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Sophie Passmann über zu viel TV-Satire mit weißen Männern: “Das hat mit sexistischer Förderung zu tun”

Sophie Passmann
Sophie Passmann ©imago images / Future Image

Die taz hat für ihr Magazin Futurzwei die beiden Autorinnen Sophie Passmann ("Alte weiße Männer") und Jagoda Marinic (Sheroes) interviewt. Passmann übt im Interview Kritik an einer, wie sie es nennt, "sexistischen Förderung" weißer Männer in der "deutschen Satirelandschaft": "Davon haben wir genug. Männer profitieren von dieser Förderung und in der Erziehung mit Sicherheit davon, dass sie eher auf laut sein und lustig sein getrimmt werden als Mädchen."

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Wenn sie sich in der “deutschen Satirelandschaft” umschaue, frage sie sich: “Wo sind eigentlich die lustigen Männer?” Viele Männer im TV- und Comedygeschäft kämen “eine ganze Stunde ohne eine handwerklich richtige Pointe aus.” Bei den im Satire-Biz erfolgreichen Frauen gebe es “grob geschätzt 90 Prozent gute Leute”, bei den Männern nur die Hälfte so Passmann.

Die Autorin und Kolumnistin macht dafür eine “sexistischen Förderung” verantwortlich. Allein ZDFneo habe vergangenes Jahr zwei neue Late-Night-Shows pilotiert, die beide von weißen Männern moderiert worden seien. “Davon haben wir genug”, so Passmann. “Frauen verbieten sich dann oft selber den Mund, wenn es um Witze geht, und haben Angst, nicht beliebt zu sein und nicht liebgehabt zu werden und zu unbequem zu sein, zu laut zu sein, zu schwierig”, sagt die Autorin im taz Futurzwei-Interview.

Sie wendet sich auch gegen das Klischee, dass sie ihre Medienkarriere nur ihrer Twitterei zu verdanken habe: “Mir wurde im letzten Jahr gerne mal aufgedrückt, ich sei so dieses Girl aus dem Internet und hätte einfach angefangen zu twittern und dann sei mir alles zugefallen. So war es nicht. Ich habe beim Öffentlich-Rechtlichen gearbeitet. Ich habe eine Moderatoren-Ausbildung, ich habe studiert, ich habe während des Studiums geschrieben. Parallel zum vielen Twittern hatte ich einen Lebenslauf, der mir erlaubt, auch Sachen zu machen, die ich jetzt mache.” Twitter sei aber trotzdem wichtig gewesen, weil sie dort eine größere Reichweite habe generieren können, als im Hörsaal. “Aber am Ende des Tages reicht es nicht, auf Twitter laut zu sein. Man muss schon ein bisschen mehr können als das”, so Passmann.

Das Interview ist in taz Futurzwei erschienen, dem Magazin des taz-Verlags für Zukunft und Politik unter der Herausgeberschaft von Harald Welzer. Hier kann man die Ausgabe bestellen.

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