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Fast 900 Beschwerden: Werberat beanstandet provokative Sonnencreme-Werbung von True Fruits

Werberat-Chefin Julia Busse
Werberat-Chefin Julia Busse

Der Deutsche Werberat hat die Werbung von True Fruits für den Smoothie Sun Creamie beanstandet. Die Kritik sei umfangreich und gravierend gewesen. Insgesamt hätte es knapp 900 Beschwerden aus der Bevölkerung gegeben.

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Der deutsche Werberat hat zwei Motive von True Fruits für das Produkt Sun Creamie beanstandet. Zwar habe das Unternehmen die Bilder von seinen Social-Media-Kanälen aufgrund eines Verstoßes gegen die AGB der Bildagentur entfernt, heißt es in der Begründung. Jedoch sei die Kritik aus der Bevölkerung gravierend und umfangreich gewesen.

Die Provo-Masche der Bonner hatte auch bei diesem Motiv gezündet. Bei Twitter und Facebook polarisierte die True Fruits-Werbung: Einige fanden sie witzig und verwiesen darauf, dass die Penis-Malerei mit Sonnenmilch der “älteste Streich” beim Einreiben mit Sonnencreme ist. Viele andere empfanden die Werbung als sexistisch (MEEDIA berichtete).

Knapp 900 Beschwerden gingen beim Werberat ein

Die Veröffentlichung der Motive auf Instagram, Facebook und Twitter führte zu massiver Kritik: Rund 900 Beschwerden seien von Nutzerinnen und Nutzern beim Werberat eingegangen. Zum Vergleich: Beim vielfach kritisierten Muttertags-Spot von Edeka waren etwa 750 Beschwerden eingegangen.

Nach Prüfung der Werbung kam das Entscheidungsgremiums zu einem eindeutigen Urteil: Beide Werbemaßnahmen wären zu beanstanden gewesen. In der Begründung heißt es: “Die provokativen Darstellungen überschritten nicht nur die Grenze des guten Geschmacks, sondern auch zum Vulgarismus.” Sowohl das weibliche als auch männliche Model sei in “herabwürdigender Art und Weise als Gegenstand sexueller Fantasien und Praktiken dargestellt”.

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Was sind Gradmesser für gesellschaftlich akzeptierte Stilmittel?

True Fruits hatte im Laufe des Verfahrens die Möglichkeit zur Stellungnahme. Das Unternehmen nannte die Werbung kindisch, albern und pubertär, ordnete sie aber nicht als anstößig oder übertrieben obszön ein, wie der Werberat in seiner Mitteilung erörtert.

“Sexualität und sexuelle Spielarten sind keineswegs tabuisierte Themen in unserer Gesellschaft und auch nicht in der Werbung”, kommentiert Julia Busse, Geschäftsführerin des Deutschen Werberats, die Beanstandung. Allerdings müsse sich der Smoothie-Hersteller fragen, “ob Obszönität und die Tonalität der beanstandeten Motive Gradmesser für legitime und gesellschaftlich akzeptierte Stilmittel zukünftiger Werbemaßnahmen sein sollten.”

Mit seinen provozierenden Motiven ruft True Fruits immer wieder starke Kritik in den sozialen Medien hervor. In der Vergangenheit gab es bereits Vorwürfe wegen Sexismus oder Rassismus.

tb

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Alle Kommentare

  1. „Seit Jahren ist sie das Gesicht des Deutschen Werberats – jetzt nimmt Deutschlands oberste Werbewächterin eine neue Herausforderung an. Julia Busse wird den Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft ZAW und dessen Kontrollorgan, den Deutschen Werberat, verlassen. Ihr Weg führt sie in die Welt des Bieres.“ (Horizont, 29.9.19)

    Dort muss sie sich nicht länger mit Betroffenheitsgetue abkaspern und kalkulierten Skandälchen weiteren Vorschub leisten.

  2. Was für eine erbärmliche Alltagswelt muss man haben, dass man nichts besseres zu tun hat als sich über Penis-Zeichnung aufzuregen?! Bitte mal alle zum geistigen Gesundheitscheck einberufen.

  3. Also auf Deutsch: je zahlreicher der Mob vor den Geschäften rumsteht und nach Progromen schreit, dann muss diese Kritik als umfangreich und gravierend Berücksichtigung finden und zu einer Beanstaltung führen.
    Einleuchtend.

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