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IMDb TV: Das steckt hinter Amazons Großangriff auf die TV-Werbeumsätze

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Amazon hat angekündigt, sein Gratis-Streaming-Angebot IMDb TV im Laufe des Jahres auch nach Europa zu bringen. In den USA wird IMDb TV von der werbetreibenden Wirtschaft und Media-Agenturen bereits aufmerksam beobachtet und auch gebucht. Falls Amazon den Streaming-Service mit seinem E-Commerce-Angebot verknüpft, ergäben sich gewaltige Möglichkeiten.

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So wäre denkbar, dass Nutzer, die einen Werbespot bei IMDb TV sehen, mit einem Klick das beworbene Produkt bei Amazon in den Einkaufswagen legen können. Ein Traum für Werbetreibende. Noch ist das aber nicht soweit. Amazon erlaubt zumindest in den USA aber schon, dass Werbekunden ihre Spots auch auf Basis von Amazons E-Commerce-Datenbank platzieren können, zusätzlich zu Nielsen-Daten. Damit wird schon heute ein extrem spezialisiertes Targeting möglich, wie es sonst wohl nur noch Facebook anbieten kann.

Wie Digiday berichtet, hat Amazon große Anstrengungen unternommen, IMDb TV in den USA bei Werbekunden und Media-Agenturen zu positionieren. Der Streamingservice ist einmal über die Website IMDb.tv abrufbar und auch in Amazons Prime Video Channels integriert, hier aber noch eher zurückhaltend. Noch unklar ist, wie Amazon Reichweiten bei IMBb TV messen will. Media-Agenturen und Werbetreibende fordern eine unabhängige Reichweiten-Erfassung. Bei Pay-Diensten, die in der Regel ohne Werbung auskommen, spielt das hingegen keine Rolle.

In den USA ist IMDB TV nicht allein auf weiter Flur, dort gibt es eine Reihe kostenloser, werbefinanzierter Streaming-Angebote, die Lizenzware zeigen. Hierzulande sind gratis Streaming-Dienste noch nicht sehr verbreitet.

Amazon hat neue Verträge mit Rechteinhabern wie wie Warner Bros., Sony Pictures Entertainment und MGM Studios abgeschlossen und kann dadurch Filme wie “Captain Fantastic” ab sofort und “La La Land” (ab 1. Juli) zeigen. “La La Land” wird laut Mitteilung sogar erstmals im AVoD-Geschäftsmodell angeboten. Pro Film soll es bis zu zwölf Werbeblöcke geben. Teilweise können die Werbeeinblendungen nicht übersprungen werden.

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In den USA haben bereits große Marken wie AT&T, Capital One, Pepsi, Procter & Gamble und Verizon bei IMDb TV gebucht. In Deutschland dürfte vor allem die beiden großen TV-Konzerne RTL Group und ProSiebenSat.1 den Amazon-Vorstoß ins werbefinanzierte Streaming-Geschäft kritisch beobachten. Zumal ProSiebenSat.1 mit Joyn gerade einen eigenen Streaming-Service gestartet hat, der in der ersten Ausbaustufe auch rein werbefinanziert ist. Eine kostenpflichtige Premium-Version soll erst im Winter folgen.

swi

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