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“Unantastbar”: So trickste Claus Kleber die chinesische Staatszensur bei seiner Menschenrechts-Doku aus

Die Doku “Unanstastbar” unter anderem von Claus Kleber feierte Anfang Dezember Premiere
Die Doku "Unanstastbar" unter anderem von Claus Kleber feierte Anfang Dezember Premiere

"Unantastbar – Der Kampf für Menschenrechte" heißt die Dokumentation, die ZDF-Anchorman Claus Kleber mit der Journalistin Angela Andersen zum 70. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung produziert hat. Sie bereisten unter anderem die USA, Guatemala, Ungarn, Griechenland – und auch China. Um in der aufkommenden Wirtschaftsmacht überhaupt drehen zu können, zeigte sich das Duo erfinderisch.

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Während der Recherchen für die Dokumentation “Unantastbar – Der Kampf für die Menschenrechte” habe es diverse Probleme gegeben, erzählten Kleber und Andersen am Mittwochabend im großen Saal der Astor Filmlounge in Hamburg. Premiere feierte die Dokumentation zwar bereits am 4. Dezember zur Primetime im ZDF. Damals schalteten etwa 1,69 Millionen Zuschauer ein (MEEDIA berichtete). Seitdem sollen laut Kleber in der Mediathek etwa 350.000 dazugekommen sein (hier in voller Länge). Die etwas verspätete Vorführung in Hamburg kam nun auch deshalb zustande, weil Spiegel TV an der Produktion beteiligt war.

Die Journalisten nutzten die Gelegenheit und ließen das Publikum hinter die Kulissen der Dokumentation blicken. So hatte man beispielsweise einen Dreh in Indonesien geplant. Erst gab es kein Visum, als es dann genehmigt wurde, waren die Auflagen an die beiden Reporter derart streng, dass sie sich dagegen entschieden.

Um in China drehen zu können, das im Film aufgrund zahlreicher Aspekte des Themas einen wichtigen Teil einnimmt, bediente man sich eines Tricks, wie Kleber verriet. “In search for a perfect society” hieß der Arbeitstitel des Films in China, “Auf der Suche nach der perfekten Gesellschaft”. Ein Kniff, um im Reich der Mitte schließlich den Umgang mit den Menschenrechten recherchieren zu können. Dort lernt der Zuschauer unter anderem einen Shanghaier Professor kennen, der die Instabilität des Westens und die (künftige) Stärke seines Landes erläutert. Außerdem bekommt er Einblicke in eine Firma, die einen Anteil an der totalen Überwachung der Gesellschaft hat und trifft einen Menschenrechtler aus Hongkong. “Bislang gab es kein Echo aus China”, so der ZDF-Anchorman weiter. Das liege auch daran, weil die englischsprachige Version “noch nicht fertig ist”.

“Wie halten Sie es mit den Menschenrechten?”
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Etwa fünf Monate waren Andersen und Kleber für das Projekt unterwegs, trafen dabei zahlreiche Kämpfer für die Menschenrechte – wie den Cumhuriyet-Chefredakteur Murat Sabuncu oder eine Geburtshelferin aus Kenia. Neutral will die Dokumentation bei ihrer globalen Bestandsaufnahme gar nicht sein, erklärt Kleber im Sprechertext. “Der Film feiert die Menschenrechte und die, die sich für sie einsetzen.“ Auf der Bühne betonte er vor fast vollständig gefüllten Rängen und Stargast Udo Lindenberg aber auch, dass “wir als Reporter keine Aktivisten sind, sondern ein Angebot machen“.

Was beide mit der Dokumentation erreichen wollen, sei eine der häufigsten Fragen. Der ZDF-Mann würde sich – auch vor dem Hintergrund der bevorstehenden Landtagswahlen in diesem Jahr –wünschen, dass Politikern häufiger die Frage “Wie halten Sie es mit den Menschenrechten?” gestellt wird. Dass auch fernab von Themen wie Tempolimit diskutiert wird. Angela Andersen hatte zudem ein weiteres Ziel: “Es soll ein Film sein, der Mut macht. Hoffentlich ist das gelungen.“

Nominiert für den “Deutschen Fernsehpreis”

Am heutigen Donnerstagabend geht der rund 90-minütige Film ins Rennen um die Krone für den “Deutschen Fernsehpreis” in der Kategorie “Beste Dokumentation/Reportage”. Vier weitere Produktionen sind nominiert: “Im Schatten der Netzwelt – The Cleaners”, “Vergewaltigt – Wir zeigen an!”, “Heer, Stahl und Sturm – Wer Nazis verteidigt” und “Kulenkampffs Schuhe”. Die Gala, moderiert von Barbara Schöneberger und Steffen Hallaschka, wird ab 20 Uhr im Stream auf wdr.de übertragen. Der ARD-Sender One zeigt ab 22.30 Uhr eine Aufzeichnung.

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Alle Kommentare

  1. Von Menschenrechten schwadronieren und sich vermeintlich für diese einsetzen wollen, wenn man gleichzeitig einem System angehört, dass Menschen inhaftieren lässt, die keine Beiträge dafür leisten wollen, dass Systemlinge zusammengeraffte Mllionen an ihre Erben vermachen können, ist schon ziemlich kaputt. Eben typisch Staatsfunk.

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