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Gib den Trollen Zunder: Wie die ARD die Debatte um das “Framing-Manual” anheizt, ohne es zu merken

Framing-Päpstin Elisabeth Wehling, Schlagzeilen zur ARD-Framing-Debatte
Framing-Päpstin Elisabeth Wehling, Schlagzeilen zur ARD-Framing-Debatte ©Foto: elisabethwehling.com/ Screenshots: netzpolitik.org/ bild.de/ tichyseinblick.de/ faz.net/ sueddeutsche.de/ Montage: MEEDIA

Die Debatte um das "Framing Manual" der ARD ist mittlerweile komplett entgleist. Kritiker werfen der ARD vor, sie wolle "umerziehen", betreibe "Rundfunk-Sozialismus", und übe sich im "totalitären Denken". Die Auswüchse in den Übertreibungen nehmen hysterische Züge an. Umgekehrt überrascht es, wie dilettantisch die ARD in der Causa "Framing-Manual" kommuniziert. Ein Kommentar.

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Es ist schon einigermaßen atemberaubend, wie falsch die ARD-Oberen die Brisanz des “Framing-Manuals” eingeschätzt haben. Das Papier vom Institut der Sprachwissenschaftlerin und Framing-Expertin Elisabeth Wehling bietet auf den ersten Blick reichlich Zündstoff und Angriffsfläche für Kritik. Auf den zweiten Blick auch. Das fängt bei dem Überzeichnen der ARD als hochmoralische Veranstaltung an und hört beim Verunglimpfen von privaten Medien als “Heuschrecken” oder dem ebenso bedenklichen wie dämlichen Begriff von der “Profitzensur” nicht auf. Zu allem Überfluss ist das Papier an zahlreichen Stellen auch noch unfreiwillig komisch, etwa wenn Slogan-Vorschläge gemacht werden wie “Kontrollierte Demokratie statt jeder wie er will”, “Wir nehmen jeden ernst – auch Deinen Stammtisch” (wahlweise “Deine Oma” oder “Dein Kind”) oder “Kein Husch Husch bei Information”. Für sowas zahlt die ARD 120.000 Euro.

Zunächst versuchte ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab das Papier u.a. im Gespräch mit MEEDIA als “Denkanstoß” kleinzureden. Als die Stimmung schon hochkochte und allenthalben der Ruf nach Veröffentlichung des Papiers auftauchte, verwies die ARD auf urheberrechtliche Gründe, warum sie das Manual nicht veröffentlichen könne. Das besorgte dann flugs Netzpolitik.org mit der Begründung, “damit sich alle Beitragszahlende aus der Originalquelle informieren können und an der Debatte informierter teilhaben können.” Das Blog vergaß nicht, den Kritikern des Papiers gleich noch einen mitzugeben, indem erklärt wurde, “gerade rechte Webseiten machen mit dem ausgewählten Zitieren aus dem Text massiv Stimmung gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk”. Wer war damit gemeint? Auch Medien wie MEEDIA, die Welt oder die FAZ, die über das Framing-Manual frühzeitig berichtet hatten? Oder Blogs wie “Tichys Einblick”?

Bei “Tichys Einblick” wagte Namensgeber Roland Tichy den Vergleich, Elisabeth Wehling sei der Claas Relotius der ARD. Was er damit bezweckt, außer sinnfrei zwei Medien-Aufreger in einen Tweet zu packen, bleibt im Dunkeln.

Wobei der eine Aufreger (Relotius) freilich ungleich mehr Substanz hat als der andere (“Framing-Manual”), beide Sachen aber außer Aufreger-Potenzial rein gar nichts miteinander zu tun haben. Auftritt Michael Hanfeld in der FAZ. Für den Groß-Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist das Manual natürlich ein gefundenes Fressen und er liefert die Häme frei Haus:

Wir fassen uns jetzt alle an den Händen und sagen: „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“. Nochmal, bitte mit etwas mehr Emphase: „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“. Schon besser. Geht doch! Aber aller guten Dinge sind drei, und wir sind die Guten, also alle im Chor: „Unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD“. Klingt das nicht gut, fühlen wir uns jetzt nicht besser? Tief durchatmen, das Mantra murmeln und los gehts in die Diskussion mit bösen Rundfunkkritikern, die die Welt ins Unheil stürzen und uns „unseren gemeinsamen, freien Rundfunk ARD“ nehmen wollen.

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Zeitweise dominierte das Manual die Homepage von FAZ.net wie sonst nur ein G20-Gipfel:

Tja, liebe ARD. Leider habt Ihr Euch die Suppe zu großen Teilen selbst eingebrockt. Was hätte man anders machen können? So ziemlich alles. Es geht damit los, dass man auch schon 2017, als das Manual beauftragt wurde, auf die Idee hätte kommen können, dass “Framing” für die Vermittlung von öffentlich-rechtlichen Werten komplett ungeeignet ist. Dem Begriff haftet nun einmal außerhalb linguistischer Zirkel der Ruch der Hirnwäsche an. Zum miesen Image von “Framing” hat Frau Dr. Wehling mit ihren Talkshow- und Kongressauftritten selbst maßgeblich beigetragen. Aber OK, nun war das Ding beauftragt, was nun? Als das Manual dann vorlag, sollte jedem Menschen, der schon mal was mit Medien zu tun hatte, klar sein, dass das Teil stinkt und mächtigen Ärger bedeutet. Das Manual liefert Gegnern des öffentlichen Rundfunks im Allgemeinen und der ARD im Besonderen tonnenweise Material zum Einprügeln. Ganz abgesehen davon, dass man sich als Auftraggeber auch hätte fragen können, ob 120.000 Euro für eine Aneinanderreihung von schon mal Gesagtem plus Moral-Geblubber plus lächerlichen Slogans wirklich gut angelegtes Beitragsgeld sind. OK, es kamen noch die Workshops obendrauf. Na dann …

Dann zogen zwei Jahre ins Land und auf einmal taucht das Manual bei Journalisten auf. Erste Fragen trudeln bei der ARD ein: Warum ein “Framing-Manual”? Was soll das? Warum diese moralischen Überhöhungen? Warum diese Herabsetzungen der Privatmedien? ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab übernahm die Kommunikation und versuchte, das Manual als “Denkanstoß” herunterzuspielen. Alles nicht so schlimm, gehen sie weiter, es gibt nix zu sehen. Klappte natürlich nicht. Nach den ersten Berichten fing die Stimmung an, so richtig hochzukochen. “Wir wollen das Dokument sehen”, wurde auf Twitter geschrien. “Geht nicht”, meinte die ARD, sorry: Urheberrecht. Was klang wie eine Ausrede, war vermutlich auch eine. Statt nach den ersten Anfragen das Dokument sofort selbst zu veröffentlichen und sich angemessen davon zu distanzieren, dachten die ARD-Verantwortlichen offenbar immer noch, man könnte eine Veröffentlichung verhindern. Das besorgten dann die weißen Ritter von Netzpolitik.org zum Wohle der Beitragszahler und zur Mehrung der eigenen Reputation. Damit brachen alle Dämme und eine schon aufgeheizte Meute machte sich über den Text her, teils in Serien. Es ist halt schon einiges an Material.

Und anstatt auch das gezahlte Honorar sogleich transparent zu machen, wurde die Info, dass der Framing-Spaß 120.000 Euro gekostet hat, von der ARD nun aktuell nachgereicht. Einfach nochmal ein bisschen Zunder nachlegen. Die ARD verfolgte eine Strategie des Herunterspielens und scheibchenweise dann doch veröffentlichen. Gerade so, als habe man seinen Abschluss an der Kommunikations-Fachhochschule Karl-Theodor zu Guttenberg gemacht. Ja, natürlich sind die Reaktionen und die mediale Hysterie über das Manual komplett überdreht und übertrieben. Schlimm ist aber auch, dass die ARD das selbst angefacht und verstärkt hat und es noch nicht einmal zu merken scheint.

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Alle Kommentare

  1. “Die Gegner der ÖR wenden dieselbe Technik also straffrei an, während sie sich über die ARD, die es hat untersuchen lassen empören.”

    Die ARD hat es nicht “untersuchen lassen”, sondern für 120 000 Euro Beitragsgeld sich Propagandabegriffe gekauft!

    “In wie vielen Ländern wurden Rundfunk und Presse bereits mit denselben Phrasen und Memes an die Kette rechts-neoliberaler Regierungen gelegt?”

    Äh, keinem.

    “Sorry, das ist ein politischer Kampf mit rechtsextremen Gegnern, über den sich schon mal die gesamte Kultur- und Medianlandschaft Gedanken machen sollte.”

    Sorry, aber wehr sich in einem wahnhaften Konflikt mit “rechtsextremen Gegnern” befindet, der sollte vielleicht einen Spezialisten aufsuchen. Alternativ kann er auch Bilder malen, ein Liedchen trällern oder in eine “weltoffene” Partei eintreten. Was Kulturmenschen halt so machen. Auf jeden Fall hat aber so jemand NICHTS in einer Medienanstalt zu suchen

  2. Manual Framing

    “Freiheit ist immer nur die Freiheit eines Ersatzenkeltrickbetrügers in einer Ersatzenkeltrickbetrügerbande!”

    Niemals war dieses Rosa- Luxemburg Zitat zur Verteidigung der Medienfreiheit gegen die rechtspopulistischen Gedankenverbrecher, die mittels der staatenübergreifenden demographischen Bevölkerungsfortschreibung unter der Berücksichtigung innereuropäischer Wanderungsbewegungen zum Ausgleich von Populationsdefiziten an jungen Menschen verschiedener alteuropäische Völkerschaften UND des extrakonstitutionellen Notstandsmassnahme auch weiterhin nicht auf einen durchschaubaren Ersatzenkeltrick dauerhaft hereinfallen wollen,jemals aktueller denn heutzutage!

  3. Die SZ gibt die Antwort selbst: “Wehling wird von vielen Medien, auch der SZ, regelmäßig als Expertin angefragt.”, schrieb sie schon vor drei Tagen und kann die Aufregung über Wehlings-Gefasel von der “kontrollierten Demokratie” auch nicht vestehen. Na dann, sind wir mit der Alpen-Prawda und dem ARD-Rotfunk in allerbester Gesellschaft, wenn es gilt, die Bevölkerung zu verdummen. Für mich gestorben, SZ fass ich schon lange nur mit Kneifzange an. Jetzt weiß ich warum.

  4. Ist schon mal aufgefallen, daß die links-verdummte Süddeutsche Zeitung auch auf den Begriff “Framing” abfährt ? Im Sommer 2018 bot sie bei der Anti-CSU-Kampagne plötzlich einen “Framing-Check” an:
    “Im Framing-Check analysiert die SZ, wie sich mit Begriffen Politik machen lässt – und so bewusst manipuliert werden soll.” –
    Und die WDR-Sonja Mikisch hat sich halt auch im Sommer 2018 beim Söder`schen verunglückten “Asyltourisms-Begriff” mit dem Wort “framing” in die Debatte geworfen: ” Den Begriff halten die ARD-Redakteurinnen für falsch beziehungsweise für ein „Frame“, wie Sonia Mikich schreibt, das eine Bewertung vorgebe. Den Masterplan zum Umgang mit der Flüchtlingskrise von Innenminister Horst Seehofer möchte die WDR-Chefredakteurin derweil nur mit dem Zusatz „sogenannter“ verwendet sehen.”
    Also: framest Du mich, frame ich Dich. Als wären sie frei davon, jeder Journalist, jeder Kommentator framt. Oder : Haben SZ und WDR etwa die gleichen Wehling- masterminds in Sachen “framing” gehabt. Die Dumm-Linksmedien jedenfalls fuhren im Sommer richtig darauf ab. Und nun: Was schreibt die SZ eigenlich dazu ? Haben sie etwa auch für Wehling bezahlt?

  5. Da ist der Autor wohl in einer richtigen Zwickmühle: wie kann man die ARD für ihr Agitationsmanifest kritisieren ohne den “Falschen” in die Hände zu spielen? Ich schätze, der Spagat ist nicht wirklich gelungen. Kritiker mal eben als hysterisch und Trolle zu beschimpfen ist eben das, was die ARD auch macht und dafür zu recht am Pranger steht. Meedia stimmt in dieses unfreiheitliche Lied der GEZ-Agitatoren ein. Statt zu prüfen, ob der ÖRR mit diesem Pamphlet überhaupt noch seinem gesetzlich festgelegten Auftrag nachkommt oder eben doch Regierungspropaganda betreibt.

    In Zukunft wird sich Meedia wohl entscheiden müssen, ob man lieber an den Zitzen des Staates hängen will und “Haltung zeigt”. Oder journalistisch in Erscheinung tritt. Beides, wie in diesem Artikel, geht nicht.

  6. Hier ist die erste Sendung dazu von Zapp bei der ARD:
    https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/zapp/medienpolitik/Framing-ARD-Papier-sorgt-fuer-Diskussion,framing100.html

    Nett aufgebaut: Erst mal die Bösen benennen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, die erst Populisten zu zeigen, um dann quasi als Notwehr die gleichen Mittel anzuwenden. Konsequent wird das Handbuch verniedlicht, die Übersetzung “Bedienungsanleitung” wird peinlichst vermieden. Der Begriff “Schulung” ist verräterisch. Das sitzt alles noch nicht richtig.

  7. Natürlich müssen es “Trolle” sein.
    Diese “Argumentationsart” hat seit Hitler in Deutschland gut Tradition.

    1. Das sagt auch Ralf Stegner von der SPD. Der schreibt auf twitter

      „Umerziehung“? Das ist doch pure Propaganda. Elisabeth Wehling ist eine kluge Wissenschaftlerin. Das „Framing“ geschieht ja gerade von rechts mit großer Intensität. („Lügenpresse“ etc..) Dass öffentlich rechtliche Medien sich dagegen zur Wehr setzen, ist nur recht und billig.

  8. Das Berkeley International Framing Institute von Frau Wehling besteht allem Anschein nach nur aus einer Internetseite und ihr selbst und einen Geschäftssitz gibt es wohl weder im Berlin noch in Berkeley . Man kann das auch Vorspiegelung falscher Tatsachen nennen. Es ist auch die Frage, ob Frau Wehling noch als Sprachwissenschaftlerin bezeichnet werden kann, denn mit einigen Vorträgen und vor allem mit ihrem Freaming-Manual ist sie von der Erforschung des Framing zur ideologiegeleiteten Produktion von Framings übergegangen.

  9. Wunderbar auf den Punkt gebracht!

    Das Problem, das hier offensichtlich wird, ist aber sehr viel tiefergehender:
    Die ARD ist schlichtweg und grundsätzlich nicht zur Selbstkritik in der Lage. Wer je mit Gremien zu tun hatte, weiß, was ich meine.
    Der Reflex ist erst einmal abbügeln und totschweigen. Das macht alles für die ARD dann nur noch um so schlimmer. Die Institution ARD muss sich dringend neu erfinden. Ich würde es ihr wünschen in Zeiten, in denen die Öffentlich Rechtlichen ohnehin unter Druck stehen.

  10. SZ, Welt, Zeit…das sind doch alles auch mehr oder weniger Blogs. Ich erkenne da den Unterschied zu TE nicht wirklich. Zumal TE auch eine Printausgabe hat, bei der die Verkaufszahlen steigen.

    Nur weil ein Unternehmen mehr Autoren und Blogger beschäftigt? Journalisten, die sich an der klassischen Ausrichtung des Journalismus orientieren hat TE definitiv mehr. Schöne Geschichten kann man dann auf SPON;ZON;SZ usw. lesen.

  11. “Das besorgten dann die weißen Ritter von Netzpolitik.org zum Wohle der Beitragszahler und zur Mehrung der eigenen Reputation.”

    Die weißen Ritter von MEEDIA.de waren es jedenfalls nicht.
    Denn die die hatten das ganze Material schon viel früher!
    … und haben es selbstredend nicht veröffentlicht!

    Nicht dass davon noch die eigene Reputation profitiert…
    Bei MEEDIA.de hat man schließlich Prinzipien:
    Keinerlei Veröffentlichungen, bei denen der eigene Ruf gesteigert werden könnte! Und das seit 1991!
    Damit ist es das älteste Internet-qualitäts-medium ohne irgendeinen nennenswerten Beitrag, abgesehen vom bekannten Autor CTRL+C und dicht gefolgt von RTL2.
    Wow.
    war bestimmt mühsam, die ganzen insider-infos bewusst nicht zu bekommen, um dann auf netzpolitik.org rumzuhacken.

    Oh mann.

    Aber zum Glück gibt es noch ein Rätsel am Ende :

    “Es ist halt schon einiges an Material.”

    …Frage: Finden sie das Verb im Hauptsatz?

    Tipp…Googlen nach:
    “Schlampig-produzierte-texte-von-prakikanten-und-autoren-die-Grammatik–nicht-beherrschen”.de

  12. “Das besorgten dann die weißen Ritter von Netzpolitik.org zum Wohle der Beitragszahler und zur Mehrung der eigenen Reputation.”

    Die weißen Ritter von MEEDIA.de waren es jedenfalls nicht.
    Denn die rie hatten das ganze Material schon viel früher!
    … und haben es selbstredend nicht veröffentlicht!

    Nicht dass davon noch die eigene Reputation profitiert…
    Bei MEEDIA.de hat man schließlich Prinzipien:
    Keinerlei Veröffentlichungen, bei der eigene Ruf gesteigert werden könnte! Und das seit 1991!
    Damit ist es das älteste Internet-qualitäts-medium ohne irgendeinen nennenswerten Beitrag, abgesehen vom bekannten Autor CTRL+C und dicht gefolgt von RTL2.
    Wow. war bestimmt mühsam, die ganzen insider-infos nicht zu bekommen, um dann auf netzpolitik.org rumzuhacken.

    Oh mann.

    Aber zum Glück gibt es noch ein Rätsel:

    “Es ist halt schon einiges an Material.”

    …Frage: Finden sie das Verb im Hauptsatz?

    Tipp…Googlen nach:
    “Schlampig-produzierte-texte-von-prakikanten-und-autoren-die-Grammatik–nicht-beherrschen”.de

  13. Zumindest hätte ja in dem Manual jede Handlungsanweisung mit dem einleitenden Satz beginnen können: “Machen Sie es, wie es schon Göbbels und Karl Eduard von Schnitzler erfolgreich umsetzten, und sprechen Sie von unserem gemeinsamen X, Y oder Z.
    Damit wäre das Ganze sicher nicht so unangenehm aufgeschlagen.

    Dies ist aber nur dier kleinere Minderleistung.

    Wesentlich größere Argumente gegen diesen ÖRR auf 3 Ebenen:
    1. Technisch:
    z.B. Umsetzung DVBT2 & Anpassung der Codecs – hat länger als 1,5 Jahre rumfrickeln gebraucht
    2. Usability:
    Die kriegen ja nicht mal die Originalsprache hin; franz. oder ital. Sender schaffen das.
    3. Inhaltlich: siehe die vielen kritischen Mitbürger, das muss ich jetzt nicht ausführen

    Und sowas soll Akzeptanz schaffen?

  14. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist dermaßen mit der Politik verknüpft, dass der Begriff Staatsfernsehen mehr als berechtigt ist. Nur sollte man die Finanzierung dann auch über Steuern regeln. Ich sehe nicht an, dass ich mit meinen Gebührengeldern Verlautbarungen der Regierung und damit meine eigene Manipulation bezahlen muss.

  15. Ich will keinen rotgrünen Rundfunk, keinen liberal-konservativen, keinen nationalen, sondern einen einigermaßen neutralen Rundfunk, in dem alle Strömungen zu Worte kommen. Oder man teilt die Sender auf, damit sie unterschiedliche Richtungen abbilden können.

  16. Hat eigentlich seit 2017 jemand das Anwenden der Wehling-Ideen in freier Wildbahn gefunden?

    Wo Sprache verwendet wird, ist Sprache fast immer auch manipulativ, auch bei diesem Thema. “Geframed” wird mit “sozialistische Propaganda”. Die Gegner der ÖR wenden dieselbe Technik also straffrei an, während sie sich über die ARD, die es hat untersuchen lassen empören.

    In wie vielen Ländern wurden Rundfunk und Presse bereits mit denselben Phrasen und Memes an die Kette rechts-neoliberaler Regierungen gelegt? Sorry, das ist ein politischer Kampf mit rechtsextremen Gegnern, über den sich schon mal die gesamte Kultur- und Medianlandschaft Gedanken machen sollte.

    1. “Die Gegner der ÖR wenden dieselbe Technik also straffrei an, während sie sich über die ARD, die es hat untersuchen lassen empören.”

      Die ARD hat es nicht “untersuchen lassen”, sondern für 120 000 Euro Beitragsgeld sich Propagandabegriffe gekauft!

      “In wie vielen Ländern wurden Rundfunk und Presse bereits mit denselben Phrasen und Memes an die Kette rechts-neoliberaler Regierungen gelegt?”

      Äh, keinem.

      “Sorry, das ist ein politischer Kampf mit rechtsextremen Gegnern, über den sich schon mal die gesamte Kultur- und Medianlandschaft Gedanken machen sollte.”

      Sorry, aber wehr sich in einem wahnhaften Konflikt mit “rechtsextremen Gegnern” befindet, der sollte vielleicht einen Spezialisten aufsuchen. Alternativ kann er auch Bilder malen, ein Liedchen trällern oder in eine “weltoffene” Partei eintreten. Was Kulturmenschen halt so machen. Auf jeden Fall hat aber so jemand NICHTS in einer Medienanstalt zu suchen

  17. Eine ziemlich ähnliche Sprachregelung wie das ARD-Framing-Manual gab es zuletzt als sogenannten “Argu” im DDR-Rundfunk. Die “Argu” wurde den DDR-Journalisten wöchentlich vom jeweiligen Chefredakteur als politisch zwingende Argumentationshilfe vorgegeben; intern nannte man sie “Vergatterung”.

    Stefan Winterbauers Verriss über das “ARD-Framing-Manual” trifft zu 100 Prozent die interne Stimmung in der ARD-Redakteure, und vor allem CR und Redaktionsleiter. Das Manual wird als Zumutung und als Misstrauenserklärung an CR und Redaktionsleiter gewertet. Deren Job ist es ja auch, sprachliche Manipulationen in kollegialer Diskussion auszubügeln, bei Abnahmen und auch in Redaktionskonferenzen. Die Kollegen sind alle fassungslos über das naive Lavieren der ARD-Generalsekretärin, deren Existenz auf der Arbeitsebene bisher Quasi unbekannt war.

  18. … doch Kevin, ich muss dir recht geben, die Interpunktion stimmt …

    Aber ernsthaft: Das “Framing” brachte doch nur an den Tag, was jeder weiß — der ÖRR ist DDR 2.0.

  19. Vielleicht wäre es sinnvoll, entweder den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ganz abzuschaffen oder eben wieder die ganze Meinungsbreite relevant abzubilden. Was derzeit abgeliefert wird, erinnert mich schon sehr an DDR-Zeiten.

    1. Die BILD-Zeitung schreibt

      Und Eure Politik-Reporter berichten fast immer sauber und unabhängig – entgegen aller Vorwürfe, u.a. von der AfD! Das ist die Gebühren wert.

      und weiter schreibt BILD

      Das Erste wird das letzte sein, was aus Deutschland verschwindet. In Millionen TV-Wohnzimmern seid ihr der Startkanal, das föderale Geflecht aus neun regionalen Sendeanstalten und ihren Rundfunkräten macht euch quasi unzerlegbar. Und dank garantierter Gebühreneinnahmen von 6,5 Mrd. Euro ist die ARD auch finanziell unsterblich.

  20. Wie wäre es mal mit einer Recherche-Fleißaufgabe? Welche prominenten ARD-Gesichter haben den Wehling-Neusprech übernommen? Dadurch kann man leicht feststellen, ob das 120.000-Euro-Manual wirklich keine Rolle gespielt hat – oder es wird richtig peinlich für einige der Beteiligten, wenn sie als Sprech-Marionetten entlarvt werden.

  21. Also mir ist “Profitzensur” lieber, als “Politikzensur”. Denn “unser gemeinsamer, freier Rundfunk ARD” ist ungefähr genauso frei, wie die Deutsche Demokratische Republik demoratisch war.

  22. Winterbauer wieder… Muss man überhaupt nicht mehr lesen. Für diesen Mann ist immer alles “übertrieben”, Kritiker sind “Trolle” und alles “Hysterie”.

    1. Bei der Überschrift mußte ich mit den Augen rollen, aber der Text ist gut geschrieben.

      Mich fasziniert seit einiger Zeit schon das Framing – ins Besondere die Wortwahl von meist “ideologisch gelenkten” Journalisten.

      Bezieht sich ausdrücklich nicht auf Herrn Winterbauer, da ich noch keine weitern Ergüsse von ihm gelesen habe.

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