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“Goldene Kamera”-Verleihung fällt auf neuen Zuschauer-Minusrekord, ARD siegt stattdessen mit Krimidrama “Der Auftrag”

Steven Gätjen moderierte die Verleihung der Goldenen Kamera im ZDF
Steven Gätjen moderierte die Verleihung der Goldenen Kamera im ZDF Steven Gätjen.

So wenig Interesse gab es im deutschen Fernsehen noch nie für eine Verleihung der Goldenen Kamera. Nur 2,36 Mio. Leute sahen die dreistündige Show im ZDF, der Marktanteil lag bei 8,9%. Beide Zahlen sind Minusrekorde in der Historie der Gala. Ein viel größeres Interesse gab es stattdessen am ARD-Krimidrama "Der Auftrag", das mit 5,87 Mio. und 20,2% den Prime-Time-Sieg einfuhr.

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Das sind die fünf Dinge, die Sie über die Quoten vom Samstag wissen müssen:

1. Goldene Kamera mit so geringem Interesse wie nie zuvor

2,36 Mio. Menschen interessierten sich am Samstagabend also für die Goldene Kamera im ZDF. Der Marktanteil lag bei schwachen 8,9%. Eindeutig zu wenig für eine solch aufwändige Gala. Allein im Vergleich zum Vorjahr gingen damit 780.000 Zuschauer verloren, rund ein Viertel der damaligen 3,14 Mio. Der Marktanteil rutschte zum ersten Mal überhaupt unter die 10%-Marke. Zum Vergleich: 2012 sahen noch mehr als 5 Mio. Leute zu. In nur sieben Jahren verlor die Verleihung damit Stück für Stück 55% ihrer Zuschauer. Bei den 14- bis 49-Jährigen gab es mit 460.000 Sehern ebenfalls einen Tiefstwert, der Marktanteil von 5,9% ist hingegen “nur” der drittschwächste – nach 2018 mit 5,7% und 2014 mit 4,5%.

2. ARD-Krimidrama “Der Auftrag” gewinnt die Prime Time mit Top-Quoten

5,87 Mio. Menschen entschieden sich am Samstagabend statt für die Goldene Kamera für das ARD-Krimidrama “Der Auftrag”. Eine Zuschauerzahl, die für glänzende 20,2% und den klaren Prime-Time-Sieg reichte. Den ersten Platz in den Tages-Charts holte sich aber die 20-Uhr-“Tagesschau”, die vor dem 20.15-Uhr-Film sogar 6,69 Mio. Neugierige (24,9%) einschalteten. Die Bundesliga-“Sportschau” komplettiert auf Platz 3 den ARD-Triumph: 4,86 Mio. Fußball-Fans sorgten für 23,1%. Stärkster ARD-Konkurrent war nicht die Goldene Kamera, sondern “Deutschland sucht den Superstar” bei RTL: 3,41 Mio. (12,3%) sahen die Casting-Show.

3. “DSDS” verliert Zuschauer und Marktanteile an “Die beste Show der Welt”

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Auch bei den 14- bis 49-Jährigen gewann die 20-Uhr-“Tagesschau” des Ersten den Tag – mit 1,48 Mio. jungen Zuschauern und einem Marktanteil von 21,6%. Über die Mio.-Marke sprangen ansonsten nur noch “Deutschland sucht den Superstar” (1,45 Mio. / 17,7%) und die Bundesliga-“Sportschau” (1,05 Mio. / 20,7%). “DSDS” landete damit aber klar unter den Zahlen der Vorwoche, als 1,73 Mio. für 20,2% reichten. Ein Teil der Zuschauer könnte an ProSieben gegangen sein, denn dort gab es nach den miesen Zahlen für “Die 1. Headis Team-WM” am vergangenen Samstag diesmal deutlich bessere Werte von 940.000 14- bis 49-Jährigen und 12,0% für “Die beste Show der Welt”. Den Sat.1-Film “Hotel Transsilvanien” schalteten unterdessen 760.000 (9,1%) ein, den ARD-Film “Der Auftrag” sahen 890.000 (10,8%).

4. Super RTL besiegt um 20.15 Uhr RTL II

In der zweiten Privat-TV-Liga setzte sich am Samstag Vox an die Spitze: 600.000 14- bis 49-Jährige interessierten sich am Vorabend für “Der Hundeprofi” und bescherten der Reihe tolle 10,3%. Um 20.15 Uhr waren dann noch 480.000 junge Menschen bei Vox, die extrem lange Doku “Brutal schön – Mein optimierter Körper” erreichte damit einen soliden Marktanteil von 6,8%. kabel eins erreichte um 21.15 Uhr mit “Hawaii Five-O” ebenfalls solide 5,3%, davor (4,4% für “Hawaii Five-O”) und danach (4,9% für “Scorpion”) verfehlte der Sender aber die 5%-Marke. Richtig mies lief der Abend für RTL II – mit 3,4% und 2,7% für “The Shannara Chronicles”, sowie 2,8% und 3,6% für “Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.” Damit landete RTL II am Abend sogar noch hinter Super RTL, das mit 320.000 14- bis 49-Jährigen und 3,9% für “Deep Impact” überzeugte und damit bis auf Platz 32 der Tages-Charts sprang. Im Gesamtpublikum gehörte der Film mit 740.000 Sehern zudem zu den zehn populärsten Super-RTL-Programmen des bisherigen Jahres 2019.

5. NDR, SWR und mdr knacken mit Prime-Time-Shows die Mio.-Marke, Bundesliga-Zahlen bei Sky noch nicht komplett

Gleich drei Dritte der ARD erreichten um 20.15 Uhr siebenstellige Zuschauerzahlen mit Shows: 1,30 Mio. schalteten “Kaum zu glauben! Das Außergewöhnlichste” im NDR Fernsehen ein, 1,17 Mio. sahen parallel dazu den “Schlager-Spaß mit Andy Borg” im SWR Fernsehen und 1,10 Mio. “Die Party mit Ross Antony” im mdr Fernsehen. Über die Mio.-Marke sprang am Nachmittag auch Sky mit der Fußball-Bundesliga. In den vorerst gemeldeten 1,05 Mio. fehlt allerdings noch die Partie von Bayern München beim SC Freiburg, deren Zahlen aus technischen Gründen noch nicht veröffentlicht wurden.

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Alle Kommentare

  1. Die vom ZDF tun mir leid, sie merken nicht das jede Sendung die Steven Gätjen moderiert eine Quoten Pleite ist, sie hätten lieber Barbara Schöneberger das moderieren lassen sollen dann hätte die Sendung mehr Zuschauer gehabt und sie brauchten sich nicht über die schlechten Quoten zu wundern.

  2. Diese “Goldene Kamera”-Verleihung hat mich wirklich aufgeregt. Das Ganze wirkt mittlerweile wie ein Parteitag der GroKo, auf dem hintereinander weg politische erwünschte Aussagen vorgetragen werden. Klimaschutz? Hat das Festkommitee 30 Jahre nicht interessiert! Jetzt werden plötzlich sämtliche Beteiligte zum Sprachrohr einer einzigen Meinung. Wetten, dass 99% aller Teilnehmer danach den Ort mit Flugzeug oder benzingetriebenem PKW verlassen haben?
    Nie wurde deutlicher, wie die politischen Parteien mittlerweile die öffentl. Fernsehsender gekapert haben. Und wie maßlos in D’land mittlerweile geheuchelt wird.

    1. Aber das ZDF macht das alles mit… Ich habe mich gefragt, WIE finden die den Nachwuchs-Schauspieler… Gerne sei es der jungen Frau gegönnt aber ich traue diesem Kartell überhaupt nicht mehr über den Weg. Dass in der Jury zwei “Hochkaräter”-Schauspieler (Nadja Uhl, Richy Müller war sogar nominiert) saßen, die mit all den Schauspielern, die da eingeladen und nominiert wurden, befreundet sind, ist das eine. Es wundert also nicht, warum welche/r Schauspiele/in – meist in einem ZDF-Film (der Sender der den Preis im Programm hat, will für sich gewinnen ist doch klar..) -ausgezeichnet wurde… Und dass – siehe Monopol – eine Produzentin wie Frau Sperl auch dem Sender gutes tun will, damit der nächsten Auftrag kommt, ist, wer die Branche kennt, normal. Dass die junge Dame bei einem ZDFneo-Projekt (Produzent Bantrybay Jan Kromschröder) eine der Hauptrollen spielt, das dem Sender wahnsinnig wichtig ist, nämlich “DRUCK” (2018 und 2019), könnte zu Gedanken führen, die vermutlich nicht falsch sind… Dass man vor allem “Isy” (ARD) erwähnt hat lag nahe, weil im Mittelpunkt des Filmes auch eine junge Schüler-Truppe war, es um Vergewaltigung ging und die jungen Leute, von Monheim gut geführt, eine große Chance bekamen, zu reüssieren z.B. bei “Druck”… Ein Schelm der dabei denkt, dass das ZDF und alle Beteiligten da bestimmte Interessen haben. Dass solche Gedanken überhaupt aufkommen und damit das Desinteresse fördern (weil auch Zuschauer, die nicht aus der Branche kommen, die Lügenwolken spüren) ist der Unverfrorenheit der ÖR-Sender geschuldet, die ihre Macht kaum mehr verstecken und auch keine Anständigkeit mehr kennen. Die Politik hat diese Kartell-Entwicklung zugelassen. Dass den Mauschlern dabei Fehler unterlaufen wie Klimaschutz vs VW UND der ganze Haufen von “Stars” sowieso glaubt ihre Meinung sei extrem wichtig für “das Volk” geht gehörig auf den Geist. Die Quoten zeigen es.

  3. Überall verlieren “Preisverleihungen”, weil es zu viele sind und ganz besonders in dieser Film-und-Fernseh-Medien-Welt, weil wir gesehen haben, wie die Preis-Gekrönten – sogar beim Nobel-Preis – zustande kommen. Bei der Goldenen Kamera wählten Schauspieler mit, die zur Star-Mischpoke gehören. Welche Mauscheleien da entstehen, haben wir beim Bayerischen Fernsehpreis gesehen und auch anderswo. Der Fernsehpreis wollte wichtige Gewerke bei einem Film gar nicht auf die Bühne lassen, sondern nur sich selbst und das sind vor allem Redakteure und Produktions-Buddys. Die Sender nehmen überall Einfluss, eben auch auf Kino-Filmfesten, wo wir hunderte Fernsehfilme sehen mit immer demselben Personal, das gut ist, zugegeben aber es gibt hunderte bessere, die durch die Verstopfung gar nicht bemerkt werden. Kurz: Trau, schau, wem… und Selbstbeweihräucherungs-Preisverleihungen, die – das können die Deutschen einfach nicht – einfach kein bisschen Glamour zu sehen ist (dafür ständig der Intendant, der Programmdirektor, die stellvertretende Programmdirektorin eingeblendet werden) brauchen die Zuschauer immer weniger. Zumal jede dieser Verleihungen gleich abläuft… mit denselben Gästen bzw. Gesichtern und Moderator-inn-en die ebenfalls nicht gut genug sind.

  4. 8,9% sind 2,36mio Zuschauern?
    Nach Adam Riese hätten dann 26,5mio Menschen dann TV geschaut – und das im Zeitalter von Netflix, Sky und den unzähligen”free”-streaming-Seiten.
    Da sind da Paralellen zu den Zeitungsauflagen erkennbar? :))

    Gruß,
    HD

    1. ….aber ALLE zahlen… bald per Index-Erhöhungen… Ein riiiesiger Moloch – viele wissen, es ist ein Kartell – besonders bei der ARD. Dass die immer hinter dem ZDF landet, also trotz 9 Landesrundfunkanstalten, einer Degeto, hunderten Tochterfirmen und dabei die Bürger-Milliarden verballert, das gehört zur Analyse dazu. Und während die Landes–dingsbums zusätzlich zur Degeto auch noch selbst Filme in Auftrag geben (sonst wären tausende Leute UND einige Hochhäuser aber auch riesige Gelände wie das ZDF aufm Lerscheberg) überflüssig)… Dass erst mal das alles bezahlt werden muss plus die Rücklagen für Wahnsinns-Pensionen heißt mehr, mehr, mehr Euros..und die Politik, die keine Kontrolle installiert hat, die Knowhow hat, findet es ganz o.k. dass solche unüberschaubaren Monster von Bürgern bezahlt werden MÜSSEN, die zum Teil selbst grade so über die Runden kommen. Die Aufteilung des Portfolios in “relevante” Nachrichtenabteilungen=sehr wichtig für die Politik und – wer das an die Sender gegeben hat gehört bestraft – Filme/Serien-Abteilungen=, die sich gegenseitig aufreiben (hunderte Tochterfirmen sind mega-Konkurrenz für freie Produzenten) und deshalb an Zuordnungen wie “schlechte Unterhaltung vs. gekrönte Bla-Filme” festhalten, weil Wichtig-Redakteure mit “furchtbarer” Macht (Henke, Heinze usw.) dort sitzen und – wohl menschlich – es geil finden, über Jahrzehnte die Fernseh-Branche und die inzwischen vom ÖR völlig Abhängigen zu dominieren. Die Goldene Kamera hat es deutlich gezeigt. Die Fernsehfilme und ihre “Stars” werden bejubelt…. die “Heimatfilme” bekommen vorne ein kritisches Liedchen vom Schrott, der das eigentlich ist aber den (dummen) Leuten halt gefällt.. gesungen, bevor sie – deklassiert im Gegensatz zu den “Hochkarätern” (mit ausgewählt z.B. von der “Hochkaräterin” Nadja Uhl) auf die Bühne durften, wo dem Bergdoktor Hans Sigl, der sich öffentlich gegen diese Verurteilung eines Genres und damit verbunden die Zuordnung der Schauspieler zum “Schrott” wehrt, “entzogen” wurde. Der Mann hat keine Angst mehr und hat sich trotzdem geäussert, wenn auch hektisch und für viele Nichtinsider unklar. Wie die veranstaltende Funke-Gruppe – selbst in ihren schwächelnden Yellow-Blättern an diesen Schauspielern höchst interessiert – dieses Lied auf die Bühne lassen konnte, ist schleierhaft. Die eigenen LeserInnen – wenn auch alt aber das sind auch Fernsehzuschauer und GebührezalerInnen – so zu diskreditieren, das muss man erst mal schaffen – gell Goldene Kamera.. Gut, dass wenigstens noch 2 Millionen der “Alten” zugeschaut haben.. Ein Trauerspiel das alles.

  5. 8,9% sind 2,36mio Zuschauern?
    Nach Adam Riese hätten dann 26,5mio Menschen dann TV geschaut – und das im Zeitalter von Netflix, Sky und den unzähligen”free”-streaming-Seiten.
    Da sind da Paralellen zu den Zeitungsauflagen erkennbar? :))

    Gruß,
    HD

  6. Das ist so ähnlich wie beim Gänsestopfen, die haben auch keine Lust mehr, das ihnen jede Menge Mist reingewürgt wird, aber die Zuschauer MÜSSEN sich das nicht ansehen.

  7. Es wird den Medien eher nicht gelingen, den Greta-Hype bis zur Europawahl aufrecht zu erhalten. Dies scheint mir der vornehmlichste Zweck der Greta-Kampagne zu sein. Ihr eine Goldene Kamera zu geben, ist eine peinliche Idee.

    Ich bin durchaus für Klimaschutz. Allerdings gilt: Deutschland hat nur 2,3 % Anteil am weltweiten CO2-Ausstoß. Eine Drosselung der Geburtenrate in den Entwicklungsländern oder ein substanzieller Beitrag Chinas (27%) wäre wesentlich wirkungsvoller. Vielleicht sollte Greta mal dahin fahren (nicht fliegen), wo die 1400 Kohlekraftwerke entstehen, die in Planung sind oder gerade gebaut werden.

    1. Immerhin war der „Greta-Coup“ so gelungen, dass ihre ergreifende Rede nun in voller Länge in der ZDF-Mediathek zu sehen ist! Von wegen „schön nach hinten losgegangen“ …

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