Anzeige

Zweckentfremdung von Beitragsgeldern? Anonymer „Brandbrief“ schießt gegen ARD-Aktuell-Chef Kai Gniffke

Kai Gniffke

Die Berliner Morgenpost berichtet über einen „Brandbrief“, den ein oder mehrere anonyme Mitarbeiter der ARD-Aktuell-Redaktion an die ARD-Intendanten verschickt haben. Darin werden schwere Vorwürfe gegen ARD-Aktuell-Chefredakteur Kai Gniffke erhoben. Er habe „heimlich“ Mittel in der Nachtschicht zu Gunsten von tagesschau.de verschoben. Außerdem herrsche unter Gniffke ein „Klima der Angst“. Bezeichnend ist, dass der Brief auftauchte, kurz nachdem Gniffkes Kandidatur zum SWR-Intendanten bekannt wurde.

Anzeige

Laut dem Brief habe Gniffke angeordnet, in Nächten mit hohem Nachrichtenaufkommen die 4.40-Uhr-Ausgabe der „Tagesschau“ ausfallen zu lassen. Im Brief heißt es laut Berliner Morgenpost: „Die ‚Tagesschau‘ sagt Sendungen ab, wenn etwas passiert! (…) Die Gebührenzahler zahlen dafür, von uns rund um die Uhr mit Qualitäts-Nachrichten versorgt zu werden, das löst Herr Gniffke nicht mehr ein.“ In dem Brief heißt es außerdem, Gniffke habe die Anweisung gegeben, „das nächtliche Vorgehen geheim zu halten“. Was das mit einer „Zweckentfremdung“ von Beitragsgeldern zu tun haben soll, erschließt sich nicht.

Das anonyme Schreiben tauchte kurz nach Bekanntwerden von Gniffkes Kandidatur zum SWR-Intendanten auf. Der zeitliche Zusammenhang ist bemerkenswert und legt den Verdacht nahe, dass hier jemand Gniffkes Kandidatur für die Intendanz beschädigen will. Auf Anfrage zu den erhobenen Vorwürfen heißt es vom zuständigen NDR: „Wir pflegen im NDR eine Kultur der offenen Kritik und äußern uns deshalb zu anonymen Zuschriften grundsätzlich nicht. Die Verwendung der Mittel von ARD-aktuell erfolgt transparent und wird kontinuierlich von der ARD geprüft.“

Rundfunkrat und Verwaltungsrat des Südwestrundfunks (SWR) haben sich unterdessen über das Verfahren für die Wahl der SWR Intendantin/des SWR Intendanten verständigt. Zur Wahl am 23. Mai in Stuttgart stehen Kai Gniffke und Stefanie Schneider, SWR Landessenderdirektorin Baden-Württemberg. Die Wahl der Intendantin/des Intendanten wird in einer öffentlichen gemeinsamen Sitzung von Rundfunkrat und Verwaltungsrat erfolgen. Die zur Wahl zugelassenen Kandidaten erhalten Gelegenheit, sich in dieser Sitzung dem Wahlgremium zu präsentieren.

Anzeige