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Personalumbau bei der “Berliner Zeitung”: News-Chefin Michaela Pfisterer verlässt das Hauptstadtblatt

Michaela Pfisterer
Michaela Pfisterer © Friedrich A. Bungert

Bei der "Berliner Zeitung" geht der personelle Umbau weiter. Nach dem Rückzug von Thilo Knott aus der Chefredaktion der zur Mediengruppe DuMont zählenden Tageszeitung verlässt die ehemalige "FTD"-Journalistin Michaela Pfisterer als Newsdeskchefin Digital die "Berliner Zeitung" und den "Berliner Kurier". Unterdessen stellt die Regionalzeitung ihre Strukturen und Arbeitsabläufe auf den Prüfstand.

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Ob Vize-Chefredakteur Maik Koltermann oder Sportchef Matthias Linnenbrügger – jüngst meldete die zur DuMont Mediengruppe gehörende “Hamburger Morgenpost” diverse personelle Abgänge und das wenige Monate vor einem möglichen Verkauf der Regionalzeitungen. Denn DuMont-CEO Christoph Bauer prüft seit geraumer Zeit, sich von dem Kerngeschäft zu trennen. Noch ist nichts entscheiden, lediglich verschoben. So will der Manager im September bekanntgeben, wie die Zukunft des vielschichtigen Zeitungsreichs des Kölner Verlagshauses aussieht.

Doch auch bei der ebenfalls zur DuMont gehörenden “Berliner Zeitung” gibt es personelle Umbauten in der Redaktion. Nach Thilo Knott, der bereits Ende vergangenen Jahres aus der Chefredaktion ausschied, verliert das Blatt nun eine weitere Führungsperson: Michaela Pfisterer, Newsdesk-Chefin Digital der “Berliner Zeitung” und des “Berliner Kuriers”. Die Leiterin der Digital-Redaktion ist bereits am 15. Juli ausgeschieden. Die gebürtige Österreicherin hatte ihr journalistisches Handwerk bei der “Financial Times Deutschland” gelernt. Ihren Job übernimmt künftig die Chefredaktion.

Strukturen auf dem Prüfstand
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Zudem hat die “Berliner Zeitung” den Digitalbereich weiter personell neu aufgestellt. „Die Verantwortung der Weiterentwicklung unserer digitalen Inhalte hat seit dem 1. März Julia Grass inne, die vom Head of Social Media zu Leiterin Content Development aufgestiegen ist“, so eine Sprecherin. Doch das ist nicht alles: Das Hauptstadtblatt stellt unterdessen ihre Strukturen auf den Prüfstand. Damit ist derzeit Geschäftsführer Aljoscha Brell beschäftigt. Wie eine DuMont-Sprecherin betont, läuft das „Projekt zur Optimierung von Arbeitsabläufen und Strukturen für ‘Berliner Zeitung’ und ‘Berliner Kurier’“ seit Anfang Mai. Die “Berliner Zeitung” hat auf dem Pressemarkt in der Hauptstadt seit Jahren schwer zu kämpfen.

Die verkaufte Auflage sank im 2. Quartal 2019 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum um mehr als 9,6 Prozent. Besonders die Abo-Zahlen mussten in dem Zeitraum Federn lassen. Sie verringerten sich um mehr als elf Prozent auf 57.215 Exemplare. Auch der “Berliner Kurier” ist von den Entwicklung nicht verschont – allerdings im moderatem Rahmen. Die verkaufte Auflage des Blattes verringerte sich im 2. Quartal gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,4 Prozent, deutlich zugelegt haben die Abo-Zahlen, während der Einzelverkauf kräftig abgab.

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Alle Kommentare

  1. Dass die Abozahlen der Berliner-Zeitung fallen, ist nicht weiter verwunderlich. Dies ist aber nicht der Qualität der Zeitung geschuldet, sondern dem dazu diametral entgegenstehenden Vermarktungsreglement. Ich wurde Anfang des Jahres als langjähriger Abonnent (seit 2011) regelrecht vergrault. Ich brauchte eine Unterbrechung des Abos für einen Tag. Mir wurde dann auf die übliche Berliner Art und Weise mitgeteilt, dass eine Unterbrechung von weniger als einem Tag nicht vorgesehen sei. Da ich aber genau zwei Tage nicht anwesend war, ist dann ohne Unterbrechung der Briefkasten übergequillt.- eine willkommene Einladung für Einbrecher. Die Leute im Verkauf sind dort so dumm! Ich nahm diesen Vorfall zum Anlass mir einmal anzuschauen, was ich für das Abo bezahle: Es waren über 500€ die mir jährlich abgebucht wurden. Dabei habe ich es nicht immer geschafft, sie auch zu lesen. Heute kaufe ich mir die Berliner Zeitung am Kiosk und genieße die Freiheit, mir auch mal eine andere Zeitung zu kaufen oder auch gar keine. Pech für die Berliner Zeitung. Ich bin konservativ. Ohne diesen Vorfall wäre das Abo für den Rest meines Lebens weitergelaufen. Das müsste Verkaufsmanagern eigentlich bekannt sein. Langjährigen Abonnenten wie mich müsste man hegen und pflegen und sie nicht mit Regularien konfrontieren, die wahrscheinlich noch aus der Zeit stammen, als die Berliner Zeitung in der DDR produziert wurde.

    Es ist eben, wie es überall so ist: Die Arbeitskräfte sind knapp, im Call-center der Berliner Zeitung wird bei den Löhnen rumgegeizt, und am Ende sitzt dort irgendwer. Dabei müssten dort Spitzenvermarktungsprofis sitzen. In Sachen Verkaufszahlen ist das nämlich der neuralgische Punkt des Unternehmens.

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