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Star-Aufgebot und Serien-Offensive: TVNow stellt elf neue Produktionen vor

Macher und Protagonisten der neuen TVNow-Produktionen Foto: TVNOW / Andreas Friese

Synergien, Stars und Spin-offs: Das RTL-Angebot TVNow stärkt sein Profil im deutschen Streaming-Markt. Elf ambitionierte neue Serienproduktionen sollen die Abo-Zahlen in die Höhe treiben.

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Von Martin Jahrfeld  

Der Streaming-Anbieter TVNow geht in die Entertainment-Offensive. Mit elf neuen Eigenproduktionen im Serienformat will das RTL-Unternehmen in den kommenden Jahren seine Position im Streaming-TV-Markt erheblich ausbauen. „Wir meinen es ernst und setzen verstärkt auf Fiction. In den neuen Serien wollen wir Charaktere zeigen, an denen die Menschen andocken können“, erklärte Co-Geschäftsleiter Henning Tewes bei der Vorstellung der Serienformate in Berlin.

Reihenweise bekannte TV-Größen

Das Unternehmen setzt bei den neuen Produktionen mehr denn je auf die Strahlkraft bekannter TV-Größen. Zu den Darstellern in den Serien zählen prominente Namen wie Christoph-Maria Herbst, Iris Berben, Heiner Lauterbach, Alexandra Maria Lara und Walter Sittler. Auf der kreativen Ebene sollen renommierte Produzentengrößen wie Oliver Berben, Nico Hoffmann oder Stefan Arndt für Qualität und hohen Unterhaltungswert sorgen. „In Zeiten des allgemeinen Content-Überflusses kann man nur mit qualitativer Exzellenz ein Ausrufezeichen setzen. Wir wollen die erste Anlaufstelle für die größten Talente sein“, betonte Hauke Bartel, der gemeinsam mit Frauke Neeb die Bereichsleitung Fiction bei der Mediengruppe RTL verantwortet.  

Aus diesem Grund setzt TVNow bei der Entwicklung der Serien verstärkt auf die Hilfe branchenfremder Experten, wie den Rechtsexperten und Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach, der das Drehbuch zur neuen Serie „Glauben“ geschrieben hat. Die von Oliver Berben produzierte Serie rekonstruiert Verfehlungen der deutschen Justiz im Verlauf eines Strafprozesses, bei dem in den neunziger Jahren 25 Menschen zu Unrecht des Kindesmissbrauchs beschuldigt wurden.

Auch andere Serienformate thematisieren spektakuläre Ereignisse der jüngeren deutschen Vergangenheit. Die ebenfalls von Oliver Berben produzierte Serie „Wolfsburg“ bemüht sich um die filmische Aufarbeitung der Volkswagen-Diesel-Affäre, das Projekt „Der König von Palma“ erzählt die Aufstiegsgeschichte eines deutschen Familienvaters während der touristischen Boom-Jahre auf Mallorca in der Zeit nach dem Mauerfall. „Bochum Disko“ schildert das Aufkommen der Musikclub-Kultur im Ruhrgebiet der Siebziger Jahre, „Torstraße 1“ erzählt eine Liebesgeschichte im Kontext eines geschichtsträchtigen Gebäudes im Osten Berlins.

Ex-„Bunte“-Chefin Riekel an Bord

Andere Serienprojekte orientieren sich stärker an der Gegenwart. Die Autorin Yoko Higuchi-Zitzmann und die ehemalige „Bunte“-Chefredakteurin Patricia Riekel entwickelten das Drehbuch zu „Herzogpark“, einem Münchener Reichenviertel mit einer hoher Dichte an DAX-Vorständen und Millionärsgattinnen. Das noch in der Casting-Phase befindliche Serienprojekt „Mirella Schulze rettet die Welt“ versetzt eine deutsche Greta-Thunberg-Figur in eine typische deutsche Durchschnittsfamilie. Komödienliebhaber sollen bei dem Vierteiler „Unter Freunden stirbt man nicht“ (mit Iris Berben) sowie bei „Thilo Neumann und das Universum“ (mit Christoph Maria Herbst) auf ihre Kosten kommen. 

Neben bekannten Gesichtern und bewährten Plot-Mustern will TVNow bei seiner Serien-Offensive auch mit weniger konventionellen Konzepten überzeugen. Die von Nico Hoffmann und UFA Fiction produzierte Kriminalserie „Die Zeugin“ mit Alexandra Maria Lara in der Hauptrolle ist als Kammerspiel angelegt und thematisiert neuro-wissenschaftliche Fragen der Erinnerungsforschung. 

TVNow-Co-Geschäftsleiter Tewes hofft, mit diesem Mix die Basis für weiteres Wachstum zu schaffen: „Das ist ganz klar der Anfang einer noch größeren Offensive. Wir glauben fest daran, dass Streaming in der Mitte der Gesellschaft ankommt – und für diese Zielgruppe Inhalte zu produzieren, ist seit Jahrzehnten Kernkompetenz der RTL-Gruppe.“ Um die Position im Streaming-Markt zu festigen, werden die Synergien innerhalb der Unternehmensgruppe intensiviert. Die Stärken des linearen Fernsehens sollen auch für den Streaming-Dienst genutzt werden, RTL und Vox wiederum sollen verstärkt Zugriff auf die Produktionen von TVNow erhalten: „Wir sind nicht Streaming und Broadcasting – wir sind beides. Jeder profitiert von jedem“, so Tewes. Deutlich wird diese Zusammenarbeit etwa bei der neuen Serie „Tonis Welt“, die als Spin-off der früheren Vox-Erfolgsserie „Club der roten Bänder“ konzipiert wurde und zeitlich ein Jahr nach der Originalserie angesiedelt ist.

Abo-Zahlen um 45 Prozent gesteigert

Das Unternehmen sieht sich durch die jüngste Geschäftsentwicklung in seinem Kurs bestätigt. Mit einem Mix aus Show, Real Life, Sport, Dokus und Fiction seien die Abo-Zahlen seit dem Relaunch von TVNow Ende 2018 um rund 45 Prozent gesteigert worden, so Tewes. Mit über fünf Millionen Unique-Usern sei die Marke schon jetzt der „Local Hero“ unter den deutschen Streaming-Anbietern. Die Erwartungen für das Jahr 2019 seien weit übertroffen worden.

Wachstumstreibende Effekte erhofft sich TVNow nicht zuletzt durch den vergleichsweise günstigen Abo-Tarif. Neben einem werbefinanzierten Free-Bereich wird der kostenpflichtige Premium-Bereich zum Monatspreis von 4,99 Euro angeboten. Tewes will mit diesem Geschäftsmodell auch jene Neukunden gewinnen, die bisher nicht für Streaming-Dienste zu zahlen bereit waren: „Wir wollen mit den neuen Serien richtig Lautstärke erzeugen und damit auch die 34jährige alleinerziehende Mutter in Herne erreichen“, so der Co-Geschäftsleiter.

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