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Die Showheroes integrieren Cedara

CO2-Reduktion goes AdTech

CO2 Abgase

Wie genau schaut die Öffentlichkeit eigentlich hin beim Thema Werbung und Ökologie? Foto: Imago / IlluPics

Ab sofort können die Kunden der Showheroes ihren CO2-Fußabdruck über die gesamte Wertschöpfungskette messen und optimieren. Die eingesetzte Lösung kommt von Cedara und ist eine Auskoppelung der gesamten Plattform. Die misst auch den CO2-Fußabdruck der Kaffeemaschine im Vorstandsbüro.

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End-to-End, so heißt das Zauberwort, wenn es um die Messung von Emissionen geht. Innerhalb von Marketing und Werbung bedeutet End to End die Betrachtung der Marketing-Wertschöpfungskette, von der ersten Idee für eine Kampagne bis zur Auslieferung an den Nutzer und dessen hoffentlich erfolgende Reaktion.

Cedara Dashboard
Ein KPI-Dashboard wie für Google Analytics nur eben mit den aktuellen Emissionswerten des Unternehmens ist die Basis für umfassende Optimierung – Foto: Cedara / Screenshot

Für Unternehmen ist der End-to-End-Ansatz ungleich größer. Er beinhaltet jegliche, auch administrative Tätigkeit, die mitunter mit der eigentlichen Produktion nichts zu tun hat. Im Greenhouse Gas Protokoll, auf das sich die gesamte Branche heute stützt, werden drei Emissionsstufen unterschieden. Als Scope 1 bezeichnet man die direkten Emissionen des Unternehmens, die es auch selbst kontrollieren kann. Dazu zählen Produktionsmittel aber auch Firmenwagen oder die Heizung in den Büros.

Scope 2 sind indirekte Emissionen, die dadurch entstehen, dass ein Unternehmen Vorprodukte und Energie bei Lieferanten einkauft, die ihrerseits CO2 ausstoßen. Das betrachtete Unternehmen kann zwar nicht direkt auf diese Emissionen Einfluss nehmen, kann aber entweder darauf hinwirken, dass ein Lieferant CO2 einspart oder den Lieferanten wechseln.

Scope 2 Emissionen sind der vermutlich größte Hebel bei der Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes. Es wird oft übersehen oder ignoriert, dass selbst Produkte, die in der Nutzung CO2-sparsam oder sogar -neutral sind, bei der Herstellung bereits CO2-Ausstoß verursacht haben. Das typische Beispiel ist das Elektroauto, welches das CO2, dass bei der Herstellung verbraucht wurde, in der Regel erst nach langen Betriebszyklen „auf der anderen Seite“ wieder eingespart hat.

Der ADAC hat berechnet, dass Elektroautos je nach Größe und Gewicht zwischen 50.000 und 100.000 Kilometer fahren müssen, um überhaupt in die ökologische Gewinnzone zu gelangen (nachzulesen in dieser gut gemachten Studienübersicht der „Autobild“).

Freilich zählt auch der Einkauf von Energie zu Scope 2 und somit wird klar, warum hier der große Optimierungshebel sitzt.

Scope 3  betrachtet die Emissionen, die innerhalb der Wertschöpfungskette entstehen. Hier ist also der Dienstwagen des CFO nicht eingepreist, wohl aber der Van der Außenwerbungsfirma, die für Sie die Plakate klebt. Wenn von der CO2-Optimierung des Mediaplans gesprochen wird, richten wir den Fokus also auf einen Teil der Scope 3 Emissionen.

Cedara betrachtet das Ganze

Das New Yorker Startup Cedara, gegründet 2021, will das gesamte Unternehmen betrachten. Cedara bietet Firmen eine Plattform, auf der sie ihre Daten eintragen und aktualisieren können. Dazu zählen Stammdaten, wie die Anzahl der Mitarbeiter, aber auch individuelle und vor allem veränderliche Größen, wie zum Beispiel der eingesetzte Strom-Mix. Die Cedara-Plattform analysiert die unterschiedlichen Unternehmensbereiche und vergleicht die Werte mit Industrie-Benchmarks. Wenn man so will, ist Cedara ein Analytics-Dashboard für den Umweltschutzbeauftragten im Unternehmen.

Auf die Werbebranche legt Cedara einen besonderen Fokus. Das hat den Grund, dass einer der beiden Gründer ein alter Bekannter aus der Branche ist. Acht Jahre lang entwickelte David Shaw für Teads deren Advertising-Plattform. Zum Schluss war der Texaner Global Senior Vice President für Enterprise Solutions.

David Shaw
David Shaw, einer der beiden Gründer von Cedara kennt die AdTech-Branche bestens. Er kommt –
wie sein Mitgründer – von Teads. – Foto: Cedara

Sein Gründungspartner ist Andrei Baragan und auch der kommt von Teads. Bis zum März 2022 fungierte er als Product Director. Baragan operiert von Bukarest aus und steuert die Softwareentwicklung.

 „Wir freuen uns darauf, eng mit Cedara zusammenzuarbeiten. Gemeinsam werden wir nicht nur unser eigenes Geschäft dekarbonisieren, sondern auch unsere gesamte Lieferkette in allen Märkten,“ sagt Ilhan Zengin, CEO der ShowHeroes Group. Es geht also um die Messung des gesamten CO2-Fußabdrucks in der gesamten Wertschöpfungskette. Werbungtreibende sollen in die Lage versetzt werden, ihre AdTech-Partner und Publisher zu kontrollieren und gegebenenfalls überzeugend auf sie einwirken.

Denn eins ist klar: Die Angebote von Dienstleistern, ein besseres Monitoring in Sachen Ökologie zu realisieren, sind zwar PR-wirksam, sie verändern aber nichts, so lange nicht signifikant Budgets über diese Routinen laufen. Der Marktdruck kann derzeit nur von den Marken und deren CSR-Abteilungen (Corporate Social Responsibility) kommen.


Lesen Sie weiter: Wie können Sie in der Asset-Produktion CO2 und Energie einsparen?


Aber das muss nicht dauerhaft so bleiben. Soeben reichte die „Initiative Hamburg werbefrei“ eine Unterschriftensammlung mit über 15.000 Autogrammen beim Senat der Hansestadt ein. Ziel der Initiative ist es, die digitalen Werbemittel (DOOH) in der Hansestadt signifikant zu verringern. Diese Form der Werbung sei klimatechnisch „vollkommen inakzeptabel“, so die Initiatoren.

Sollten dem keine juristischen Gründe im Weg stehen, führt diese Unterschriftensammlung dazu, dass sich der Senat in einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema befassen muss. Offensichtlich rückt die ökologische Wirkung von Werbung immer stärker ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit.     
 

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