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Kabinen-Schummel bei „Ausgerechnet“: WDR nimmt Kreuzfahrt-Reportage aus der Mediathek

In der Kritik: WDR-Reportage "Billig-Kreuzfahrt" aus der Reihe "Ausgerechnet" © Screenshot: Youtube: WDR Reisen

Der WDR hat nach kritischen Nachfragen von Zuschauern eine Reportage über Billig-Kreuzfahrten aus seiner Mediathek und von YouTube entfernt. In dem Film entstehe der Eindruck, dass der Reporter eine Innenkabine selbst bewohne, die zum Angebot einer günstigen Kreuzfahrt gehöre, erklärte der Sender in einem Statement unter den nicht mehr abrufbaren Videos – das war aber offenkundig nicht der Fall.

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„Tatsächlich hat er in einer anderen Kabine übernachtet. Dies war der Redaktion leider nicht bekannt“, heißt es seitens des Senders. Man könne die Kritik nachvollziehen und werde den Film nicht weiter veröffentlichen. Er war am 11. Februar auch im Fernsehen gezeigt worden. DWDL hatte über den Fall berichtet.

Die mangelnde Faktentreue war nicht der erste Problemfall dieser Art bei dem Format. Im Januar waren bereits drei Filme aus der WDR-Dokumentationsreihe „Menschen hautnah“ in die Kritik geraten. Unter anderem waren nach WDR-Angaben zwei Protagonisten über eine Website gewonnen worden, auf der Sender und Produktionsfirmen Komparsen und andere Mitwirkende für Fernsehsendungen suchen. Zudem gab es in den Filmen Fehler bei Jahreszahlen und Altersangaben. Chefredakteurin Ellen Ehni hatte erklärt, man werde bei „Menschen hautnah“ nun genauer hinschauen.

Das taten aber bei der Billig-Kreuzfahrt-Reportage offenbar nicht die Senderverantwortlichen, sondern die Zuschauer, die anhand der Kabinennummer herausfanden, dass der Reporter gar nicht die Billig-Unterkunft, sondern eine hochwertigere Kabine auf dem Schiff bewohnt hatte. Als entsprechende Kommentare im Netz auftauchten, kam die Sache ans Licht.

Nach Angaben des WDR läuft nun auch eine sorgfältige Überprüfung der Produktionen aus der Reihe „Ausgerechnet“. „Der WDR bedauert den falschen Eindruck, der in der Reportage entstanden ist“, erklärte der Sender am Dienstag in Köln. Die Redaktion habe der Produktionsfirma deutlich gemacht, dass sie die Darstellung im Film „Ausgerechnet Billigkreuzfahrt“ inakzeptabel finde. „Für die Fortsetzung der Reihe werden die Arbeitsabläufe in der Produktionsfirma überprüft und angepasst.“

Unter der Veröffentlichung des Films auf YouTube hatten User zahlreiche Kommentare gepostet. Darunter war dann auch die Beobachtung, dass der Reporter vermutlich nicht in einer Innenkabine geschlafen habe.

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