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Startup-Unternehmer Moritz Mollenkopf

So können Unternehmen Videomarketing effektiv im Recruiting einsetzen

Veloxvideo-Gründer Moritz Mollenkopf – Foto: Veloxvideo

Videoproduktionen sind meist aufwändig und teuer. Im MEEDIA-Interview erklärt Moritz Mollenkopf, Firmengründer des Darmstädter Startups Veloxvideo, wie Unternehmen relativ leicht Bewegtbilder fürs Marketing und Recruiting nutzen können.

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Ton, Licht, Kamera und Klappe – wer einen Workshop bei Veloxvideo besucht, fühlt sich ein bisschen in die Welt der großen Filmemacher versetzt. Seit Juni bietet ein Team um Moritz Mollenkopf, Gründer des Darmstädter Startups, Firmenkunden Workshops an. Hier können Unternehmen das Rüstzeug für eine Videoproduktion erlernen. Die Nachfrage ist groß, denn immer mehr Unternehmen sind daran interessiert, mit Bewegtbildern auf Social Media-Kanälen auf sich aufmerksam zu machen. Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten vielschichtig – von Videos, um neue Mitarbeiter zu werben, Erklärvideos, um Kunden die Bedienung von neuen Produkten zu erläutern oder Bewegtbildern, um Produkteinführungen zu begleiten. Vor allem bei der Suche nach geeigneten Fachkräften ist Videomarketing ein hilfreiches Instrument. Mollenkopf hat das erkannt. Der 33-Jährige gründete vor zwei Jahren die Marke Veloxvideo. Velox, das im Lateinischen für „schnell“ steht, ist hier Programm. Unternehmen können über eine von Mollenkopf und seinem Team entwickelte Plattform innerhalb von 24 Stunden Filme in Agenturqualität herstellen.  

Herr Mollenkopf, Videomarketing ist für viele Unternehmen eine wichtige Säule, um auf neue Produkte aufmerksam zu machen. Warum wächst die Nachfrage nach dieser medialen Dienstleistung?

Moritz Mollenkopf: Das hat zwei Gründe. Die Mediennutzungsdauer allgemein ist gestiegen, vor allen Dingen über die Pandemie. Damit ist die Nachfrage nach Content/Medien und auch das Angebot gestiegen. Vor allen Dingen das Angebot, das von Usern und Content Creators gemacht wird. Um nun in dieser schieren Menge von Video-Content noch gesehen zu werden und im Algorithmus eine Chance zu haben, müssen auch Unternehmen im „Video-Game“ dabei sein. Das merken sie dann bei der Reichweite und dem Engagement ihrer Beiträge.

Und der zweite?

Durch die vermehrte Nutzung werden wir alle faul und verdorben. Nicht falsch verstehen: Es ist nun mal so, dass ein Video schauen vermeintlich weniger anstrengend und mehr unterhaltsam ist, als einen Text zu lesen. Je mehr Videos wir schauen, desto weniger wollen wir ein anderes Medium konsumieren.  

Der richtige Dreh – immer mehr Unternehmen nutzen Bewegtbilder, um auf Personalsuche zu gehen – Foto: Veloxvideo

Herrscht ein großer Wettbewerbsdruck auf dem Markt für Videomarketing?

Ja, der Videomarkt ist von allen Seiten her sehr fragmentiert. Es gibt viele unterschiedliche Dienstleistungen, Tools und Bedarfe. Damit ist es sowohl für die Anbieter als auch für die Nachfrager schwierig, weil sich kein „einheitlicher Standard“ durchgesetzt hat. Wird es vermutlich auch nicht, weil jede Kampagne den passenden Kreativen braucht und davon gibt es glücklicherweise sehr viele. 

Der Fachkräftemangel nimmt zu. Setzen Unternehmen verstärkt auf Videomarketing, um neue Mitarbeiter zu rekrutieren?

Zum Teil ja. Wir sehen bei Kunden und z.B. auf LinkedIn, aber auch auf Instagram allgemein viel mehr Videocontent, der auf Employer Branding, also die Außendarstellung als Arbeitgeber, sowie auf direktes Recruiting abzielt. Manchmal auch mit wirklich coolen Ideen. Wenn man ein Video macht, zwingt einen das fast dazu etwas „Out of the Box“ zu denken und von alten HR-Phrasen abzusehen. Die User auf Social Media und potentiellen Bewerber finden die Authentizität der Videos spannender als die reinen Stellenanzeigen. 

Zur Person

Moritz Mollenkopf wurde in Heilbronn geboren. Nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann studierte der 33-Jährige Wirtschaftsingenieurwesen. Seit 2020 ist er CEO von Veloxvideo, einer Video-Produktionsplattform mit KI-Features innerhalb der Boost Media GmbH. Er berät Konzerne zu den Themen Video-Strategie und DIY-Videoproduktion.

Ist das alles?

Wichtig ist dabei auch zu unterschieden, ob Unternehmen ihre Marke, ihr Selbstverständnis bisherigen und neuen Mitarbeitern langfristig näherbringen und dadurch interessant sein wollen. Also, ob sie Employer Branding betreiben oder eben direkt einen Recruiting-Funnel auf eine bestimmte Stelle schalten wollen. Für das Employer Branding bedarf es einen längeren Atem, coole Ideen und eine authentische Umsetzung. Also regelmäßig kurze, aber interessante und werbefreie Videos auf Social Media zu veröffentlichen. Das können auch ganz kreative Inhalte sein, die nicht viel mit dem Kerngeschäft zu tun haben, z.B. Behind-the-Scenes Videos, die Trust-Challenge Videos von TikTok, etc. Damit kann in vielen Fällen eine günstige und nachhaltige Reichweite in der passenden Zielgruppe erzeugt werden. Im Recruiting können Videos sowohl für die Awareness, also als Ad z.B. auf Social Media eingesetzt werden aber auch auf Bewerberportalen oder Bewerberseiten, um die Bewerber-Conversion zu erhöhen. 

Welche Vorteile bietet ihnen das?

Das Employer Branding hilft, nachhaltig Mitarbeiter zu halten und die besten neuen Mitarbeiter im Markt langfristig für sich zu interessieren. Das eignet sich sowohl im Blue- als auch im White-Collar-Bereich. Gut funktionierende Recruiting-Funnels, die mit günstigen Video-Awareness-Ads befeuert werden, können eine planbare skalierbare und kostengünstige Alternative zur klassischen Stellen-ausschreibung, dem Headhunting oder dem Active Sourcing sein. Ich selbst habe dies öfter im Blue-Collar-Bereich erfolgreich gesehen, das kann allerdings auch daran liegen, dass sich viele Unternehmen speziell mit Blick auf die Azubis mehr trauen und deshalb besseren Content machen. Für die Performance und das Funktionieren des Funnels ist in jedem Fall das Creative, also z.B. das Video ausschlaggebend. Das Unternehmen braucht eine individuelle und Zielgruppen-gerechte Ansprache der Zielgruppe. Das kann ein Video sein, muss aber nicht! Was besser funktioniert, muss jeder für seinen Funnel selbst testen.  

Worauf müssen die Unternehmen achten, um mit Social Media Videos möglichst große Reichweiten im Netz erzielen?

Auf den Inhalt. Auf Social Media ist hochprofessionelle Kamera-, Licht – & Tontechnik viel weniger wichtig geworden als früher. Es geht darum die Zielgruppe mit originellen und interessanten Inhalten zu informieren oder zu entertainen. Natürlich gibt es Best-Practices darüber, wie solche Videos aufgebaut und ausgestrahlt werden, damit sie mehr Reichweite erzeugen. 

Kritisch werden am Laptop die Filmsequenzen begutachtet – Foto: Veloxvideo

Ist hier Storytelling besonders wichtig?

Ganz klar: Storytelling ist integraler Bestandteil von Videos. Stories und Menschen sind die beiden treibenden Faktoren, die Emotionen hervorrufen. Emotionen sind die Währung auf Social Media und der wichtigste Vorteil von Videos gegenüber anderen Medien. Storytelling muss aber etwas weiter gefasst werden, als die klassische Heldengeschichte, die sicher auch in vielen Videos und Filmen hervorragend funktioniert. Eine Story, eine Geschichte, kann sich auch über viele Posts und Videos als roter Faden durchziehen. Die Zuschauer, die Menschen lieben es, wenn eine Person oder eine Marke immer wieder für dieselbe Mission, für dieselbe Story einsteht. 

Welche Kanäle sind besonders geeignet, um mit Social Media Videos seine Zielgruppen zu erreichen?

Das hängt von der Zielsetzung und der Zielgruppe ab. Die individuellen Plattformen unterscheiden sich zum Teil erheblich voneinander, was die Zielgruppe und Ziele sowie die dazu passenden Videoinhalte- und längen betrifft. Bezüglich der Kundenkommunikation im Bereich B2C und D2C, eignen sich vor allem Instagram und Facebook. Die verschiedensten Produkte können dort nach Interesse gegliedert werden. TikTok kann vornehmlich zur B2C und D2C Produktvermarktung genutzt werden. LinkedIn ist natürlich weit vorne, wenn es um die B2B-Kundenkommunikation und Finanzthemen geht. YouTube dient als große Suchmaschine und zur Markenbildung. Hauptsächlich für Produkte, die in größerer Menge abgesetzt werden, wie beispielsweise Bauutensilien oder Finanzprodukte. Employer Branding funktioniert besonders gut auf Instagram und TikTok: B2B und B2C Marken treffen dort auf ein mittlerweile relativ breites Altersspektrum. Video-Content auf LinkedIn wird dort auch gerne zum Markenaufbau und teilweise für das Recruiting verwendet.

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