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Bilanz für 2021

Ulrich Wilhelm tritt an Spitze der FAZIT-Stiftung

Der ehemalige BR-Intendant Ulrich Wilhelm – Foto: Imago

Das Digitalgeschäft der „FAZ“ ist nach eigenen Angaben trotz schwieriger gesamtwirtschaftlicher Lage auf Wachstumskurs. Die Zeitung sieht sich für die Zukunft „gut gerüstet“. Künftig wird Ex-BR-Intendant Ulrich Wilhelm die FAZIT-Stiftung führen.

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Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zieht Bilanz für 2021 und verkündet: „Das Geschäftsjahr 2021 ist erfreulich gelaufen.“ Die „FAZ“ spricht von einem „schwierigen wirtschaftlichen und politischen Umfeld“, in dem sie sich aber für die „publizistischen und geschäftlichen Herausforderungen“ gut gerüstet sieht. Das Wachstum des Digitalgeschäfts des vergangenen Jahres habe sich in den ersten Monaten des laufenden Jahres fortgesetzt.

Digitalprodukte auf Wachstumskurs

Das Bezahlangebot „F+“ konnte zur Jahresmitte 97.733 Abonnent:innen verzeichnen. Im Vergleich zur Mitte des Vorjahres entspricht dies einem Plus von 35 Prozent. Auch in den Digitalausgaben der „FAZ“ sowie der Sonntagszeitung zeigte sich das Wachstum Ende Juni in insgesamt rund 220.000 bezahlten Digitalabos, so der Verlag. Die „FAZ“ plant einen Anstieg auf mindestens 300.000 bis zum Jahre 2026.

Auch weitere digitale Produkte, darunter die Newsletter und die Podcasts, hätten von der Nachfrage profitiert. Der werktäglich erscheinende Newsletter „Frühdenker“ habe rund 157.000 Empfänger:innen. Der „Podcast für Deutschland“ mehr als 37.000 Abrufe pro Tag. Schwerpunkt von Verlag und Redaktion soll jedoch auch in Zukunft das traditionelle Zeitungsgeschäft bleiben. Die Nachfrage ihrer Produkte sei ein Beleg für die hohe Bedeutung des Qualitätsjournalismus, resümiert die „FAZ“.

Ulrich Wilhelm löst Karl Dietrich Seikel ab

Zur Stärkung ihres Digitalgeschäfts hat die „FAZ“ jetzt mehr als 20 neue Arbeitsplätze in ihrer Redaktion geschaffen. Damit will die „FAZ“ auch neue Märkte erschließen, wie etwa vor wenigen Wochen TikTok (MEEDIA berichtete). An der Spitze des Aufsichtsrats steht weiterhin Andreas Barner, als neuer Stellvertreter wurde der frühere Verleger der „Rheinischen Post“, Karl Hans Arnold, gewählt. Arnold gehört seit Dezember 2018 dem Gremium an. Karl Dietrich Seikel hingegen verlässt den „FAZ“-Aufsichtsrat ebenso wie das Kuratorium der FAZIT-Stiftung. Der ehemalige „Spiegel“-Geschäftsführer hat die Altersgrenze erreicht. In der gemeinnützigen Stiftung, die die Mehrheit der „FAZ“-Anteile hält, rückt Ulrich Wilhelm auf. Der Ex-BR-Intendant war im Juni 2021 in den Aufsichtsrat gewählt worden.

Werbesituation auch für „FAZ“ problematisch

Die „FAZ“ verzeichnet allerdings ebenso wie andere Medienhäuser seit einigen Monaten rückläufige Werbeumsätze. Das resultiere aus der unsicheren gesamtwirtschaftlichen Lage und damit einhergehenden Zurückhaltung vieler Anzeigenkunden, so das Medienunternehmen.

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Korrekturhinweis: In einer älteren Fassung stand, dass Ulrich Wilhelm neuer Aufsichtsratschef der „FAZ“ sei. Das stimmt nicht und wurde entsprechend geändert. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

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