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5 Fragen nach 100 Tagen

Presserat-Sprecherin: „Journalisten müssen sich auf Demonstrationen wieder sicher fühlen“

Presserats-Sprecherin Kirsten von Hutten - Foto: Julia Grudda

Kirsten von Hutten ist Sprecherin des Deutschen Presserats. Nach 100 Tagen im Amt zieht sie bei MEEDIA eine erste Bilanz. Unsere neue Rubrik: „5 Fragen nach 100 Tagen“.

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Bei 5 Fragen nach 100 Tagen stellen wir Persönlichkeiten aus der Branche, die einen neuen Job oder ein neues Amt übernommen haben, Fragen, wie sie sich eingelebt haben, was sie bereits umsetzen konnten und was sie womöglich so nicht erwartet haben. Den Anfang macht Kirsten von Hutten, Sprecherin des Deutschen Presserats.

Wie sind Ihre Eindrücke vom neuen Verantwortungsbereich?

Es ist wahnsinnig spannend, da ich in der neuen Rolle als Sprecherin noch größere Möglichkeiten der Impulsgebung habe als durch die reine Arbeit im Beschwerdeausschuss. Ich freue mich, wichtige medienethische Entscheidungen nach außen zu vertreten und Insights in unsere tägliche Arbeit zu vermitteln, wie zuletzt zum Beispiel bei den Medientagen Mitteldeutschland in Leipzig.

Was konnten Sie in den ersten 100 Tagen bereits erfolgreich umsetzen, was gelang nicht?

Immer mehr Online-Portale kommen auf uns zu, weil sie sich dem Pressekodex verpflichtet fühlen und entsprechend unsere Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnen wollen. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Umsetzung von Qualitätsjournalismus auch im Netz – wir freuen uns über weiteren Zulauf. Und nicht zuletzt arbeiten wir stetig daran, unsere Wahrnehmbarkeit zu erhöhen.

An welchen Themen arbeiten Sie momentan?

Das Thema Ukraine beschäftigt uns auch beim Presserat. Wir beobachten hier einen insgesamt sehr sorgfältigen Umgang der Medien mit Text- und Bildberichterstattung und haben, gemessen an der Bedeutung des Themas, sehr wenig Beschwerden dazu erhalten. Außerdem arbeiten wir an zeitgemäßen gemeinsamen Verhaltensgrundsätze für Polizei und Medien. Journalistinnen und Journalisten müssen sich auf Demonstrationen wieder sicher fühlen. Hierzu wollen wir als Presserat einen Beitrag leisten.

Welche Aufgaben sehen Sie langfristig als Ihre größten Herausforderungen?

Wir möchten die Selbstregulierungsinstanz für möglichst viele und unterschiedliche Online-Medien sein und so beitragen zur Meinungsvielfalt unter Einhaltung presseethischer Standards.

Was war Ihre wichtigste neue Erkenntnis?

Nach zwei Jahren Presserats-Sitzungen am Bildschirm lacht mein Herz als gebürtige Rheinländerin ob des wieder möglichen persönlichen Austauschs, deshalb: Remote ist gut, Präsenz ist besser.

th

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