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Cambridge Analytica-Skandal: Facebook droht Milliarden-Bußgeld in den USA

Facebook-CEO Mark Zuckerberg
Facebook-CEO Mark Zuckerberg

Wegen des Cambridge Analytica-Skandals droht Facebook in den USA das höchste Bußgeld, das je gegen ein Technologieunternehmen verhängt wurde. Laut der Washington Post verhandelt das Unternehmen derzeit mit der US-Handelsaufsicht über eine Einigung im Streit über den Datenmissbrauch bei 87 Millionen Nutzern. Es geht um mehrere Milliarden Dollar.

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Die amerikanische Verbraucherschutzbehörde FTC prüft, ob Facebook mit der Weitergabe von Nutzerdaten an Cambridge Analytica ein Datenschutz-Gesetz aus dem Jahr 2011 verletzt hat. Das Unternehmen hat Daten an die unter anderem von Trump im Wahlkampf beauftragte Analysefirma weitergereicht, ohne Nutzer darüber zu informieren. Ausgelöst hat den Datenskandal, der Facebook in die bislang schwerste Krise der 15-jährigen Konzerngeschichte stürzte, ein Whistleblower bei Cambridge Analytica.

Seit März letzten Jahres ermittelt die FTC in der Sache. Die Behörden berücksichtigten laut der Washington Post wohl auch Vorwürfe gegen Facebook wegen Hate-Speech und russischer Einflussnahme auf den US-Wahlkampf. Die nun diskutierte Strafe der Datenschützer soll sich im Milliardenbereich bewegen. Auf eine konkrete Summe haben sich die beiden Parteien laut der Post noch nicht geeinigt. Facebook bestätigte die Verhandlungen. Die Aufsicht nahm keine Stellung.

Rekordzahlung lag bislang bei 22,5 Millionen Dollar

Würde es zu einer Einigung kommen, müsste Facebook das bislang höchste Bußgeld bezahlen, das die Aufsicht je einem Technologieunternehmen verhängt hat. Der Rekord liegt bis dato bei 22,5 Millionen Dollar gegen die Google-Mutter Alphabet – ebenfalls wegen Datenschutzvergehen.

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Lässt Facebook die Verhandlungen platzen, käme der Fall vor ein Bundesgericht. Analysten halten das gegenüber der Washington Post für unwahrscheinlich: Eine gerichtliche Prüfung würde nicht nur viele Details zu Tage befördern, die Facebook lieber unter Verschluss behält. Auch Top-Manager des Konzerns müssten öffentlich Stellung beziehen.

Auf der anderen Seite zeigte sich der Zuckerberg-Konzern bereits überaus diskussionsfreudig. Gegen eine – deutlich geringere – Strafe von 500.000 Pfund in Großbritannien hatte sich Facebook zuletzt gewehrt: Es gebe keine Beweise für ein Fehlverhalten, eine rechtliche Grundlage fehle.

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