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"Account existiert nicht"

So begründet Kevin Kühnert seinen Twitter-Rückzug

Kevin Kühnert hat sich von Twitter zurückgezogen - Foto: Imago (Montage: MEEDIA)

Nach seinem überraschenden Rückzug vom Kurznachrichtendienst Twitter äußert sich Kevin Kühnert jetzt erstmals zu den Gründen. Der entscheidende Auslöser war offenbar die Kritik an einem Interview des SPD-Generalsekretärs.

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Kühnerts Twitter-Account war am Montag plötzlich nicht mehr erreichbar (MEEDIA berichtete). Zunächst blieb fraglich, warum der SPD-Mann seinen Account mit rund 370.000 Followern deaktiviert hatte. In einem „RND“-Interview äußerte sich Kühnert aber noch am selben Tag: „Ich finde einfach, dass die Diskussionskultur, wie sie auf Twitter stattfindet und auch die Art und Weise, wie dort Gesellschaft repräsentiert oder, ich würde sagen, absolut gar nicht repräsentiert wird, dass das zu Fehlschlüssen und Irrtümern in politischen Entscheidungen führt.“

Er habe festgestellt, dass die Plattform seine Wahrnehmung der Wirklichkeit verzerre. Ähnlich hatte auch der heutige Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) bei seinem Twitter-Rückzug vor mehr als drei Jahren argumentiert. „In keinem anderen Medium gibt es so viel Hass, Böswilligkeit und Hetze“, schrieb Habeck Anfang 2019 in einer Erklärung.

Rückkehr nicht ausgeschlossen

Kühnert fügte in dem Interview hinzu, dass er den Account in den vergangenen Monaten ohnehin „quasi nicht mehr genutzt“ habe. Seine Schlussfolgerung: „Das scheint für meine politische Arbeit gerade nicht das richtige Medium zum Senden und Empfangen zu sein.“ In einem Instagram-Livegespräch mit dem SPD-Parteivorsitzenden Lars Klingbeil schloss er eine Rückkehr zu Twitter aber nicht aus.

Der Generalsekretär räumte aber auch ein, dass der Schritt eine Konsequenz auf die öffentliche Kritik an einem Interview mit RTL/NTV gewesen sei. Dort hatte er sich am Montagmorgen zurückhaltend zu Forderungen nach Lieferungen deutscher Panzer an die Ukraine. Bislang habe kein Staat westliche Panzer geliefert. „Diese Aussagen, dass wir nicht schleichend hineingezogen werden wollen in den Krieg, dass wir Russland nicht noch dazu animieren wollen, völlig irrational am Ende zu handeln und noch ganz andere Staaten anzugreifen, das ist ja keine Kleinigkeit.“ Das sei ein wichtiger Aspekt, der bei „allem heißen Herzen“ bedacht werden müsse.

th mit dpa

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