1. Nach rassistischem Tweet: AfD-Abgeordneter Jens Maier muss Noah Becker 15.000 Euro zahlen

    Vor etwa einem Jahr wurde vom Twitter-Account des AfD-Bundestagsabgeordneten Jens Maier ein rassistischer Tweet in Richtung Noah Becker, Sohn des Tennisspielers Boris Becker, abgesendet – der nun 15.000 Euro kosten soll. Das Landgericht Berlin attestierte eine schwere Persönlichkeitsrechtsverletzung. Trotz der Tatsache, dass Maier den Tweet gar nicht selbst abgesetzt hatte.

  2. BVerfG bremst Pressekammern ein: Vor Einstweiligen Verfügungen muss die Sicht der Beklagten eingeholt werden

    Das Bundesverfassungsgericht hat am Freitag über ein neues Urteil informiert, das Medien es erleichtern könnte, Einstweilige Verfügungen zu verhindern. Die Richter in Karlsruhe stellten klar, dass die Beklagten vor Erlass die Gelegenheit zur Stellungnahme bekommen müssen. Pressekammern hatten in der Vergangenheit in Eilverfahren immer wieder auf die Darstellung der Gegenseite verzichtet.

  3. Unternehmer macht SZ für geplatzten Mega-Deal verantwortlich: Gericht weist 78-Millionen-Euro-Klage ab

    2013 berichtete die Süddeutsche Zeitung über „mutmaßlich krumme“ Aktien-Geschäfte eines Mitgründers des mittlerweile insolventen Unternehmens Solar Millennium. Die Berichterstattung soll dem Manager weitere Geschäfte verhagelt haben, behauptete er – und forderte vom Süddeutsche Verlag Schadenersatz in Höhe von 78 Millionen Euro. Am gestrigen Donnerstag verkündete das Landgericht Nürnberg seine Entscheidung –und wies die Klage ab.

  4. "Verstoß gegen journalistische Grundsätze": Aufsichtsbehörde beanstandet RTL-Bericht über vermeintlich Pädophilen

    Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) hat einen Bericht von RTL beanstandet, in dem ein vermeintlich Pädophiler nur unzureichend verpixelt wurde. Der Beitrag verstoße gegen journalistische Grundsätze, heißt es in der Begründung. RTL betont indes, dass man der Sorgfaltspflicht nachgekommen sei und verweist zudem auf die Bedeutung investigativer Recherchen.

  5. "Heuchlerisches Gejammer": Ralf Höcker wirft Medien beim Haftbefehl-Leak von Chemnitz "Scheinheiligkeit" vor

    Ein sächsischer Justizbeamter leakte den Haftbefehl der beiden Tatverdächtigen der tödlichen Attacke in Chemnitz und äußerte sich danach zu seinen Beweggründen in der Bild-Zeitung. Zuvor witterten die Medien in dem Leak aus Justizkreisen einen Skandal. Medienanwalt Ralf Höcker, der bereits Mandanten wie Jörg Kachelmann, Recep Tayyip Erdogan oder auch AfD-Politiker vertrat, nennt diese Reaktionen „heuchlerisch“.

  6. Freizeitwoche soll "erfundene Interviews" abgedruckt haben: Sandra Bullock verklagt Yellow-Magazin auf 100.000 Euro Schadenersatz

    In den vergangenen zehn Jahren veröffentlichte die Freizeitwoche gleich mehrere exklusive Interviews mit der Schauspielerin Sandra Bullock. Sie alle sind aktuell Streitgegenstand vor dem Landgericht in Hamburg. Dort fordert der US-Star eine Geldentschädigung in Höhe 100.000 Euro – denn Bullock bestreitet, jemals mit dem Blatt gesprochen zu haben. Der Verlag widerspricht.

  7. Identifizierende Berichterstattung im Fall des "Westend-Mordes": Landgericht Berlin weist Bild in die Schranken

    Familientragödien sind begehrte Mediengeschichten, nicht nur im Boulevard. So war es kein Wunder, dass der so genannte „Westend-Mord“ im Jahr 2014, bei dem ein Sohn seinen Vater erschoss, bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Die Bild-Zeitung berichtete über den Mordprozess hinaus, thematisierte weitere zivilrechtliche Auseinandersetzungen. Dabei namentlich erwähnt wurden Verwandte des Täters. Dieser und sein Bruder klagen deshalb nun auf Unterlassung.

  8. Wegen Schwangerschaftsspekulationen in der Neue Woche: Burda muss Helene Fischer 47.000 Euro überweisen

    Helene Fischer ist medial so omnipräsent wie kaum ein anderer Promi – dafür versucht die Sängerin umso mehr, ihr Privatleben unter Verschluss zu halten. Gar nicht dulden will die 33-Jährige Schwangerschaftsspekulationen, gegen die sie auch mithilfe ihrer Anwälte vorgeht – wie am Landgericht in Hamburg, das nun die zu Burda gehörende Neue Woche in drei Fällen zu insgesamt 47.000 Euro verurteilt hat.

  9. Urteil statt Mediation: Freitag-Verleger Jakob Augstein darf Petra Reskis Arbeit weiter "mangelhaft" nennen

    Die Kammer wollte sie zum Mediator schicken, doch Petra Reski und Jakob Augstein fanden nicht zusammen. Nun hat das Landgericht Hamburg ein Urteil im Streit um einen im Freitag erschienenen Mafia-Artikel gefällt. Die Entscheidung ist durchwachsen, fällt insgesamt aber für den Verleger aus. Augstein darf die Arbeit der Autorin zwar nicht mehr als „Fake News“ bezeichnen, Reski wohl aber „mangelhafte Recherche“ unterstellen.

  10. Sie sagten, Herbert Grönemeyer habe sie geschlagen: Staatsanwalt klagt Paparazzi wegen Falschaussage an

    Im Jahr 2014 erregte der Vorfall große Aufmerksamkeit: Zwei Fotografen beschuldigten Herbert Grönemeyer, er habe sie körperlich attackiert und einen von ihnen mit einer Tasche geschlagen. Als Beweis lieferten sie eine Videoaufnahme. Der Fall beschäftigt noch immer die Justiz. Am Landgericht in Köln hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben. Nicht aber gegen den Sänger, sondern gegen die Fotografen.