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Sport-Streaming

DAZN denkt über frei empfangbares Angebot nach

Alice Mascia

Alice Mascia verantwortet das DAZN-Geschäft in Deutschland, Österreich und der Schweiz – Foto: DAZN

Seit Mai ist Alice Mascia Geschäftsführerin des Sport-Streamingdiensts DAZN. Im Interview mit der „SZ“ spricht sie über die Abo-Preiserhöhung und Pläne für ein frei empfangbares Angebot. Auch weitere Preiserhöhungen schließt sie nicht gänzlich aus.

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„Wir denken zum Beispiel über ein frei empfangbares Angebot im Internet nach“, sagt Alice Mascia, DACH-CEO bei DAZN, im „SZ“-Interview. Bei diesem werbefinanzierten Angebot ohne Abo würden Zuschauer:innen „Sport rund um die Uhr sehen“ können. Die Geschäftsführerin plant, dass der Streaming-Anbieter in 12 bis 18 Monaten profitabel ist. DAZN wolle sich nicht nur auf die App beschränken, in Zukunft sollen unter anderem auch Sportnachrichten zu lesen sein, Sportartikel gekauft oder Wetten abgeschlossen werden können. Mascia versichert: „Unser Kerngeschäft bleiben aber Live-Sportübertragungen.“

„Eigentlich hätten wir den Preis früher anheben müssen“

Kürzlich hat DAZN die Partnerschaft mit der US-amerikanischen Football-Liga (NFL) bis 2016 verlängert. Außerdem zeigt der Streamingdienst exklusiv die Fußball-Bundesliga am Freitag und Sonntag sowie nahezu die gesamte Champions League. Das Programm sei seit dem Start von DAZN in den vergangenen sechs Jahren vielfältiger geworden. Kostete das Abo damals noch zehn Euro pro Monat, hat sich der Monatspreis Mitte des Jahres von 14,99 Euro auf 29,99 Euro praktisch verdoppelt (MEEDIA berichtete). „Eigentlich hätten wir den Preis früher anheben müssen“, so die Geschäftsführerin.

„Ausschließen kann man nichts“

Durch den überraschenden Abo-Preisanstieg habe der Streamingdienst aber nur eine geringe Anzahl an Kund:innen verloren: „Ich bin froh, dass die überwiegende Mehrheit der Kunden den neuen Preis verstanden hat und bei uns geblieben ist“, sagt Mascia. Sie spricht außerdem von steigenden Nutzerzahlen seit dem Saisonstart, die sie unter anderem den Kooperationen mit Sky und der Deutschen Telekom zuschreibt (MEEDIA berichtete). Über diese Kollaborationen können Kund:innen Pakete buchen, in denen DAZN enthalten ist. Das Pakete-Angebot sei laut Mascia interessant, da es nicht nur neue Gruppen erschließe, sondern auch treue und langfristige Kund:innen generiere. „Das ist der Grund, warum diese Angebote günstiger sind und sich trotzdem rechnen“, sagt sie.

Zu einer möglichen weiteren Preiserhöhungen äußert sich die Geschäftsführerin: „Ausschließen kann man nichts. Aber im Moment sind wir sehr zufrieden.“

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