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Von wegen “massive Konsequenzen” – wie das abgebrochene ZDF-Interview mit AfD-Mann Björn Höcke instrumentalisiert wird

AfD-Politiker Björn Höcke im ZDF-Interview
AfD-Politiker Björn Höcke im ZDF-Interview

Das abgebrochene ZDF-Interview mit dem thüringischen AfD-Spitzenkandidaten Björn Höcke sorgte für reichlich Wirbel. Das ZDF stellte das Interview als Video und Textfassung ins Netz, die Klicks und Kommentare explodierten, der DJV schäumte. Von "Drohungen" Höckes ist die Rede. Wer das Video anschaut, kann die Aufregung unter Umständen nicht ganz nachvollziehen. Ein Kommentar.

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Das ZDF-Interview mit Björn Höcke ist leider mal wieder ein Lehrstück dafür, wie Medien mit der AfD und Björn Höcke als einem ihrer umstrittensten Vertreter nicht umgehen sollten. Zu Beginn des Gesprächs konfrontierte der ZDF-Reporter Höcke mit Film-Schnipseln auf einem Tablet. AfD-Politkern wurden Zitate aus Höckes Buch vorgelesen und sie wurden gefragt, ob die Zitate aus Hitlers “Mein Kampf” oder aus Höckes Buch stammen. Die AfD-Leute vermochten das nicht zu sagen.

Dass Höcke eine seltsame Sprache pflegt, die bisweilen verstörende Anklänge an die Terminologie der NS-Zeit nimmt, ist bekannt und hinreichend belegt. Der Clou mit den befragten AfD-Mitgliedern war ein provokanter Einstieg in das Interview, der Höcke entlarven und aus der Reserve locken sollte. Das kann man machen, das hat auch so funktioniert. Höcke versuchte sich zu rechtfertigen, was eher schlecht als recht gelang.  Der ZDF-Mann beließ es dabei aber nicht, sondern ritt immer weiter auf dem Punkt “Ähnlichkeiten zur NS-Sprache” herum. Gerade so, als ob er Höcke irgendwann “knacken” könnte, so dass dieser zusammenbreche und endlich gestehen würde, dass er absichtlich mit NS-Begriffen operiert: Ja, ja, ich gesteh es, ich bin ein Nazi, Sie haben mit enttarnt!

Das passierte natürlich nicht.

Stattdessen war Höcke immer genervter und irgendwann ging sein Sprecher, der ehemalige “Welt”-Journalist Günther Lachmann, dazwischen. Das Interview sei so nicht abgesprochen gewesen, die Fragen hätten Höcke emotionalisiert, ob man das Interview noch einmal starten könne, fragte er. Das war natürlich nicht so schlau. Selbstverstädlich wies der ZDF-Mann das Ansinnen von sich, wegen Pressefreiheit usw.

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Die Kabbelei ging noch ein bisschen weiter und dann kommt die Stelle, an der Höcke angeblich “massive Konsequenzen” androht. Tatsächlich sagt er im Video, dass ein Abbruch des Interviews “massive Konsequenzen in der Zusammenarbeit von Politikern und Journalisten” habe. Höcke meint erkennbar, dass es um das allgemein gestörte Vertrauensverhältnis zwischen Politikern und Medien geht. “Massive Konsequenzen” für den ZDF-Frager “droht” er nirgends an. Wenn das Interview abgebrochen wird, werde er dem Fragesteller sicher kein weiteres Interview geben, auch wenn er, Höcke, einmal zu einer “interessanten politischen Person” im Lande aufsteige. Ob das eine Drohung sei, will der ZDF-Mann wissen. Nein, das sei eine Sachaussage, erwidert Höcke.

Das kann man doof finden und/oder größenwahnsinnig. Dass Höcke-Sprecher Lachmann das Interview genau an der Stelle unterbrach, als der Fragesteller das Thema NS-Sprache verlassen und zu Höckes Demokratieverständnis kommen wollte (Höcke: “Gerne!”), war aus Kommunikatons-Sicht vermutlich auch keine Glanzleistung. Dem ZDF bescherte er damit einen schönen Klick-Erfolg.

Dass zahlreiche Medien und auch der Deutsche Journalisten-Verband die Höcke-Zitate “massive Konsequenzen” und “wissen nicht, was kommt” aus dem Zusammenhang reißen und eine diffuse Drohung Höckes gegen das ZDF, den öffentlichen Rundfunk, die Medien, die Demokratie oder was auch immer daraus ableiten, ist aber eben auch nicht fair und Wasser auf die Mühlen jener, die dem Medienbetrieb extrem kritisch gegenüberstehen. Das offensive “Entlarven” von Interviewten durch Journalisten funktioniert in der Regel nicht. Wenn, dann entlarven sich die Befragten schon selbst.

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Alle Kommentare

  1. Mal sehen was passiert, wenn die AfD bzw. die ihnen gewogenen Medien jemals auf die Idee kommen sollten, Aussagen von Linkspolitikern mit Aussagen von Stalin, Mao, Castro, Honnecker etc. abzugleichen…

  2. “als ob er Höcke irgendwann “knacken” könnte, so dass dieser zusammenbreche und endlich gestehen würde”

    Wahnsinn! Sogar Meedia-Redakteure erkennen dieses gruselige Inquisitionsgehabe beim ZDF. Dann haben die jetzt echt den Bogen überspannt.

  3. Hatte mir schon gedacht, dass die üblichen Linksextremen versuchen die Sache wieder zu vereinnahmen. Danke für den sachlichen Berucht hier.

  4. Ich denke, wir haben Fabulierern wie Höcke, aber auch so illustren Hausfrauen wie der Fensterling lange genug zugehört und ihnen die Diskussion überlassen. Eigentlich sind wir liberalen, wohlerzogenen Diskutanten daran schuld dass Vergifter ihre Losung ungebremst ins Volk speien konnten.
    Früher wurden Politiker mit ihren Aussagen konfrontiert und von mutigen Journalisten befragt. Heute springen Menschen in die Bresche und vesuchen, “emotionalisierte” Hetzer, denen jegliche Ethik fremd ist, zu schützen.
    Ich sage nur gut inszeniert vom Populisten, und wieder fällt die Menge darauf herein.

  5. Auf die Frage nach dem Zitat hätte ich geantwortet: “Wenn Sie mich so fragen, dann ist er bestimmt vom Höcke, obwohl er genausogut von dem andern Bekloppten sein könnte…”

  6. Tja, Höcke hätte, wie sein Vorbild Hitler, sein „Werk“ kostenlos an alle Parteimitglieder verteilen sollen! Dann hätten vielleicht einige gewusst, ob die Zitate von ihm oder von seinem Vorbild stammen. Vorausgesetzt, die AfDler hätten es auch gelesen …

  7. Die AfD in Thüringen liegt lt. den letzten Umfragen bei ca. 25 Prozent und in weniger als sechs Wochen ist die Wahl.

    Dieses sogenannte “Interview” wird ganz bestimmt Einfluß auf die Wahl haben, allerdings garantiert ganz anders, als vom ZDF wohl erhofft und gewollt.

    Dumm, dümmer, ZDF.

    Unfaßbar sowas.

    Die Idee für diesen Quark kann nur von einem ZDF-Häuptling aus der Chefetage gekommen sein, denn ein Journalist, der sein Handwerk auch nur rudimentär beherrscht, der hätte sowas dummes niemals gemacht.

  8. Der obige Beitrag im ÖR zeigt wieder einmal, wie ungeheuer wichtig es ist, sich seine Informationen nicht nur bei den selbsternannten (und inzwischen wohl auch nur noch von ihnen selbst so gesehenen) Qualitätsmedien zu holen. Sondern deren Meldungen durch die von diesen “Qualitätsmedien” anfangs verspotteten und inzwischen zunehmend mehr angefeindeten “alternativen Medien” bzw. Medien aus dem Ausland zu verifizieren. Gerade im Bereich der “nicht Meldungen” tun sich hier inzwischen Abgründe auf.

  9. Schon die eigenen beruflichen Interessen gebieten TV-Journalisten eine ostentative Distanz zur AfD. Es genügen eine unüberlegte Wertung, ein falscher Zungenschlag im Eifer einer Live-Sendung, etwa die Partei als bürgerlich zu bezeichnen, und die Karriere oder die Aufträge stocken – egal, wie die Haltung zur AfD tatsächlich ist. Da kennen die demokratischen Hierarchen in den Sendern kein Pardon.

    In Abwandlung von Kafka: „Einmal fehlformuliert, es ist nicht gutzumachen.“

    1. Um den Gedanken zu Ende zu denken, schauen Sie bitte nach Österreich oder Ungarn. Dann wird klar, dass die Schere im Kopf wohl mitunter ganz anders funktioniert. Wer etwa die AfD als “bürgerlich” bezeichnet, obwohl mehrere ihrer bekanntesten regionalen Zugpferde in einem goebbelesken Jargon reden, den man bisher nur von der NPD kannte, schützt sich davor, auf eine schwarze Liste zu kommen, die hervorgezogen werden könnte, wenn Höcke dereinst wirklich zu einer “interessanten” politischen Person wird. Interessant ist hier erkennbar die Metapher für “einflussreich”. Das nennt man vorauseilenden Gehorsam.

      Die Gefahr der Verbreitung dieses Videos liegt meines Erachtens darin, dass sich Höcke vor dem Gespräch den Schafspelz übergestreift hatte. Wer schon Videos des völkisch-wölfischen Höcker gesehen hat, erkennt die Mimikri. Wer naiv hinschaut, könnte ihm die Opferrolle abkaufen.

      1. Das Epitheton „bürgerlich“ ist am Sachsen-Wahlabend der ansonsten m.E. auf AfD-Distanz bedachten mdr-Moderatorin Wiebke Binder entfleucht. Ich glaube nicht, dass das kalkuliert war, und halte Ihren Verdacht, da habe sich jemand nach beiden Seiten absichern wollen, für überzogen. Auch dürfte die Dame kaum darauf spekuliert haben, dass diese Sache in ihrem Wikipedia-Eintrag landet – sie wirkt dort nämlich als Langzeit-Malus.

  10. “Ernsthafte Konsequenzen” droht jeder Lehrer seinen Schülern an, die bei der Klassenarbeit versucht, abzuschreiben!

  11. Unglaublich wie tief das Niveau der ÖR gesunken ist und ein Unding, für solchen “Qualitätsjournalismus” Gebühren zahlen zu müssen. Das ganze Gespräch zielte von Anfang an nur darauf ab, den Interviewten in die rechte Ecke zu drängen und ihm keine Chance zu geben, über Inhalte zu sprechen. Es erscheint mir auch glaubhaft, dass verabredet war, dass andere Themen als das nun behandelte im Fokus des Gesprächs stehen sollten.

    Wer solche Methoden anwendet um den Gesprächspartner vor laufender Kamera zu überrumpeln und möglichst auf dem falschen Fuß zu erwischen ist kein seriöser Journalist, sondern ein Schmierlappen. Da ist es auch nachvollziehbar, dass der Interviewte für weitere Gespräche mit diesem Herren beziehungsweise dessen Sender nicht mehr zur Verfügung stehen will.

    Von einem öffentlich-rechtlichen Medium erwarte ich eine seriöse und (möglichst) neutrale Berichterstattung. Dies scheint es in der heutigen Zeit jedoch nicht mehr zu geben.

    1. Interessant, dass Sie glauben, dass Höcke nicht bereits aus eigenem Antrieb in der rechten Ecke steht. Was oder wen sehen Sie denn da noch hinter ihm? Was hat noch Platz bis zu Wand? Eine Lage Frischhaltefolie? Oder finden Sie Götz Kubitschek NOCH rechter?

      1. Sie weisen immer wieder krampfhaft darauf hin, dass Höcke und andere rechts sind! Und wo ist denn das Problem, wenn jemand rechts ist? In jedem Land Europas oder auf der Welt, gibt es rechte Parteien. Die einen regieren, die anderen sitzen in der Opposition. So ist das nun einmal in einer Demokratie, da gibt es nicht nur rot und grün. Sie verwechseln immer wieder rechts mit rechtsradikal/extrem und outen sich damit selbst.

      2. Rechts zu sein, ist auch nicht das Problem, sondern rechtsextrem/-radikal. Und das ist Höcke! Wenn Sie denken, dass er nur rechts sei, dann verwechseln Sie etwas und outen sich damit selbst.

  12. 1. Das vollständige Interview mit Begrüßung und Nachgespräch ist mittlerweile in der ZDF-Mediathek zu finden. Ob sich das ZDF damit einen Gefallen getan hat weiß ich nicht. Es zeigt ein völlig anders Bild als das Bild, was uns der ÖR seit mehr als 5 Jahren von Höcke glauben machen will.

    2. Vielen Zuschauern war Höcke nur als Göbbel’s Verschnitt bekannt. Jetzt sehen die da einen ruhig und sachlich agierenden Mann. Hm?

    3. Laut Höcke war ein 10 Minuten Interview vereinbart und es sollten Fragen zu Höcke’s Landespolitik gestellt werden. Das kam in den ersten 12 Minuten aber nicht zum Thema. Aus ähnlichem Grund hat der letzte DFB-Präsident unlängst ein Interview abgebrochen. Von Helmut Kohl ist ähnliches bekannt. Die Aufzeichnungen befinden sich in den Archiven des ÖR.

    4. Was haben wir gesehen? Ein Auftragstäter des ZDF wird auf Höcke losgelassen. Ein Mann der 4. oder 5. Reihe. Wenn der versagt, dann wird behauptet, er sei wie die “bürgerlich” Journalistin des MDR, also jemand der-das-noch-nicht-oft gemacht hat.

    Jetzt war er aus Sicht des ZDF brilliant. Das ZDF arbeitet sich derzeit schon den lieben langen Tag an Höcke ab. Da kommen sogar Moderatorinnen zum Einsatz, die ich bislang nur aus Klatschsendungen ala “Kir Royal” kannte. Von so einer ließ sich der ZDF Cefredakteur Peter Frey gerade interviewen. Offenbar will er Höcke wegen seiner Außerung aka Drohung jetzt sogar gerichtlich angehen.

    5. Die E-Mail Adresse des ZDF Mannes der Höcke interviewte wurde mittlerweile veröffentlich. Der wird also Hassmails und vielleicht Drohungen bekommen. Das wird vom ZDF mit Sicherheit ausgeschlachtet.

    Fazit:

    Es werden da draußen jetzt einige rumrennen, die Höcke zum ersten Mal sahen. Die werden die permanenten Göbbel’s etc. Anwürfe (auch vom ZDF) jetzt hinterfragen. Andere werden das gesamte Interview als Falle werten, andere nur als unfair.

    Ich bin unschlüssig, wer als Sieger aus diesem Interview hervorgeht. Wird es das ZDF mit seiner Medienpräsenz aka Medienmacht sein? Es hat den Anschein, denn die Meinung der AfD bzw. Höcke’s wird ja wohl kaum jemand drucken wollen.

    Eines ist aber sicher, es wird wieder mehr geben, die den ÖR als Altparteien treues Staatsfernsehen sehen.

  13. Wer tagein tagaus immer wieder pseudo-clever mit Nazi-Vokabular und Nazi-Gedanken hantiert, bloß um für seine narzisstische Persönlichkeit Aufmerksamkeit zu ziehen, und anschließend auch beim hundertsten Mal alles nicht so gemeint haben will – der hat es bei jedem neuen Gang in die Öffentlichkeit mehr als verdient, damit auch konfrontiert zu werden.

    Was Herr Winterbauer meint ist, ob diese Konfrontation überhaupt noch sinnstiftend ist. Das ist alles eminent langweilig. Die Höcke-Masche ist bis zum Überdruss bekannt, und gestellt worden ist er oft genug. Herr Höcke ist nicht dumm, die Interviewer sind es auch nicht, und in der ungezählten Wiederholung rutscht jeder erneute Versuch, ihn zu “stellen”, zum Taktik-Match herab.

    Die Journalistinnen und Journalisten sollten sich eher die Frage stellen, ob die immergleiche Masche mit ihren ermüdenden Wiederholungen überhaupt noch Nachrichtenwert hat. Der Mann gibt ja nichts Neues mehr von sich. Es wäre journalistisch eher gerechtfertigt, das alles für News von gestern zu halten, in die Abgenudelt-Tonne zu stecken und die knappe Sendezeit neuen Inhalten zuzuwenden. Davon gibt es reichlich, und tatsächlich für unser Leben wichtige allemal.

  14. ZDF auf BILD-Zeitungsniveau, Höcke und sein Pressesprecher kommen da auch kaum besser weg.

    Nervig auch, daß von Herrn Höcke immer dieselben – durchaus verstörenden – Zitate gebracht werden.

    Kenne auch andere Reden, in denen er sehr moderat auftritt, viel moderater als Gauland oder von Storch, aber die bringen eben weder hohe Klickzahlen noch diese Resonanz.

  15. Das Interview wirkt verstörend auf mehreren Ebenen.

    Wobei Höcke allemal gut beraten wäre ins politische Kalkül zu ziehen, dass ihm eben jener Wind entgegenwehen könnte, den nichtzuletzt er selbst (Höcke) mehr oder minder sublim sät.

    Stefan Winterbauer jdfls akzentuiert das Thema imho sachgerecht.

    1. Na ja, subtil ist Herr Höcke ja nun sehr oft nicht.
      Und na klar, man kann den furchtbar finden.

      Das ist aber leider nicht das Arbeitsgebiet von Journalisten,
      sondern ungefähr die Fallhöhe eines Facebook Posts.

      Und das ist oft das Problem des heutigen Journalismus.

      Das ist für mich einfach nur Agitation und Propaganda.

      Ich verstehe nicht das man einfachste journalistische Regeln
      offensichtlich nicht mehr drauf hat.

  16. Ein unmögliches Interview!
    Ich bin erklärter Gegner von AfD und Höcke!

    Solche Interviews sind das Gegenteil von Journalismus.
    Und den Machern sollte einfach mal gesagt werden das ihre
    persönliche Meinung vollkommen egal ist.

    Journalisten sollen berichten was ist.

    Absolut peinlich und nicht zu ertragen.

    1. „Journalisten sollen berichten was ist”: Zur journalistischen Arbeit gehören auch Interviews. Und das ZDF hatte doch berichtet, „was ist“, nämlich dass Höcke und sein Sprecher ein solches abgebrochen haben! Also was nun?

  17. Hier wird ein Politiker, der von vielen Bürgern rechtmäßig (welch Wortspiel) gewählt worden ist – was nicht jeden gefällt, mir auch nicht – mit Absicht vorgeführt, was definitiv nicht in Ordnung ist. Der Zweck heiligt auch nicht die Mittel! Es gab ein Briefing, dass Herrn Höcke vorab übergeben wurde – an diesem sollte man sich auch halten, zumindest bei seriösen Redakteuren wie der Fragesteller sein dürfte. Ich wage mal zu behaupten, wenn man “den Spieß” mal in die “andere Richtung” drehen würde, diverse Anhänger von Frau Wagenknecht alte, linke Zitate auch nicht von Honecker- oder Stalin-Aussagen unterscheiden bzw. korrekt zuordnen könnten! Es gibt andere Wege, mit der AfD umzugehen!

  18. Sie verharmlosen mit ihrem Kommentar das Thema. Mit der letzten Aussage Höckes ist sehr deutlich eine Drohung verbunden: Sollte (was wir nicht hoffen) Bernd Höcke jemals in politische relevante Verantwortung kommen, so dürften wir wohl wieder mit Verfolgung missliebiger Personen rechnen (= auch politische Verfolgung genannt). Das darf es in unserem Land nie wieder geben. Eine Relativierung, wie Sie sie hier vornehmen, verbietet sich!

    1. @Henze

      Das gibt es längst und zwar von Links!

      Die Linke/der Mainstream hat mit der aggresiven Verfolgung Andersdenkender bei vielen Bürgern mittlerweile jegliches “drüberhinwegsehen” und jede Milde verspielt.

      Es wird in Deutschland einen harten Kulturkampf geben, mit vielen Opfern, die heute noch Täter sind.

      1. Der falsche „Jesus“ mal wieder am Relativieren, diesmal sogar mit einer Relativierung einer Relativierung! Er/s sei jedoch daran erinnert, dass es nicht „Die Linke/der Mainstream“ waren, die mit der „aggresiven [sic!] Verfolgung Andersdenkender“ begonnen hat. Es sei hier etwa an die Lehrer-Verpetz-Portale der AfD erinnert und an deren Drohung, dass im Falle einer Machtübernahme die Verfolgung ihrer journalistischen Gegner erst richtig anlaufen wird. Fast ähnlich wörtlich, wie es dieser falsche Fünfziger, Pardon: „Jesus“, hier äußert!

        Und übrigens: Schon Adorno wusste, dass sich der neue Rechtsextremismus an der Kultur „austoben“ (das sagte er wörtlich!) wird, weil er sonst kaum nennenswerte Inhalte aufweisen kann. Und weil der neue Rechtsextremismus keine geistige Tiefe hat, erklärt er Intellektuelle zu seinem Feindbild. Von „autoritätsgebunden Persönlichkeiten“, die „in Wahnsystemen sich steigern“, mal ganz zu schweigen.

        Glückwunsch, „Jesus“ ist darauf reingefallen!

  19. Habe mir als bekennend AFD mega-kritischer Bürger das Interview komplett angesehen und leider muss ich persönlich sagen das Herr Höcke da sehr positiv-ruhig-sachlich-höflich bei mir ankommt. Das ist nicht gut! Wer wäre denn nicht irgendwann “genervt” von so einem “plumpen 100sten Überführungs-Entlarvungsversuch”. Jetzt werden wieder die gleichen dummen Keulen ausgepackt, die immer bereitliegen, jeder AFD freundliche und medienkritische Wahl-Bürger wird es leider genauso empfinden, da seine Abneigung gegenüber einer eher links-freiheitlich-liberalen Presse nur noch mehr manifestiert wird. Vorgeführt wurde/wird hier leider jetzt nicht Herr Höcke, sondern die Presse führt sich selbst im Sinne einer Tendenzschutz-beauftragten-Redaktion vor. Nein, das Ergebnis ist bei mir sehr zwiespältig.

  20. “Wenn das Interview abgebrochen wird, werde er dem Fragesteller sicher kein weiteres Interview geben, auch wenn er, Höcke, einmal zu einer “interessanten politischen Person” im Lande aufsteige. Ob das eine Drohung sei, will der ZDF-Mann wissen. Nein, das sei eine Sachaussage, erwidert Höcke.”

    Das ist ein Verdrehen des tatsächlichen Gesprächs. Die auf den Aufstieg eines anderen Dämagonen anspielende eventuelle “interessante politische Person” steht am Ende dessen. Warum nicht mal das korrekt wiedergeben?

  21. Herr Winterbauer, kann es sein, dass sie hier Dinge relativieren, gar in Schutz nehmen, Drohungen lapidar wegwischen und bei Grundrechten mit einem ” wegen Pressefreiheit usw.” drüber wischen? Bin schwer irritiert…

  22. Stefan Winterbauer mal wieder auf den Punkt. Bei aller berechtigten Antipathie gegenüber der AfD und insbesondere Herrn Höcke – das öffentlich-rechtliche Provozieren und Vorführen von Vertretern dieser Partei hat System und wäre mit Vertretern anderer Parteien undenkbar – oder kennt jemand ein solches Interview mit z.B. Herrn Habeck?

    So, wie es jetzt gelaufen ist, passieren drei Dinge: Das ZDF freut sich über die Aufmerksamkeit, Björn Höcke freut sich auch über die Aufmerksamkeit (denn seine These der Haltungsmedien wurde genau hier wieder mal belegt) – und drittens: unsere Gesellschaft ist noch ein Stück gespaltener.

    1. Wer hat denn diese Gesellschaft eigentlich gespalten? Jahrelang hat man den Multikulturalismus propagiert. Wenn ich heute durch die Städte in NRW gehe fühle ich mich einfach nicht mehr wohl. Ich fühle mich überfremdet und meiner Heimat beraubt. Ich will so etwas nicht. Einzig die AfD thematisiert solche Spaltungszustände. Das solche Sprachfuzzis sind an den Worten von Höcke stören, was solls, mich stört es nicht. Man will ja indem die Sprache Höckes mit der Sprache der Nazis gleichsetzt sein Anliegen delegitimieren. Diese Nummer mit der Sprache ist so das Lieblingsspiel von Intellektuellen. Übrigens fand ich, dass Höcke sehr souverän war das Interview war einfach hinterlistig. Es war glaube ich, ein Interview zur Landtagswahl in Thüringen verabredet und dann dieses Sprachgedöns mit Hitler. Manche Kreise brauchen eben ständig dies Nummer mit Hitler.

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