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Nach Absage für Hauptquartier in New York: Wie die Stimmung gegen Amazon kippt

Amazon-CEO Jeff Bezos
Amazon-CEO Jeff Bezos

Über zwei Jahrzehnte konnten die Internetpioniere aus dem Silicon Valley und Seattle nichts falsch machen: Amazon, Google, Facebook & Co. galten als hippe Traumarbeitgeber, um die sich Kommunen rissen, galten sie doch als enorme Aufwertung einer jeder Stadt. Doch die Stimmung ist inzwischen gekippt: Die Internetgiganten erleben in den vergangenen zwei Jahren eine Götterdämmerung, wie Amazons Verzicht auf ein neues Hauptquartier in New York City dokumentiert.

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2019 ist bislang eindeutig nicht Jeff Bezos’ Jahr. Kurz nach Jahresbeginn gab der reichste Mann der Welt nach 25 Jahren die Scheidung von einer Frau MacKenzie bekannt, wenig später folgte die Schlammschlacht mit dem National Enquirer, der dem Amazon-Chef damit drohte, intime Fotos zu veröffentlichen.

Wenige Tage später folgt nun eine weitere unerwartete Meldung aus Seattle: Amazons zweites Hauptquartier, das nach einem schier endlosen Bewerbungsmarathon im vergangenen November nach New York vergeben wurde, wird nun doch nicht in der größten Stadt der USA angesiedelt. Der drittwertvollste Konzern der Welt begründete den Schritt mit Uneinigkeiten mit der Lokalpolitik.

In den sozialen Medien schlug daraufhin reflexartig schnell die Stunde der großen Kapitalismus-Kritiker. Die demokratische Polit-Sensation Alexandria Ocasio-Cortez freute sich auf Twitter: “Alles ist möglich”.

Gleichzeitig teilte die erst 29-jährige Kongressabgeordnete massiv gegen Amazon aus: “Heute war der Tag, an dem eine Gruppe von engagierten New Yorkern und ihren Nachbarn Amazons Unternehmensgier, seine Arbeiterausbeutung und die Macht des reichsten Mannes der Welt besiegt haben”

Auch Marketing-Guru Scott Galloway, der in seinen Vorträgen und Interviews immer wieder die Allmacht der Tech- und Internetkonzerne kritisiert hatte, begrüßte Amazons Rückzug aus New York.

“Die großartigste Stadt der Welt hat gerade Nein zum reichsten Mann der Welt gesagt. MEINE. STADT”, twitterte Galloway. “Erinnert Ihr Euch noch, wenn man etwas Dummes gekauft hat und Eure Eltern es dann wieder zurückgegeben haben? Das ist gerade Gouvernor Cuomo und Bürgermeister DeBlasio passiert”, legte der Professor der New York University nach. Und erklärte in einem weiteren Tweet: “New York hat gerade seine Eier entdeckt. Das ist gut für New York und Amerika. Milliardäre sollten nicht die Hände aufhalten.”

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Im Social Web wurde Amazons Rückzug ebenfalls vielfach bejubelt.

Dass Amazon New York 25.000 überwiegend hochbezahlte Jobs verschafft hätte, schien im Moment wenig zu interessieren. Der frühere Goldman Sachs-CEO Lloyd Blankfein wies unterdessen auf die verpasste Chance für New York hin.

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