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Aufbruch ins Original Content-Zeitalter: Apples Video-Streaming-Dienst soll “ein Netflix-Killer” werden

Nach der Keynote ist vor der Keynote: Apple-CEO Tim Cook
Nach der Keynote ist vor der Keynote: Apple-CEO Tim Cook © Apple

Es ist so weit. Über Jahre hat Apple-CEO Tim Cook immer wieder angedeutet, dass Apple ins Geschäft mit Original-Serien und -Filmen einsteigen will – heute dürfte nun die große Ankündigung eines Video-Streaming-Dienstes folgen. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Apple mit seinem Content-Angebot offenbar ganz große Pläne: Die neue TV-App macht intern schon als "Netflix-Killer" die Runde – und soll nun doch Geld kosten.

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Der große Tag ist da. Heute um 18 Uhr deutscher Zeit dürfte das nächste Kapitel einer inzwischen 13-jährigen Odyssee aufgeschlagen werden, die 2006 mit der ersten Set-Top-Box Apple TV begann. Seit der zweiten Steve Jobs-Ära ist Apple besessen davon, die Fernsehlandschaft zu revolutionieren, wie es mit iTunes die Musikwelt revolutioniert hat.

Allein: In den vergangenen Dekaden waren die TV-Gesellschaften zu mächtig und die Werbeerlöse des linearen Fernsehens viel zu üppig, um sich auf einen Deal mit Apple einzulassen, an dessen Ende der Tech-Gigant naturgemäß am längeren Hebel sitzt.

WSJ: Apple will Netflix herausfordern

Mit dem Anbruch des Streaming-Zeitalters haben sich die Kräfteverhältnisse jedoch maßgeblich geändert.  “Netflix ist die dominierende Fernsehgesellschaft des 21. Jahrhunderts”, hatte CNBC-Marktkommentator James Cramer schon vor Jahren den Siegeszug des Streaming-Pioniers vorhergesagt, der im vergangenen Jahr tatsächlich Realität wurde, als Netflix zeitweise Disney als wertvollsten Medienkonzern der Welt ablöste.

Nach Jahren des Abwartens schickt sich Apple nun an, das neue Spielfeld zu betreten – und wie immer, wenn Apple ein neues Spielfeld betritt, kann es nur darum gehen, langfristig der dominierende Spieler zu sein. Die Hypothese stützt das Wall Street Journal am Sonntag in einem Last-Minute-Bericht unmittelbar vor der heutigen Keynote.

“Apple wollte einen Dienst, der Netflix schlagen kann”, berichtet eine mit dem Vorgang vertraute Person von Apples langjährigen Streaming-Plänen. Intern wird der Video-Dienst nach Wall Street Journal-Informationen bereits “Netflix-Killer” genannt. Zwischenzeitlich sei sogar diskutiert worden, Netflix oder Disney zu kaufen, aber die Pläne seien verworfen worden.

Premium-Seriensender wie HBO und Showtime für 9,99 Dollar zubuchbar

Inzwischen scheint Apple einen Weg gefunden zu haben, den der Kultkonzern aus Cupertino heute in seiner Keynote, die vieldeutig mit  “It’s show time” betitelte wurde, enthüllen wird. Wie das WSJ berichtet, dürfte Apple seinen Video-Streaming-Dienst als eine neue oder grundlegend überarbeitete TV-App anbieten, die Ende 2016 in den USA ausgerollt wurde und in die aktuell die Inhalte aus über iTunes gekaufte und geliehenen Serien un Filmen und andere Streaming-Anbieter wie Amazon Prime einfließen.

Zukünftig will Apple in seiner neuen TV-App zusätzlich die Inhalte von Premium-Seriensendern wie HBO (AT&T), Showtime (CBS) und Starz (Lions Gate) in kostenpflichtigen Kanälen (Channels) anbieten – und zwar zu einem Preis von jeweils 9,99 Dollar, wie das WSJ berichtet.

WSJ: Apples Video-Dienst kostet

Bis zur letzten Minute unklar scheint indes, ob Apples eigenes Original Content-Angebot zum Start ebenfalls etwas kostet – oder gratis für Apple-Kunden angeboten wird. Seit Monaten kursierte das Gerücht, dass die exklusiven Serien- und Filminhalte für Besitzer eines iPhone, iPad oder Apple TV, auf denen die TV-App vorinstalliert ist, kostenlos zur Verfügung stehen soll.

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In anderen Worten: Wie Amazon mit seinem kostenlosen Streaming-Dienst für Prime-Kunden könnte Apple zusätzlichen Mehrwert für Bestandskunden liefern. Oder auch nicht:  Wie das WSJ nämlich nun berichtet, hätten Tim Cook und sein Managementteam “klargemacht, dass der kommende Dienst ein Preisschild trägt”.

Apple soll bereits 2 Milliarden Dollar in Original Content investieren

Wie ernst es Apple mit seinen Content-Bemühungen offenbar meint, hatte vergangene Woche eine Research-Note von der Investmentbank BTIG deutlich gemacht, die dem Blog Apple 3.0 vorliegt. Wie Techanalyst Richard Greenfield erfahren haben will, soll Apple sein jährliches Investment in Eigeninhalte bereits auf zwei Milliarden Dollar hochgefahren haben – in den vergangenen Monaten kursierte noch eine Summe von einer Milliarde Dollar.

Die New York Times hat unterdessen einen tieferen Einblick gewonnen, wofür Apple das Geld ausgibt. Fünf Serien sollen demnach bereits fast fertig produziert sein – darunter einer Serie über das Frühstücksfernsehen, in der Jennifer Aniston und Reese Witherspoon Hollywood-Glamour der höchsten Kategorie nach Cupertino bringen sollen.

Fünf Original Content-Formate angeblich bereits fast fertiggestellt

Auch Steven Spielbergs Neuauflage seiner “Unglaublichen Geschichten” befinde sich angeblich kurz vor der Fertigstellung. Bereits seit Ende letzten Jahres abgedreht sei dagegen eine Mystery-Serie namens “Are you sleeping?” mit Octavia Spencer.

Auch die Science Fiction-Serie “For all Mankind” von “Star Trek”-Produzent Ronald D. Moore sei ebenso beendet wie eine Comedy-Serie der “It’s Always Sunny in Philadelphia”-Macher. Insgesamt könnte Apple bis Jahresende mehr als zehn eigene Serien oder Filme launchen, berichtet die NYT.

Video-Streaming-Dienst könnte bereits im April starten

Für die eigenen Serien- und Filmbemühungen hat Apple unterdessen mit Jamie Erlicht und Zack Van Amburg, die die Erfolgsserien „Breaking Bad“ und „Better Call Saul“ mitentwickelt haben, zwei absolute Top-Manager aus Hollywood verpflichtet.

Im vergangenen Juni gab Apple zudem bekannt, mit der weltweit wohl bekanntesten und erfolgreichsten TV-Talkerin Oprah Winfrey einen Vertrag über eine mehrjährige Zusammenarbeit abgeschlossen zu haben. Durch diese “einzigartige, mehrjährige Partnerschaft” sollen ebenfalls Eigenproduktionen für den Streaming-Dienst entstehen. Wie der Finanzinformationsdienst CNBC im Februar berichtete, könnte der Launch des neuen Video-Streaming-Dienstes bereits im April oder spätestens Mai erfolgen.

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