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Geld vom Staat für Public Value? ProSiebenSat.1 fordert Fonds in Höhe von 50 bis 100 Mio. Euro

Conrad Albert
Conrad Albert © ProSiebenSat.1/ Montage: MEEDIA

ProSiebenSat.1-Vorstand Conrad Albert fordert mal wieder Geld vom Staat. In der FAZ bringt er die Idee ins Spiel, dass sich Privatsender mit Publib-Value-Formaten für eine staatliche Förderung bewerben könnten. Die ProSiebenSat.1-Sender setzen aktuell einen inhaltlichen Schwerpunkt zur Europawahl.

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Die Sender der Kette (u.a. ProSieben, Sat.1, kabel eins) zeigen in ihren Magazinen vor der Europawahl verstärkt Beiträge, die vor allem den jungen Zuschauern die gesellschaftspolitische Bedeutung der Wahl näherbringen soll. Für solche Formate hätte das Unternehmen gerne eine staatliche Förderung, analog etwa zur Filmförderung oder der Journalismus-Stiftung in Nordrhein-Westfalen.

Es gehe ihm nicht um einen Anteil an den Rundfunkbeiträgen oder neue Steuern oder Gebühren, sagte Albert der FAZ (Paid Content). Ihm schwebe eher ein Fonds vor. Dieser solle mit 50 bis 100 Millionen Euro im Jahr ausgestattet sein. Für den Mehrwert, den eine “meinungsplurale Gesellschaft” von privaten TV-Anbietern erhalte, sei dies ein günstiger Preis. Die Rundfunkbeiträge für ARD, ZDF und Deutschlandfunk betragen pro Jahr rund acht Milliarden Euro. Albert spricht mit Bezug auf eine Förderung privater Medien von „incentiviertem Public Value.“

Es ist nicht das erste Mal, das Albert einen solchen Vorstoß macht. Bereits 2017 forderte er, dass “in dem Maße, in dem wir – die privaten TV-Vollprogramme – die Grundversorgung vor allem in jungen Segmenten de facto mitübernehmen”, diese Inhalte aus öffentlichen Mitteln finanziert oder mitfinanziert werden sollten. Er wünschte sich deshalb einen “Systemwechsel, damit die öffentliche Finanzierung sich nicht länger an der Institution fest macht, sondern am Inhalt”. Bislang fanden diese Forderungen in der Politik allerdings keinen großen Nachhall.

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sw

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Alle Kommentare

  1. Herr Albert muss noch etwas am Framing arbeiten, aber ich bin sicher, dass er bei der Bundesregierung und den angeschlossenen “NGOs” offene Türen einrennt.

    Auf EU Ebene können er und seine Kollegen sicher noch zusätzlich Kohle abgreifen.

    Aber immer im Hinterkopf behalten “RT Deutsch” und Co. werden schon aus PR Gründen auch was vom Kuchen einfordern.

  2. Ich halte diesen “Vorschlag” für eine bodenlose Frechheit.

    Es ist nichts anderes als der schamlose Versuch Steuergelder für den Profit eines privaten Unternehmens einzusacken. Und das am besten dauerhaft, jedes Jahr – im Abo sozusagen.

    Und selbst das ist garantiert nur die erste Scheibe der berühmten Salami, denn die Höhe dieser Steuergelder würde wachsen, früher oder später, jetzt geht es aber erstmal darum, die notwendige Bresche in die Mauer zu schlagen.

    Das erweitern derselben kommt später und geht dann garantiert auch viel geräuschloser.

    Man nennt das Kind zwar anders, nicht Rundfunkgebühren, der Name ist eh ein rotes Tuch für die Mehrheit der Menschen, die das bezahlen müssen, aber es läuft am Ende auf dasselbe hinaus.

    Und wofür? – Nichts von dem, was Herr Albert anbietet, ist wirklich zusätzlich, denn auch die Privaten haben durchaus gewisse Mindeststandards an die sie sich halten müssen und das deckt das Wichtigste auch ab.

    Außerdem wird der Staat damit zum Geldgeber für die Privaten, so wie jeder andere Werbekunden auch.

    Und wess Brot ich esse, des Lied ich sing, das ist doch wohl klar.

    Nein, ich hoffe sehr, das er damit nicht durchkommt – auch nach den Wahlen nicht.

  3. Mit knapp 50 Mio. € Jahresetat hat die ARD mit dem YouTube-Channel “funk” die gesamte Zuschauerstatistik der öffentlich-rechtlichen TV- und Rundfunkanstalten ins Wackeln gebracht und in jungen Zielgruppen mehr Reichweiten als im linearen TV erzielt!

    Insofern sind die finanziellen Vorstellungen von ProSiebenSat.1-Vorstand Conrad Albert wohl überdimensioniert.

    Aber das Prinzip von “funk” ist gut & hoch kreativ!

    Drei Dekaden mit fundamentalen Fehlentwicklungen gehen gerade zu Ende.

    Das Neue kommt …..

    1. Echt ? Welche funk Kanäle haben denn Reichweite ? DVA generiert mit 1 Mal Koran verbrennen in der Zielgruppe mehr Views als Eva Schulz und Co. zusammen.

  4. Nun ja, Einnahmen durch Reklame, hohe Gewinne ohne Refinanzierung ins Programm, genügte ja nicht. Also erdachte man sich eine künstliche “GEZ” im Sinne des HD-Fernsehns, das keiner wollte außer den Aussagen der Spots, mit dem fröhlichen grünen Hampelmann (übrigens die selbe Truppe, die noch vor Jahren Heerscharen gescheiterter junger Menschen in Form von Drückerkolonnen an die Türen sozialer Brennpunkte schickte, um sich über Knebelverträge einen Absatzmarkt für “Telefondienstleistungen” zu ergaunern istz heute ganz alleine fürs Eintreiben im terrestrischen Bereich zuständig).

    Wen wunderts da auch, das Bosse von Senderformaten (welche bekanntlich der Ansicht sind, die Zuschauer seien etwas zu dicklich, faul und ungebildet) den Hals nicht voll kriegen? Warum bitte so knickerig, 100 Millionen sind doch nun wirklich Peanuts! Man muß das Geld doch nun wirklich nicht für Sozialleistungen verbrennen, wenn sich so ein herzallerliebster Mensch doch soo für die Bildung im Sinne EU der Jugend engagiert!

    Lassen Sie mich meinen Kommentar schließen wie einst der “Sudelede”:
    ” … auf Wiedersehen!” ^^

  5. Ich finde diese Ideen Freibier für mich, sind einfach Weltideen. Ich mache irgendwas und zahlen müssen andere. Sorry, das Geschäftsmodell lineares TV geht langsam zu Ende. Gerade die Pro7Sat1 hab auf gekauften Content gesetzt. Da gibt es viele sehr eindeutige Interviews in der Vergangenheit. In der Summe hat die Sendergruppe viel zu wenig eigene Rechte. Der Zukauf war einfach günstiger.

    Nur seit es Netflix & Amazon Prime gibt, werden die Karten neu gemischt und gerade die jungen Zielgruppen schauen immer weniger linear Programm. Ich bezweifle auch, dass es in Unterföhring genügend Know how gibt. Warum baut wohl KKR eine große deutsche Produktionsgesellschaft auf?

    Jetzt soll die Allgemeinheit für Inhalte zahlen? Dann soll die Gruppe neue Aktien ausgegeben und ins Programm investierten. So ist da nun einmal in einer Marktwirtschaft…

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