1. Bild im Lottoland-Fieber: der seltsame Jubel-Bericht über eine Berliner Putzfrau, die 90 Mio. Euro gewinnt

    Zum Wochenende samt Auslosung des Eurojackpot verkündete Bild jüngst eine glückliche Gewinnerin von 90 Millionen Euro – dabei handelte es sich aber nicht um den eigentlichen Lottogewinn, sondern eine Wette des Anbieters „Lottoland“ aus Gibraltar. Nicht nur das sorgt für Irritationen, sondern auch die jubelnde Berichterstattung der Boulevardzeitung. Denn die geht am eigentlichen Thema völlig vorbei.

  2. Mathias Döpfner schreibt Brief an CEOs: Axel Springer plant mit DAX-Konzernen Anzeigen in türkischen Medien

    Axel Springer will zusammen mit weiteren deutschen Unternehmen Druck auf die Türkei machen, um eine Freilassung des Welt-Korrespondenten Deniz Yücel und anderer Inhaftierter aus Deutschland zu erreichen. Verlagschef Mathias Döpfner hat die Vorstandschefs der 30 Dax-Konzerne angeschrieben, um sie als Unterstützer für einen Anzeigenaktion in türkischen Medien zu gewinnen. Als erstes hatte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung darüber berichtet.

  3. „Überprüfe die Beweise“: Facebooks flaue zehn Gebote im Kampf gegen Fake News

    Online-Nachhilfe für Offliner: In den großen überregionalen Tageszeitungen hat Facebook am heutigen Donnerstag ganzseitige Anzeigen geschaltet. Darin gibt das Social-Network den Print-Lesern Nachhilfe bzw. Tipps „zum Erkennen von Falschmeldungen“. Lustig: In der Bild steht die Anzeige genau neben einen Stück des Ombudsmanns Ernst Elitz der erklärt, wie die Redaktion Fakten in Syrien überprüft.

  4. Nach Kleingärtner-Anzeige: Claus Kleber hat „nichts richtig zu stellen“ zu seiner Anmoderation im „heute journal“

    Nach einer Anmoderation im „heute journal“ über vermeintlich rassistische Vorfälle haben sich Altenburger Kleingärtner verunglimpft gefühlt – und Strafanzeige gegen Anchorman Claus Kleber gestellt. Nun hat der ZDF-Moderator reagiert: „In der Moderation war nichts falsch und deshalb auch nichts richtig zu stellen“, so Kleber gegenüber dem Tagesspiegel.

  5. „Deniz’e Özgürlük! Freiheit für Deniz!“: Journalisten solidarisieren sich in Zeitungsanzeige mit dem inhaftierten Welt-Korrespondenten Deniz Yücel

    „Freiheit für Deniz!“ – unter dieser Schlagzeile solidarisieren sich heute zahlreiche Journalisten und Medienmacher auf einer ganzseitigen Zeitungsanzeige mit dem inhaftierten Welt-Korrespondeten Deniz Yücel, der momentan in Untersuchungshaft in der Türkei sitzt. Verantwortlich im Sinne des Presserechts zeichnen die SpOn-Kolumnistinnen Margarete Stokowski und Sibylle Berg sowie Moderator Jan Böhmermann.

  6. Fake-Zitat: Künast stellt Strafanzeige wegen Falschnachricht auf Facebook

    Die Grünen-Politikerin Renate Künast geht laut einem Spiegel-Bericht mit Strafanzeige und Strafantrag gegen gefälschte Nachrichten bei Facebook vor. Seit dem vorigen Wochenende hatten demnach mehrere Facebook-Seiten ein Foto der Politikerin samt einem angeblichen Zitat gepostet, wonach sie zum Mord an der Studentin Maria und zur Festnahme eines Verdächtigen in Freiburg gesagt habe: „Der traumatisierte junge Flüchtling hat zwar getötet, man muss ihm aber jetzt trotzdem helfen.“

  7. Medienrechtler zur Salafisten-Klage gegen Dieter Nuhr: „Keine Chance auf Erfolg“

    Wie weit darf Satire gehen und ist die Kritik von Erhat Toka gerechtfertigt, der den Comedian Dieter Nuhr wegen religiöser Beleidigung angezeigt hat? MEEDIA hat mit dem Medienjuristen Dirk-Hagen Macioszek gesprochen, der in dem Fall keinerlei strafrechtliche Ansprüche erkennen kann. Dieter Nuhr sei sowohl durch die Kunstfreiheit als auch durch das Recht auf freie Meinungsäußerung geschützt.

  8. „Scheich-Idee“: Volksbanken fallen mit Anti-Deutsche-Bank-Werbung auf die Nase

    So sieht wohl ein Shitstorm in vornehmen Bankenkreisen aus: Der Genossenschaftliche Branchenverband BVR der Volks- und Raiffeisenbanken wollte wohl mal so richtig lustig sein und zum Einstieg des Scheichs aus Katar der Deutschen Bank mal frech einen mitgeben. Also schalteten die Genossenschaftsbanken am vergangenen Mittwoch eine 30.000-Euro-Anzeige in der FAZ. Kernelement ist das arg missratene Wortspiel „Scheich-Idee“. Nun berichtet das Handelsblatt von massiver Kritik aus Politik und Banker-Führungsetagen.