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Nach nur zwei Jahren

Mitten in der Umstrukturierung: Wendy Clark verlässt Dentsu International

Wendy Clark – Foto: Dentsu International

Mitten in der Umstrukturierung von Dentsu International verlässt die Global CEO Wendy Clark die Agentur, nach nur zwei Jahren. Über die Gründe für den plötzlichen Abschied gibt es bislang nur Spekulationen.

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Über den überraschenden Abgang hatte „AdAge“ zuerst berichtet: Wendy Clark, Global CEO von Dentsu International, quittiert ihren Dienst in der Agentur. Wann sie die Agentur konkret verlässt und wer ihren Job übernimmt, ist nicht bekannt. Eine MEEDIA-Anfrage bei Dentsu wurde bislang nicht beantwortet.

Doch stellt sich die Frage: Warum geht Clark gerade zu diesem Zeitpunkt? Sie hatte erst im Juni in Cannes gemeinsam mit CCO Fred Levron den großen Umbau von Dentsu und die Gründung von Dentsu Creative angekündigt (MEEDIA berichtete). In diesem Zusammenhang hatte das Duo auch mitgeteilt, neue Führungskräfte verpflichten zu wollen. Zu dem Zeitpunkt hatte Clark bereits Nnenna Ilomechina als COO an Bord geholt. Ihre Aufgabe: Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Umgestaltung des Unternehmens beaufsichtigen, hieß es in einer Mitteilung. Wie Clark verfügt auch Ilomechina über 20 Jahre Führungserfahrung in der digitalen und organisatorischen Transformation. Womöglich haben sich diese zwei Führungskräfte aneinander aufgerieben, Clark für sich als Folge die Reißleine gezogen.

Bekannt für schnelle Abgänge

Verwunderlich wäre das nicht. Clark hatte bereits in ihrem Job vor Dentsu gezeigt, dass sie zu derartigen spontanen Handlungen fähig ist, wenn es unbequem wird. Sie war bis 2020 Präsidentin und CEO von DDB North America und mit der Entwicklung von Kundenbeziehungen zu ConAgra, Johnson & Johnson und State Farm betraut. Zudem leitete sie die Gründung von „We are Unlimites“, eine maßgeschneiderte DDB-Agentur für den Kunden McDonald’s. Als DDB McDonald’s an Wieden + Kennedy verlor, wurde die Agentur in DDB Chicago eingegliedert. Das schien Clark gegen den Strich gegangen zu sein: Sie verließ das Netzwerk abrupt, wie John Wren, CEO der Omnicom Group, anmerkte. „Wir waren etwas schockiert und verunsichert, als Wendy Clark mitten in der Krise (Pandemie und einige Kundenverluste, Anm. d. Red.) beschloss, nicht weiterzumachen“, sagte er damals.

War es das Heimweh nach Atlanta?

Was Clark zukünftig machen wird, ist ebenso wenig bekannt, wie der wahre Grund für ihren Ausstieg bei Dentsu. Sicher ist aber wohl, dass sie mit ihrer 30 Jahre umfassenden Expertise schnell wieder festen Stand findet. Auch, weil sie sich bislang stets dadurch auszeichnete, unerwartete Dinge zu tun. Sie bekleidete unterschiedliche Führungspositionen, unter anderem bei Coca-Cola und AT&T. Und sie versuchte sich in der Politik. 2015 nahm sie unbezahlten Urlaub bei Coca-Cola, um an der Präsidentschaftskampagne von Hillary Clinton mitzuarbeiten. Bekannt ist die Managerin ebenfalls für ihre Unterstützung progressiver Anliegen. Vor kurzem twitterte sie, dass sie die Kampagne von Stacey Abrams für die Gouverneurswahl in Georgia unterstützt.


Lesen Sie dazu auch das Interview mit Dentsu-Creative-CCO Michael Schachtner (+)

Auch das kann übrigens ein Grund für ihren Abgang bei Dentsu sein. Clark hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie für ihren Job um die Welt gezogen ist, ihr Herz aber stets an ihrer Heimatstadt Atlanta hing. Und Atlanta liegt ja bekanntermaßen im Bundesland Georgia.

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