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Sondersitzung des Landtags

72.000 Euro für „Mediencoaching“? „Business Insider“ legt in RBB-Berater-Affäre nach

RBB-Intendantin Patricia Schlesinger mit Mann Gerhard Spörl – Foto: Imago

Der „Business Insider“ hat neue Details rund um möglicherweise dubiose Beraterverträge aus dem Umfeld von RBB-Intendantin Patricia Schlesinger und dem RBB-Verwaltungsratschef Wolf-Dieter Wolf veröffentlicht. Demnach soll Wolf daran beteiligt gewesen sein, dass Schlesingers Ehemann ein lukratives Mediencoaching für den CEO der Berlin Messe durchführte. Am Dienstag tagt der Landtag zu dem Gesamt-Fall.

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Schlesingers Ehemann ist der frühere „Spiegel“-Journalist Gerhard Spörl, der mittlerweile als Berater und Coach tätig ist. Der Berliner Immobilien-Geschäftsmann Wolf-Dieter Wolf ist sowohl Verwaltungsratsvorsitzender des öffentlich-rechtlichen Senders, als auch Aufsichtsratschef der Berlin Messe. Laut „Business Insider“ soll Wolf aktiv daran beteiligt gewesen sein, dass Spörl ein Mediencoaching für insgesamt 72.000 Euro für den Messe-CEO Martin Ecknig ohne Ausschreibung abrechnen konnte. Auf eine Ausschreibung des Auftrags wurde laut Aktennotiz verzichtet, da Spörl über ein „exklusives Netzwerk und Zugänge“ in die Medienwelt verfüge, was „so am Markt nicht verfügbar ist“. Daher sei die Beauftragung des Gatten der RBB-Intendantin die „wirtschaftlichste Alternative“. Es ging dabei laut „Business Insider“ um Tagessätze von bis zu 2.000 Euro

Laut Auskünften des Messe-Chefs Ecknig und der Messe habe Wolf nichts mit der Beauftragung Spörls zu tun gehabt. Der „Business Insider“ zeigt aber einen Screenshot einer Mail Ecknigs, in der er schreibt: „… anbei das Angebot von Dr. Spörl, wie von Herrn Wolf und mir bereits avisiert“.

Wolf und Patricia Schlesinger hatten erklärt, nicht gegen die Compliance-Regeln des Senders verstoßen zu haben. Mittlerweile soll die auf solche Verfahren spezialisierte Kanzlei Lutz Abel aus Hamburg den Fall aufklären. Wolf hat schriftlich erklärt, sein Amt als Vorsitzender im Kontrollgremium des Senders bis zum Abschluss der Aufklärung ruhen zu lassen (MEEDIA berichtete).

Am Dienstag will sich außerdem der Hauptausschuss Landtag Brandenburgs auf einer Sondersitzung mit den Vorwürfen gegen Schlesinger und Wolf befassen. Bei der Sitzung sollte auch Patricia Schlesinger zu Wort kommen, sie blieb der Sitzung allerdings fern.

swi

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