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24h-Doku und Web-Magazin: Wie der Kultursender Arte junge Menschen für Europa begeistern will

Arte-Präsident Peter Boudgoust stellte das Programm für das erste Halbjahr 2019 vor
Arte-Präsident Peter Boudgoust stellte das Programm für das erste Halbjahr 2019 vor

Der Kultursender Arte hat sein Programm für das erste Halbjahr 2019 vorgestellt. Schwerpunkt wird in diesem Jahr wegen der anstehenden Wahl das Thema Europa sein. Online begleitet der Sender mit einer Plattform den Wahlkampf. Das Herzstück des Europa-Programms ist eine 24 Stunden lange XXL-Dokumentation über 60 junge Menschen aus 24 europäischen Nationen.

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“Den jungen Menschen”, sagt Produzent Thomas Kufus vor den anwesenden Journalisten bei der Präsentation der Doku am Montag in Hamburg, “ist es relativ egal, ob Europa zusammenhält”. Sie seien leichtsinnig geworden und gleichgültig dem gegenüber, wie die Zukunft des Staatenbundes aussehe. Vor der anstehenden Europawahl im Mai ist das keine besonders positive Nachricht.

Aber es sei eine, die hängen bleibt, wenn man, wie Kufus, zwei Jahre lang mit jungen Menschen in Europa recherchiert: “24h Europe” heißt das neue Aushängeschild des deutsch-französischen Senders, das der Produzent zusammen mit zero one (Berlin) und Idéale Audience (Paris) am 4. Mai zeigen wird. Sein Team hat 60 junge Leute aus 24 europäischen Nationen einen Tag lang begleitet. Ihre Geschichte wird der Sender in Echtzeit und am Stück ausstrahlen – von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr am Folgetag. Das Prinzip: Was um 13 Uhr bei den Protagonisten passierte, wird auch um diese Uhrzeit gesendet. Mit “24h Berlin” und “24h Jerusalem” hatte der Sender bereits ähnliche Dokumentationen im Programm.

Arte startet damit ein XXL-Projekt zum Thema Europa, von dem sich der Sender vieles erhofft – insbesondere aber Resonanz beim jungen Publikum. Nicht umsonst geht es in “24h Europe” um die Sicht der Millennials auf den Kontinent, ihre Träume und Lebensrealitäten: von jungen Protagonisten im Osten der Ukraine, Geschäftsleuten, Arbeitslosen bis hin zu Leuten an der irisch-nordirischen Grenze, über die die Europäische Union und Großbritannien im Rahmen des Brexit-Abkommens seit Monaten streiten. 45 Kamerateams waren an dem viertägigen Dreh im Juni 2018 beteiligt. Der aufwendige Schnitt sei noch immer nicht abgeschlossen, so Kufus.

Web-Magazin zur Europawahl bereits gestartet

Im Umfeld der Dokumentation hat Arte weitere Europa-Projekte platziert, die sich an die junge Zielgruppe richten. Online hat der Kultursender vor wenigen Tagen das Magazin “Europa 2019” ins Leben gerufen. Es bündelt sämtliche Videos zur Europawahl und informiert über aktuelle europäische Themen. In “Europa To Go” berichten die Moderatoren Anja Maiwald und Loreline Merelle beispielsweise jeden Werktag über Neuigkeiten des Kontinents und zur Wahl – “im YouTube-Stil”, wie Carolin Ollivier in Hamburg betont, die das Projekt betreut.

Überhaupt sei die einfache Sprache ein Merkmal der neuen Kurzzeit-Plattform. Schließlich gehe es dem Sender vor allem darum, mit den Inhalten über Social Media präsent zu sein. Folgerichtig bietet das Online-Magazin mit “Info+” und “Hallo Europa” auch Erklärungsvideos, Faktenchecks und Interviews, die selten länger als vier Minuten laufen und dementsprechend in den Netzwerken den nötigen Buzz erzielen könnten.

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Neue Serie “Eden” über Geflüchtete

Im fiktionalen Bereich wird der TV-Sender mit “Eden” am 2. und 9. Mai eine deutsch-französische Serie ausstrahlen, die sich ebenfalls mit dem europäischen Schwerpunkt auseinandersetzt. In fünf Handlungssträngen erzählt Regisseur Dominik Moll Geschichten von Flüchtlingen und Flüchtlingshelfern. In der Serie steht ein gestrandetes Schlauchboot mit Geflüchteten in Griechenland im Mittelpunkt. Davon ausgehend zeigt die Produktion den Alltag der Menschen, die täglich mit der Flüchtlingsthematik in Europa konfrontiert sind. Die Serie basiert dabei zum Teil auf wahren Geschichten: Für “Eden” recherchierte das deutsch-französische Team unter anderem in Brüssel, Griechenland und afrikanischen Ländern.

Die Inhalte seines TV-Programms möchte Arte-Präsident und SWR-Intendant Peter Boudgoust vor allem online verbreiten, um der zunehmenden Konkurrenz von Netflix und Co. gerecht zu werden. Ein Ziel sei es etwa, Filme und Dokumentationen bereits im Vorlauf von einem bis sieben Tage vor und für einen weitaus längeren Zeitraum nach der TV-Ausstrahlung online zu stellen. Dementsprechend wird Arte auch seinen Europa-Schwerpunkt im Netz stark bewerben.

Und die Europaskeptiker, die sich gar nicht belehren lassen? Die sind für Peter Boudgoust zwar “unangenehm”. Der Arte-Präsident sieht aber auch die Chance, mit einem fundierten Programm über die vielen Facetten Europas zu informieren. Programmdirektor Bernd Mütter ergänzt, dass die Leute “Europa nicht mehr gleichgültig gegenüber stehen” sollten. Als europäischer Sender sehe sich Arte in der Pflicht, dieses Ziel mit dem Programm in den Vordergrund zu stellen.

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