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“Bodenlose Frechheit” – DJV fordert ARD-Chef Wilhelm auf, seine Werbe-Chefs nach Kritik an Print “in die Schranken zu weisen”

Der ARD-Vorsitzende und BR-Intendant Ulrich Wilhelm
Der ARD-Vorsitzende und BR-Intendant Ulrich Wilhelm

In einem Interview mit Horizont haben die beiden ARD-Werbemanager Elke Schneiderbanger (leitet den Audio-Vermarkter AS&S) und Uwe Esser, Leiter der TV-Vermarktung, Kritik an Printmedien geübt. Das rief DJV-Chef Frank Überall auf den Plan, der die Kritik als "bodenlose Frechheit" geißelt und ARD-Chef Ulrich Wilhelm auffordert, die beiden "in die Schranken zu weisen".

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Horizont sprach die beiden ARD-Werbemanager auf die Attacken an, die Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser in regelmäßigen Abständen gegen die TV-Branche zu reiten pflegt. Elke Schneiderbanger sagt auf die Kritik des Zeit-Geschäftsführers angesprochen, Radio und Fernsehen würden “auch von den Problemen der Zeitungen” profitieren. Uwe Esser sagte, die Qualität im Printbereich sei “selbst bei den sogenannten Entscheidermedien zu diskutieren”. Schneiderbanger ergänzte: “Nehmen Sie den Relotius-Skandal, der sich durch einige Printmedien zieht. Wie muss es denn in den Redaktionen zugehen, wenn Journalisten glauben, auf diese Art gewünschte Geschichten kreieren zu müssen? Das wirft kein besonders gutes Bild auf Zeitungen und Zeitschriften.”

Dazu sagte der Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbandes, Frank Überall: “Die ARD-Werber tun so, als ob die Fälschungen eines Claas Relotius in Zeitungs- und Zeitschriftenredaktionen an der Tagesordnung seien. Das ist eine bodenlose Frechheit.” Überall verwies darauf, dass Der Spiegel und andere Medien, für die Relotius tätig war, sich um eine selbstkritische Aufarbeitung der Affäre bemühten. “Die von null Sachkenntnis geprägte Attacke der ARD-Werber ist verheerend für die Glaubwürdigkeit der Kolleginnen und Kollegen in den Redaktionen”, so der DJV-Chef weiter. Er forderte den ARD-Vorsitzenden Ulrich Wilhelm auf, die kaufmännischen Mitarbeiter der ARD-Werbetochter in ihre Schranken zu weisen.

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Ein ARD-Sprecher erklärte zum aufgeflammten Streit Print vs. TV auf Nachfrage: “Der ARD-Vorsitzende teilt die Auffassung von Elke Schneiderbanger und Uwe Esser aus dem Horizont-Interview nicht. Seit Jahren betont Ulrich Wilhelm vielmehr das Miteinander von Medien in einer Verantwortungsgemeinschaft. Für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bestehe kein Anlass zur Abgrenzung gegenüber den Zeitungen. Nur gemeinsam könnten beide Seiten die vielfältigen Themen des öffentlichen Lebens begleiten und durchdringen und sich den Herausforderungen in einer sich rasant verändernden Medienwelt stellen.” 

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