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Wandel zum Dienstleistungsunternehmen

So könnte Ex-„Mopo“-Chefin Susan Molzow den Jalag fit für die Zukunft machen

Susan Molzow – Foto: Unternehmen

Die Ganske Verlagsgruppe, zu der der Jahreszeiten-Verlag (Jalag) gehört, ist im vergangenen Geschäftsjahr 2021 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt. Verleger Thomas Ganske plant, den Jalag zu einem Dienstleistungsunternehmen zu wandeln. Damit steht die neue Jalag-Chefin Susan Molzow vor großen Herausforderungen.

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„Der Feinschmecker“, „Lafer“, Robb Report“ – seit Februar 2022 führt die frühere „Mopo“-Chefin Susan Molzow die Geschicke des Hamburger Jahreszeiten-Verlags (Jalag), der mit seinen Premium-Titeln in verschiedenen Segmenten aktiv ist – darunter in Food/Kulinarik, Design/Luxus und Travel. Bislang ist wenig bekannt, wie die Managerin das Magazinhaus für die Zukunft schlagkräftiger aufstellen will. Doch nun gibt der vor kurzem veröffentlichte Geschäftsbericht 2021 der Hamburger Ganske Verlagsgruppe im elektronischen Bundesanzeiger einen ersten Vorgeschmack, wie sie das Zeitschriftenhaus ausrichten könnte. 

So ist hier die Rede davon, dass sich der Jahreszeiten-Verlag „von einem reinen Verlag zu einem Dienstleistungsunternehmen mit Verlags-DNA wandeln und die Kraft seiner Marken auch außerhalb des Magazingeschäfts monetarisieren“ soll. Dazu nennt Verleger Thomas Ganske im Geschäftsbericht bereits mehrere neue Unternehmensfelder. Dazu gehören Lizenzen- und Siegelvermarktung, Projekt- und Honorargeschäft (Content Solutions), Live-Formate (u.a. Events), Community/Subscription (u.a. der Feinschmecker-Club, Paid-Cotent). Dabei werde ein Großteil der Produkte und Services in Zukunft digital sein.

Schwieriges Umfeld

Damit soll die neue Jalag-Chefin Molzow das Hamburger Zeitschriftenhaus wohl unabhängiger vom Print-Geschäft machen. Das ist verständlich, denn das Print wird für die Verlagshäuser immer schwieriger. Besonders stark belasten die steigenden Papierpreise die Ertragslage vieler Unternehmen. Vor allem Magazinhäuser trifft die Preissteigerungen sehr. Sie verfügen über keine Papierlager, um sich in preiswerteren Zeiten mit kostengünstigerem Papier einzudecken. Zudem wirkt sich auch die wachsende Inflation negativ auf den Medienkonsum der Verbraucher aus. Bei steigenden Lebenshaltungskosten achten die Bundesbürger stärker auf den Geldbeutel und überlegen sich genau, wieviel Geld sie für Zeitschriften ausgeben. Dies bekommt möglicherweise „Der Feinschmecker“, Flaggschiff des Jalag, zu spüren. Die verkaufte Auflage des Magazins sank im 2. Quartal 2022 um 4,2 Prozent auf 58.772 Exemplare gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal. Bereits in 2021 hatte der Jalag, zu dem auch Titel wie „Merian“, „Cornelia Poletto“ und „Foodie“ zählen, mit stark rückläufigen Vertriebserlösen zu kämpfen. Sie sanken auf 4,5 Millionen Euro, ein Jahr zuvor waren es 6,1 Millionen Euro, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht.

Molzow dürfte aber für die Herausforderungen gewappnet sein. Die Geschäftsfrau kennt sich im hart umkämpften Print-Geschäft bestens aus. Sie hatte die „Hamburger Morgenpost“ in ihrer Amtszeit breiter aufgestellt, um den Auflagenrückgang der Boulevardzeitung abzufedern. Dennoch entschloss sich der Eigentümer, die Kölner DuMont Gruppe, den Titel zu verkaufen.

Verleger Thomas Ganske steuerte seine Gruppe 2021 wieder auf Gewinnkurs

Der Jahreszeiten-Verlag ist Teil der Ganske Verlagsgruppe. Die ist im vergangenen Geschäftsjahr 2021 wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt, obwohl das wirtschaftliche Umfeld stark von der Corona-Pandemie geprägt war. So weist das Hamburger Medienunternehmen im vergangenen Geschäftsjahr bei einem auf rund 143,5 (132) Millionen gestiegenen Konzernumsatz einen Jahresüberschuss von 2,55 Millionen Euro aus. 2020 verbuchte die Gesellschaft hingegen hohen einen Fehlbetrag von 15,3 Millionen Euro.

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