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Coronavirus-Crash kostet Apple, Microsoft & Co. eine halbe Billion Dollar an Bewertung – auch Disney leidet

Techbörse unter Druck: Amazon leidet mit anderen GAFAM-Aktien  © Nasdaq / Facebook
Techbörse unter Druck: Amazon leidet mit anderen GAFAM-Aktien © Nasdaq / Facebook

Die rapide Ausbreitung des Coronavirus hält die Welt in Atem – und die Weltbörsen. Nachdem die Märkte die Folgen von Covid-19 überraschend lange ignoriert hatten, schalteten Anleger in den letzten Tagen in den Verkaufsmodus. Besonders betroffen: hoch bewertete Technologie- und Internetunternehmen wie Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Facebook, die zuvor noch so gut performt hatten. Auch Medienaktien leiden – allen voran Disney.

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Die schlechten Nachrichten kommen im Stundenrhythmus. Eine explosionsartige Coronavirus-Ausbreitung in Südkorea, im Iran und in Italien, erste Fälle in Spanien, Kroatien, Österreich, der Schweiz und nun auch in Deutschland außerhalb von Bayern, in Baden-Württemberg und Köln.

In den USA warnte unterdessen die Gesundheitsbehörde CDC, dass sich die Lungenkrankheit in den USA ausbreiten werde.  “Es ist inzwischen weniger eine Frage, ob das noch geschehen wird, sondern eher eine Frage, wann genau das passieren wird”, erklärte die US-Behörde am Abend deutscher Zeit.

GAFAM-Aktien verlieren mehr als halbe Billionen Dollar

Die Einschätzung beschleunigte die Talfahrt an den US-Börsen. Wochenlang haben die Kapitalmärkte die Ausbreitung von Covid-19 beharrlich ignoriert, obwohl die Anzeichen der Folgen für die Weltwirtschaft nicht zu verkennen waren – Apple hatte vor einer Woche eine Umsatzwarnung für das laufende Quartal herausgegeben, Alibaba hatte die Folgen ebenfalls adressiert, während die weltgrößte Mobilfunkmesse, der Mobile World Congress am vergangenen Wochenende abgesagt wurde.

Erst seit drei Handelstagen reagieren die Weltbörsen auf die neue Realität, die das Coronavirus geschaffen hat – dafür jedoch in den Ausschlägen umso heftiger. Seit dem Auftreten des Virus im Januar haben die fünf wertvollsten Technologie- und Internetunternehmen, die unter dem Akronym GAFAM gebündelt sind, zusammen bereits mehr als eine halbe Billion an Börsenwert eingebüßt.  Das Minus fällt wie folgt aus:

Apple: – 12 Prozent
Microsoft: – 12 Prozent
Facebook: – 12 Prozent
Amazon: – 10 Prozent
Alphabet: – 9 Prozent

Gemessen an den historischen Höchstkursen, die die GAFAM-Unternehmen allesamt im Januar oder Februar vor oder nach den jüngsten Quartalsbilanzen aufgestellt haben, erscheint die Kurskorrektur noch nicht außergewöhnlich – vor allem nicht nach dem sehr starken Vorjahr, in dem  Apple, Microsoft, Amazon, Alphabet und Facebook allesamt deutliche Kursgewinne verbucht haben.

Tech-Fondsmanager rechnet mit 20 Prozent-Kurskorrektur
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Allerdings stellt sich für Fondsmanager und Analysten die Frage, ob der Ausverkauf schon nach dem jüngsten Kursrutsch enden könnte und inwieweit eine längere Produktionsverzögerung in China, die vor allem Apple betrifft, bereits eingepreist ist.

“Eine Quittung ist überfällig, und ich glaube, der exogene Faktor, der die Aktien nach unten zieht, ist das Coronoavirus”, sieht Investor Paul Meeks, der in der Dot.com-Ära vor zwanzig Jahren einst den größten Tech-Fonds der Welt managte, Ungemach auf die Branche zukommen. Meeks, der heute Portfoliomanager bei Independent Solutions Wealth Management ist, rechnet mit einer Kurskorrektur von mindestens 20 Prozent.

Auch Disney unter Druck

Synchron zum Abverkauf an den Weltbörsen setzten auch einzelne Medienaktien zum Kurssturz an. Vor allem Branchenprimus Disney etwa leidet gleich doppelt: Einerseits musste der wertvollste Medienkonzern der Welt seine einträglichen Disneyland Themenparks in Shanghai und Hongkong bereits im Januar schließen, während andere asiatische Destinationen wie Tokio unter dem Besucherschwund durch das Coronavirus leiden.

Anderseits ist der Start von aufwendigen Filmproduktionen wie das Remake von “Mulan”, das speziell für den chinesischen Markt produziert wurde, angesichts des nationalen Shutdowns nun vollkommen unklar. Anleger haben den amerikanischen Mediengiganten seit Jahresbeginn dafür mit einem Minus von 13 Prozent abgestraft.

Streaming-Pionier Netflix dagegen musste lediglich in der vergangenen Handelswoche mit dem breiten Markt um 7 Prozent Federn lassen, liegt seit Jahresbeginn aber um mehr als 10 Prozent vorne. Der neu fusionierte TV-Pionier ViacomCBS (CBS, MTV) kam unterdessen allein in der vergangenen Woche um 29 Prozent unter die Räder, woran allerdings die jüngsten enttäuschenden Quartalszahlen und die Pläne zum neuen Streamingdienst maßgeblichen Anteil hatten.

 

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