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Aus für “Dash”-Buttons: Amazon nimmt die Bestellknöpfe weltweit aus dem Sortiment

Amazon-CEO Steve Bezos: Mit Dash-Buttons einfach Waren per Knopfdruck bestellen
Amazon-CEO Steve Bezos: Mit Dash-Buttons einfach Waren per Knopfdruck bestellen

Amazon stellt den Verkauf seiner Dash-Buttons zum schnellen Nachordern von Alltagsartikeln weltweit ein. Statt der Hardware-Knöpfe will sich der Online-Händler künftig auf verwandte digitale Dienste konzentrieren. Dazu gehören virtuelle "Dash"-Buttons auf der Amazon-Webseite und in der App. Für Deutschland hat die Entscheidung besondere Brisanz.

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Denn Amazon hatte im Januar in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht München einen Rechtsstreit mit der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen um die Knöpfe verloren. Die Richter entschieden, dass Amazon gegen Gesetze zum Online-Handel verstoße, weil beim Einkauf klare Informationen zu Inhalt, Preis und der Hinweis auf eine zahlungspflichtige Bestellung fehlten. Die Buttons, die an eine Türklingel erinnern, haben nur das Logo des Anbieters eines Produkt und den Knopf, der eine Bestellung auslöst.

Amazon: Weltweites Aus hat nichts mit deutschem Entscheid zu tun

Das weltweite Aus für den “Dash”-Button sei keine Folge der Niederlage in München, betont Amazon. “Die Entscheidung des Oberlandesgerichtes München steht in keinerlei Zusammenhang mit der Entscheidung, den Dash Button weltweit nicht weiter anzubieten”, sagte Amazon-Manager Tim Freystedt zur Entscheidung am Donnerstag. Grund sei, dass Kunden die anderen Angebote zum Nachordern zunehmend nutzten. Oders anders formuliert: Eventuell wurden die Dash-Buttons zu wenig genutzt.

Das Unternehmen verweist auf den “Dash Replenishment Service”, bei dem vernetzte Hausgeräte automatisch nötige Verbrauchsmittel nachbestellen. Außerdem könnten Kunden per Sprachbefehl mit Alexa entsprechend Artikel ordern. Die Knöpfe wurden weltweit in sieben Ländern angeboten: USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Italien, Spanien, Frankreich. “Der amerikanische Markt für den Dash Button ist ungleich größer als der deutsche”, betonte Freystedt.

Fokus künftig auf “virtuellen” Buttons
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Den juristischen Streit um die Knöpfe will Amazon trotz des Verkaufsstopps durchfechten. “Wir werden nach wie vor gegen die Entscheidung des OLG Rechtsmittel einlegen, weil wir sie für innovationsfeindlich und falsch halten”, sagte Freystedt. Das positive Feedback der Kunden bestärke Amazon darin. Die Knöpfe wurden bis zuletzt in Deutschland weiter angeboten.

Amazon hatte die “Dash”-Buttons 2016 nach Deutschland gebracht. Zuletzt waren es rund 70 für diverse Artikel wie Waschmittel, Windeln, Kondome, Kaffee oder Kosmetik. Bei der Bestellung eines Knopfs zahlt der Kunde 4,99 Euro – die dann aber beim ersten Knopfdruck gutgeschrieben werden. Bastler funktionierten die Knöpfe aber zum Teil auch um, so dass sie damit zum Beispiel smarte Lampen im vernetzten Zuhause steuern konnten. Die speziell für solche Anwendungsfälle gedachte Version des Knopfs für Entwickler wird weiter angeboten.

Künftig will Amazon sich verstärkt auf virtuelle “Dash”-Buttons konzentrieren, die sich auf der Webseite des Versandriesen und in der App einrichten kann. In den USA können Hersteller von Hausgeräten solche digitalen Knöpfe inzwischen auch in die Displays ihrer Technik integrieren. Wer noch einen physischen Button zu Hause hat, kann ihn laut Amazon auch weiterhin nutzen.

dpa

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