktuelle Situation informieren zu können. Damit laufen Messenger-Apps den klassischen Social-Media-Kanälen tatsächlich den Rang ab. 

Mit WhatsApp ist es etwas kompliziert

Messenger sind also der beliebteste digitale Informationskanal in der Krise. Schade nur, dass gerade die Facebook Inc. diese Entwicklung boykottiert. Während das soziale Netzwerk eher mit Fakenews, Kontosperrungen und algorithmischen Reichweiten-Beschränkungen von sich reden macht, hätten die zwei hauseigenen Messenger mehr Potential: Wer schnell, direkt und Algorithmus- / Spamfilter-frei kommunizieren wollte, setzte die letzten Jahre stark auf WhatsApp Newsletter. Aber Facebook entschied sich (bereits Ende letzten Jahres bei WhatsApp und seit Anfang März auch für den Messenger), die Push-Kommunikation per Newsletter nicht mehr zu unterstützen. Klar, Facebook verdient mit dem Verkauf von Reichweite sein Geld, und Algorithmen helfen dabei wunderbar! Von Facebook unabhängige Gratis-Angebote mit bis zu 90 Prozent Öffnungsrate sind nicht unbedingt im Sinne von Zuckerberg und Co. 

Andere Messenger zeigen sich als Wunderkinder

So hat sich die Push-Messenger-Kommunikation verlagert. Um heute Leser, Zuschauer, Kunden aber eben auch Bürger zu erreichen, setzen viele inzwischen auf Alternativen. Auf Telegram, einen international beliebten Messenger mit circa 8 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland, vertrauen besonders Medien mit einer eher digital- und technikaffinen Zielgruppe. Parteien, Behörden und die Landesregierungen des Saarlandes und Bayerns setzen unter anderem auf die App Notify. (Disclaimer: Die Anwendung ist eine Benachrichtigungs-App der Firma MessengerPeople. Der Autor ist CMO dieser Firma) Dabei handelt es sich um eine in Bayern entwickelte App, die nach deutschen Datenschutz- und Sicherheitsstandards ohne Datensammeln und Werbung auskommt. „Gerade jetzt ist es uns besonders wichtig, nicht nur über digitale Angebote zu sprechen, sondern sie auch so schnell wie möglich umzusetzen. Wenn wir erwarten, dass sich die Menschen im Saarland aus verlässlichen Quellen informieren, müssen wir diese Quellen auch bereitstellen“, erklärt Saarlands Regierungssprecher Alexander Zeyer den Schritt. 

Aber was geht mit WhatsApp? 

Auch wenn das Thema Push-Kommunikation nicht mehr erlaubt ist, heißt das noch lange nicht, dass der mit Abstand beliebteste Messenger der Deutschen als Informationskanal aus dem Spiel ist. In Zeiten von überlasteten Hotlines, Callcentern ohne Homeoffice-Möglichkeiten und chronischem Personalmangel kann der Einsatz von WhatsApp Leben retten.  

So können sich zum Beispiel Bürger auf der ganzen Welt bei der World Health Organization (WHO), dem Bundesministerium für Gesundheit, aber auch bei den Regierungen in Brasilien, Indien und Großbritannien per WhatsApp schnell und direkt informieren. 

Hier arbeiten rund um die Uhr virtuelle Assistenten oder Chatbots, die bis zu 90 Prozent aller Anfragen geduldig, kompetent und in Echtzeit beantworten.  Vielleicht sollten unsere Virologen und Landräte auch einen Chatbot nutzen, damit sie mehr Zeit für das Wesentliche haben: die Bekämpfung dieses verdammten Virus.

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